E-Commerce-Trends 19.03.18 19.03.2018, 05:00 Uhr

Wie Adidas online mit Apps und Marktplätzen wächst

Adidas fährt online erfolgreich zweigleisig, Marthalouisa.com hat noch Luft nach oben, Picnic will den deutschen Online-Lebensmittelhandel aufmischen, Home24 hegt Börsenambitionen für den Sommer und Emma und Casper liefern sich einen Preiskrieg.
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- NEWS -

Adidas: Der Sportausrüster steigerte seine E-Commerce-Umsätze im vergangenen Geschäftsjahr um 57 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Dabei verfolgt das Unternehmen einen zweigeteilten Ansatz: Kostengünstige Produkte werden über Amazon und andere Marktplätze vertrieben. Die hochpreisigen Artikel werden über mobile Apps vermarktete. Die erste Shopping-App, die im November auf den Markt kam, zählt inzwischen mehr als eine Million Downloads. Bereits im vergangenen Jahr verkündete Adidas, der Online-Handel sei sein profitabelster Verkaufskanal. >>>Digiday.com
Marthalouisa.com: Die ehemaligen Mytheresa-Gründer melden sich im deutschen Online-Handel zurück. Ihr Online-Shop für Luxusschuhe hat jetzt seine digitalen Pforten geöffnet - in der Umsetzung gibt es allerdings noch deutlich Luft nach oben. Die Order-Nummer "ML000000149" am Sonntag Mittag (ja, E-Commerce-Redakteur zu sein ist manchmal ein investitionslastiger Job) lässt vermutlich einen Rückschluss auf die bis dahin erfolgten Bestellungen zu. >>>zum Online-Shop
Picnic: Das niederländische Startup will seinen Lieferdienst für Lebensmittel nach Deutschland expandieren und startet damit in Neuss, Kaarst, Düsseldorf und Meerbusch. 15 Millionen Euro sind für den Deutschland-Start in der Kriegskasse. >>>RP-Online.de
Home24: Das Multichannel-Möbelhaus scheint sich auf einen IPO im Sommer vorzubereiten. Die Bewertung soll bei 500 bis 600 Millionen Euro liegen. Zudem plant das Unternehmen einen neuen Showroom in Stuttgart. >>>Onlinehaendler-News.de
Emma Matratzen: Nach Casper bringt auch Emma ein preiswertes Einsteigermodell für Matratzen in den Verkauf. 290 Euro soll die "Emma One" kosten - und damit deutlich mehr als das Einsteigermodell von Casper, das schon ab 225 Euro zu haben ist. Und wie immer wenn sich zwei streiten, freut sich ein Dritter: Bett1-Gründer Adam Szpyt bietet seine Matratze Bodyguard zum ungeschlagenen Tiefpreis von 199 Euro - und wurde damit auch noch Testsieger der Stiftung Warentest. >>>Wiwo.de
Geld-fuer-Flug.de: Deutschlands größter Airline-Schreck hilft Fluggästen dabei, ihren Flug zu stornieren, ohne auf den Kosten sitzen zu bleiben - und hat dafür von Investoren 25 Millionen Euro eingesammelt. Das Startup hat einen Algorithmus entwickelt, der für jede Anfrage eines Storno-Kunden rund 80 Datenpunkte analysiert und dann einen Auszahlungsbetrag errechnet. Stimmt der Kunde zu, erwirbt Geld-fuer-Flug.de den Anspruch und erstreitet von den Fluggesellschaften den Betrag zurück. Innerhalb weniger Monate mussten die Fluggesellschaften bereits mehrere Millionen Euro rückerstatten. >>>Handelsblatt.com
Lidl: Der Discounter will die entlassenen Zalando-Marketers für das eigene Unternehmen gewinnen. Lidl Digital biete neue Perspektiven und eine große Bandbreite, heißt es auf Linked In. Und: Auch bei Lidl würden Mode- und Lifestyle-Produkte eine wesentliche Rolle spielen. >>>NGIN Food
Amazon: Prime-Kunden von Amazon können Produkte künftig auch in Deutschland und Österreich über einen virtuellen Dash Button bestellen. Doch kaum ist das neue Angebot da, macht sich auch schon wieder Ärger breit: Die Verbraucherzentrale will nun prüfen lassen, ob die virtuellen Buttons wie ihre physischen Pendants deutsches Recht verletzen. >>>Winfuture.de
Amazon Fresh: Amazons Online-Supermarkt hat eine Abmahnung von Foodwatch erhalten. Der Grund: Der Online-Lebensmittelhändler soll einige seiner Produkte nicht rechtmäßig gekennzeichnet haben, wozu unter anderem Tomaten, Trauben und Orangen gehören. >>>Onlinehaendler-News.de

