E-Commerce-Trends 08.01.2019 08.01.2019, 07:33 Uhr

Jeder achte Online-Einkauf wird zurückgeschickt

Scout24 baut Schulden ab, Amazon weitet seine Direkt-ins-Haus-Lieferoption Key aus, so nutzt Alibaba Sprachassistenten in der Logistik, Sach- und Wertgutscheine sind jetzt Geschichte, jeder achte Online-Einkauf wird retourniert
(Quelle: shutterstock @Vasin Lee)

NEWS

Amazon-Lager in Berlin-Mariendorf sorgt für Verkehrskollaps: 2018 eröffnete Online-Versandhändler Amazon ein Auslieferungslager in Berlin-Mariendorf. Zu Beginn lag die Hauptzufahrt für Transporter an der Porschestraße. Nach Anwohnerbeschwerden wurde die Zufahrt an die rückseitige Dederingstraße verlegt. Jetzt müssen die dortigen Anlieger mit dem Lieferverkehr klar kommen. >>>Bild.de
Scout24 baut Schulden ab: Die Scout24 AG hat zum Jahresende 2018 eine freiwillige Kredittilgung in Höhe von 50 Millionen Euro getätigt. Damit verringere sich die Nutzung der revolvierenden Kreditlinie des Unternehmens von zuvor 70 Millionen auf 20 Millionen Euro, teilte der im MDAX notierte Anbieter von digitalen Marktplätzen mit. Insgesamt habe Scout 24 damit im vergangenen Jahr Schulden von insgesamt 85 Millionen Euro mit liquiden Mitteln aus dem überschüssigen Cashflow getilgt. >>>Finanzen.net
Daimler verspricht weitgehend selbstfahrenden LKW: Der Truck-Hersteller will in rund zehn Jahren weitgehend autonom fahrende Lastwagen auf den Markt bringen. Das kündigte der Daimler auf der Konsumelektronik-Messe CES in Las Vegas an. >>>Wirtschaftswoche

INTERNATIONAL

Amazon weitet Lieferoption Key aus: Mit der Zustelloption "Key" können US-amerikanische Kunden Amazon-Boten Zugang zu ihrer Wohnung gewähren. 2019 will der Marktplatz die viel kritisierte Zustellvariante ausbauen. So sollen mit Key ab sofort nicht nur Amazon-Boten ins Haus gelassen werden können, aondern auch andere Dienstleister wie Handwerker oder Hundesitter. Wem das zu unheimlich ist, kann Amazon-Boten mit Key for Garage nicht ins Haus, aber doch zumindest in die Garage lassen. Eine zusätzliche Identifikation über das Feature "Ring integration" stellt sicher, dass auch die richtigen Personen den Key benutzen. >>>engadget
Was macht eigentlich Wish? Von dem erfolgreichsten E-Commerce-Start-up der letzten Jahre hört man in der Eigenkommunikation herzlich wenig, außer man liest wie Jochen Krisch die hauseigenen Stellenanzeigen: Demnach bedient Wish aktuell 350 Mio. Kunden mit nur 400 Mitarbeitern (vgl. Ebay will seine Nutzer auf 500 Mio. verdreifachen – aber wie?). Und mit täglich 3 Millionen verschickten Produkten soll sich der Umsatz 2018 auf 2 Mrd. Dollar verdoppelt haben. >>>Exciting Commerce
So nutzt Alibaba Sprachassistenten in der Logistik: Der chinesische Handelsriese setzt Sprachassistenten bereits millionenfach im Live-Betrieb seiner Logistiktochter Cainiao ein. Und wie eine Demonstration auf einer KI-Konferenz Ende 2018 zeigte, kommt er mit für Maschinen sonst schwierigen Elementen von Gesprächen gut zurecht. >>>Technology Review / heise.de
Kroger testet In-Store-Navigation: Die US-amerikanische Supermarkt-Kette testet gemeinsam mit Microsoft in zwei Filialen in den Staaten Ohio und Washington ihr als EDGE angekündigtes digitales Lager-System. Dabei zeigen digitale Displays an den Regalen Zusatzinformationen zu den dort gelagerten Produkten an. Eine neue App erlaubt es Kunden, anhand ihrer Einkaufsliste eine Einkaufsnavigation durch den Shop zu erstellen. >>>engadget
PepsiCo liefert per Robotoer: In den Wettbewerb um autonom fahrende Roboter zur Endkundenbelieferung steigt jetzt auch der US-amerikanische Getränke- und Lebensmittelkonzern PepsiCo ein. Zusammen mit dem kalifornischen Entwickler Robby Technologies erprobt PepsiCo jetzt auf einem College-Campus eine Flotte kleiner Liefer-Roboter, die Studenten mit Snacks und Getränken versorgen.>>>Lebensmittelzeitung (nur für Abonnenten)

