logicsale 07.11.2016, 08:08 Uhr

"Der umkämpfteste Markt im Bereich Repricing ist Deutschland"

Der Preis ist auf Online-Marktplätzen mit der wichtigste Faktor, um eine Kaufentscheidung zu treffen. Eine Repricing-Software kann dabei eine Möglichkeit sein, Verkäufe und damit auch die Umsätze zu steigern.
Michael Kirsch, Gründer von logicsale
(Quelle: logicsale )
Ob es den Händlern gefällt oder nicht - auf Online-Marktplätzen wie Amazon oder eBay spielt der Preis eines Produkts mit die wichtigste Rolle bei der Kaufentscheidung. Daher nutzen mittlerweile einige Verkäufer Software, die ihre Preise für Artikel auf den Online-Marktplätzen dynamisch anpassen, um somit ihre Verkäufe und damit auch die Umsätze steigern zu können. Ein Anbieter einer solchen Software ist logicsale. Wie sich das Thema Repricing in Deutschland entwickelt und wie genau das Ganze eigentlich funktioniert, erzählt uns Michael Kirsch, Gründer von logicsale, im Interview.
Welche Vorteile bietet Repricing?
Michael Kirsch: In der heutigen Zeit ist es als Händler fast schon essentiell Repricing zu nutzen, um seine Umsätze zu optimieren. Einer der größten Vorteile des Repricings ist eine Umsatz- sowie eine Gewinnsteigerung. Das Ergebnis variiert allerdings von Händler zu Händler und hängt maßgeblich von den Potenzialen der Produkte ab. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass mit Hilfe von Repricing in der Regel eine Umsatz- und Gewinnsteigerung zwischen 30 und 40 Prozent erzielt werden kann.
Wie genau funktioniert Repricing?
Kirsch: Entscheidend ist erst einmal, dass der Händler eine Preisspanne für ein bestimmtes Produkt definiert. Also einen Mindest- und einen Höchstpreis festlegt. Dann ermittelt die Software was die Konkurrenz für Preise anbietet und errechnet auf dieser Grundlage den optimalen Preis. Je nachdem wie tief oder hoch der Händler mit seinem Mindestpreis gehen kann, wird dementsprechend Marge generiert. Und wir sorgen dafür, dass die Händler in der Liste der Angebote ganz oben aufgelistet sind, um somit dann auch die Verkaufschancen zu erhöhen.
Unterstützen Sie Händler bei der Definition der Preisspanne für bestimmte Produkte?
Kirsch: Ja, besonders in der Testphase unterstützen wir die Händler. Viele sind sich unsicher und geben nicht selten die Preisspanne für ein Produkt zu hoch oder zu niedrig an. Das muss man immer austesten und vor allem die Mitbewerber im Auge haben. Grundsätzlich kann man sagen, dass Repricing überall dort Sinn macht, wo ich auch Konkurrenten habe. Denn, wenn ein Produkt von zum Beispiel vier Mitbewerbern angeboten wird und der Händler mit seinem Produkt auf dem vierten Platz rankt, wird er es vermutlich nicht gut verkaufen. Mit Hilfe des Repricings rankt er aber mit diesem Produkt ganz oben und die Wahrscheinlichkeit für einen Verkauf ist um ein Vielfaches höher. Außerdem analysieren unsere Experten welche Produkte die höchsten Margenpotenziale haben.
Wie kann ich als Händler die Software in mein Warenwirtschaftssystem einbinden?
Krisch: Die Software lässt sich mit jedem Warenwirtschaftssystem verbinden. Das funktioniert, weil wir nur die Preise 'anfassen' und diese dann hochladen. Es geht nicht um Bestände oder Ähnliches, das über die Warenwirtschaft geregelt wird. Dadurch, dass wir nur mit den Preisen arbeiten, gibt es hier keinerlei Reibungspunkte.
Welche Produktkategorien eigenen sich besonders fürs Repricing?
Kirsch: Besonders Produkte aus dem Elektronik-Bereich eigenen sich fürs Repricing. In diesem Segment geht es eigentlich kaum noch ohne, denn hier herrscht einfach ein knallharter Preiskampf bei den Produkten.
Fangen Händler gerade erst an Repricing zu nutzen oder gibt es kaum noch Händler, die nicht damit arbeiten?
Kirsch: Also man kann schon sagen, dass Repricing den Markt mittlerweile bis zu 90 Prozent durchdrungen hat. Zwar gibt es auch Stimmen, die sich dagegen aussprechen und der Meinung sind, dass Repricing den Preis kaputt macht, aber die große Mehrheit setzt es dennoch ein. Wer auf den Einsatz verzichtet, wird in Deutschland einfach auf lange Sicht gesehen von der Konkurrenz überholt.
Wer zählt zu Ihren Kunden?
Kirsch: Wir haben uns zwar auf größere Händler spezialisiert, aber wir können aufgrund unseres Preismodells unseren Service auch ohne Probleme kleineren Händlern zur Verfügung stellen. Zu unseren Kunden zählen auch Start-ups, denn auch für kleine Händler kann ein Repricer lukrativ sein und einen enormen Umsatz-Push bewirken.
Womit genau verdienen Sie Geld?
Kirsch: Wir arbeiten auf Provisionsbasis. In der Regel ist es eine Provision pro verkauften Artikel. Es gibt das sogenannte Standardpreismodell, bei dem der Preis zwischen fünf und 20 Cent schwankt. Je mehr man aber verkauft desto günstiger wird es. Wir bieten allerdings auch Flatrates an, die mit einzelnen Händlern individuell vereinbart werden.
Gibt es internationale Märkte, in denen Sie vom Repricing abraten?
Kirsch: Als heiklen Markt für das Thema Repricing sehe ich derzeit eigentlich nur China. Alleine schon wegen der Sprachbarriere und den oft sehr günstigen Preisen der dortigen Mitbewerber. Der umkämpfteste Markt im Bereich Repricing ist aber meiner Meinung nach Deutschland, danach kommen UK und die USA.
Wie wichtig ist eine gute Datengrundlage für Ihre Arbeit?
Kirsch: Eine gute Datengrundlage ist der Schlüssel für unsere Arbeit. Wenn ein Händler bereits bei Amazon oder eBay verkauft, ist dessen Datengrundlage aber zumeist soweit ausreichend, dass wir ihm ohne große Probleme helfen können. Wir unterstützen die Händler auch im Bereich Produktbeschreibung etc.
Wie verlief dieses Jahr für Sie?
Kirsch: Zu 2016 kann ich sagen, dass es ein sehr anspruchsvolles Jahr war. Viele Mitbewerber sind an den Start gegangen, die den Markt mit ihren Dumping-Preisen ordentlich durchgemischt haben. Sich dagegen zu behaupten, war eine unserer Hauptaufgaben. Aber der haben wir uns gestellt und haben nur einen kleinen Prozentsatz an Kunden verloren. Mit diesem Ergebnis sind wir derzeit sehr zufrieden und ich denke, dass wir es geschafft haben uns am Markt zu etablieren.



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