- INTERNATIONAL -

Walmart: Nicht nur Facebook hat gerade mit Whistleblowern zu kämpfen, auch Walmart kommt gerade in Bedrängnis. Denn ein ehemaliger Walmart-Mitarbeiter behauptet, der US-Handelsriese manipuliere seine E-Commerce-Zahlen, um in der öffentlichen Wahrnehmung Amazon gegenüber besser dazustehen. Die Börse reagierte auf die Offenbarung alarmiert. >>>Bloomberg.com
Google: Der Internet-Riese, der als Produktsuchmaschine gerade von Amazon abgehängt wird, startet mit "Shopping Actions" einen neuen Versuch, seine Bedeutung zurückzubekommen. Und der hat es in sich: US-Händler können künftig ihr Inventar über die Google-Suche listen und Kunden, die nach Produkten suchen, können diese händlerübergreifend in einem Warenkorb kaufen und über Google Express bestellen. Die Produkte lassen sich auch über Googles smarten Lautsprecher Google Home finden und in den Einkaufswagen legen. In ersten Pilotversuchen stiegen die Warenkörbe von Handelspartnern von Google Express um durchschnittlich 30 Prozent. Zu den Kooperationspartnern zählen Target, Walmart, Home Depot und Costco Wholesale. >>>Reuters.com
Ikea: Das schwedische Möbelhaus nutzt die visuelle Suche von GrokStyle. Die Technik, mit der Kunden ihre Kamera auf einen Einrichtungsgegenstand halten und dann ähnliche Produkte im Ikea-Sortiment finden können, soll in die Ikea-AR-App integriert werden. >>>TechCrunch
Amazon: Eigenproduktionen wie "The Man in the High Castle" oder "The Grand Tour" sind für Amazon ein verhältnismäßig günstiger Weg, Neukunden für sein Prime-Programm zu generieren, zeigen interne Papiere. Bei der Serie "The Grand Tour" kostete jeder Neukunde in der ersten Staffel nur 49 Dollar. >>>wuv.de
Windeln.de: Der Babyausstatter, der in der Schweiz bislang unter den drei Auftritten Windeln.ch, Kindertraum.ch und Toys.ch aktiv war, will seine Aktivitäten künftig unter Windeln.ch bündeln. Das soll sowohl die Komplexität als auch den Verwaltungsaufwand für den Shop verringern und Marketing-Kosten effizienter einsetzen. >>>Neuhandeln.de
Jumia: Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet soll einem Medienbericht zufolge einen Börsengang mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro für den afrikanischen Amazon-Klon planen.Das 2012 von französischen McKinsey-Beratern in Nigeria gegründete E-Commerce-Startup hat sich in den vergangen Jahren zum größten digitalen Ökosystem in Afrika entwickelt. >>>t3n.de

- BACKGROUND -

Omnichannel-Handel: Weil das Betreiben mehrerer Verkaufskanäle naturgemäß die Kosten in die Höhe treibt, lassen die größten Pure-Player ihre Multichannel-Konkurrenz im Hinblick auf Profitabilität inzwischen weit hinter sich, zeigt eine Studie von Ernst & Young und Arvato. Statt sinnlos in voll integrierte Serviceleistungen zur Deckung jeglicher Kundenwünsche zu investieren, sollten Multichannel-Händler ihr Augenmerk lieber auf Kundendaten und Bestandsmanagement richten und so gegenüber Online-Pure-Playern Wettbewerbsvorteile erzielen. >>>Best-of-Commerce.de
Managing Growth: Im Onlinehandel sind Wachstumsraten von 30 Prozent und mehr noch keine Seltenheit. Wenn Unternehmen bestehen wollen, müssen Systeme, Prozesse und die Unternehmensorganisation optimal aufeinander abgestimmt werden. Martin Himmel von ecom consulting erklärt für t3n.de, wie das funktioniert. >>>t3n.de
Online-Haustiermarkt: Zubehör für Haustiere ist ein Milliardenmarkt, den große Online Player geschickt besetzen. Aber auch kleine Nischenshops nutzen ihre Chancen und setzen auf eine anspruchsvolle Kundschaft. >>>Internetworld.de
E-Payment: Die Sparkassen-Finanzgruppe will die Echtzeit-Überweisung zur Jahresmitte 2018 realisieren. Unsere Kunden können dann insbesondere im Online-Handel Rechnungen blitzschnell überweisen. Mitte 2018 soll auch das mobile Bezahlen mit Smartphones möglich werden. >>>Goettinger-Tageblatt.de

- ZAHL DES TAGES -

Zwei Drittel aller Besitzer eines smarten Lautsprechers wie Alexa Echo oder Google Home haben darübe rnoch nie einen Einkauf getätigt, zeigt eine Analyse von Episerver. >>>The Drum

- GEHÖRT -


"Wir wollen Menschen mitnehmen, anstatt sie auszutauschen. Wir sind eine lernende Organisation, wollen Experten inhouse aufbauen, sie weiterentwickeln und gemeinsam an neuen Technologien für unsere Kunden arbeiten. Dafür investieren wir in diese Kolleginnen und Kollegen. Ganz genauso wie wir, natürlich, konsequent in Technologie und analytische Fähigkeiten investieren."
Otto-Vorstand Marc Opelt will auch in Zukunft keine Marketing-Manager durch Algorithmen austauschen. Stattdessen müsse man sie vorausschauend weiterentwickeln - idealerweise bevor bestimmte Aufgaben weniger relevant werden. >>>Horizont.net



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