BACKGROUND

Expansion nach China: Alternativen zu Alibaba: Wer seine Fühler nach China ausstreckt, muss nicht notwendigerweise auf die teuren Platzhirsche Alibaba und JD.com setzen. Es gibt auch günstigere Alternativen. >>>Internetworld
Verkaufen in Polen: Der polnische Online-Markt ist der stärkste E-Commerce-Markt Osteuropas, folgt aber eigenen Regeln. Amazon ist hier nicht vertreten, deshalb sind Hersteller-Shops hier beliebter als anderswo - und der lokale Marktplatz Allegro ist mit einem Marktanteil von 40 Prozent unverzichtbarer Partner für ausländische Händler, die nach Polen verkaufen wollen. >>>Onlinehändler-News
Über die Hälfte der Online-Händler fürchtet 2019 rechtliche Herausforderungen: Der Shopsoftware-Hersteller Shopware hat 750 seiner Händler zu ihren Geschäften und Herausforderungen befragt. Das Ergebnis: Die meisten Shopware-Händler schauen positiv ins nächste Geschäftsjahr – und meiden Marktplätze so gut es geht. Außerdem fürchten sie – noch vor der Konkurrenz und Amazon – rechtlichen Ärger. >>>shopanbieter.de
Sach- und Wertgutscheine sind jetzt Geschichte: Bisher gab es im deutschen Recht eine Unterscheidung zwischen Waren- und Sachgutscheinen sowie Wertgutscheinen, auch Rabattgutscheine erfasst das Gesetz bislang noch. Für Gutscheine, die nach dem 31.12.2018 ausgestellt werden, gelten nun aber im Zuge der EU-Gutschein-Richtlinie neue Regeln. Dazu gehört auch die Änderung der Definitionen verschiedener Gutscheingattungen. >>>Onlinehändler-News
Start-up vorgestellt: One2Five: Authentische Produktbewertungen zu bekommen, ist für Hersteller und Händler oft ­eine Herausforderung. One2Five will dabei helfen. >>>Internetworld

ZAHL DES TAGES

Der Umsatz des deutschen Einzelhandels hat 2018 zwischen 3,1 und 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt, so das Statistische Bundesamt. Wachstumstreiber bleibt der Internet- und Versandhandel. Er legte laut den Zahlen des Bundesamts in den ersten elf Monaten 2018 um 6,2 Prozent zu. >>>Handelsblatt
Jeder achte Online-Kauf (12 Prozent) in Deutschland wird zurückgeschickt. Vor zwei Jahren waren es noch 10 Prozent. Immerhin ist es bei ein Drittel der Online-Käufer (32 Prozent) höchstens jeder zehnte Einkauf, der zurückgegeben wird. >>>ibusiness

GEHÖRT

“Don’t be the city or state that flinches every time a corporation flexes its muscles. You have the opportunity that Seattle didn’t. We didn’t respond fast enough.”
Teresa Mosqueda, Stadträtin in Seattle, warnt ihre Kollegin in New York City davor, Amazon nach der Eröffnung dessen zweiten Hauptquartiers im Big Apple zu sehr freie Hand zu lassen. Stattdessen sollten sie sich frühzeitig darum kümmern, den Konzern bei aus dem Zuzug folgenden stadtplanerischen Problemen wie explodierenden Mieten in die Pflicht zu nehmen. >>>The Guardian



Das könnte Sie auch interessieren