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12.07.2016, 12:00 Uhr

So verkaufen Händler ihren Online-Shop

Es gibt viele Möglichkeiten, seinen Online-Shop zu verkaufen - doch nur wenige Shop-Betreiber wissen, welche das sind und worauf sie bei einem Verkauf achten müssen.
(Quelle: Shutterstock.com/Dooder)
Ein Online-Shop ist wie ein Baby, das man von klein auf großzieht und in das man jede Menge Herzblut investiert. Es beginnt mit ausgewählten Produkten auf einem Marktplatz. Nach einer Zeit wird das Baby größer und ein eigener Webshop wird eröffnet. Was als Nebenbeschäftigung gestartet ist, wird zum Fulltimejob.
An dieser Stelle muss sich ein Shop-Betreiber entscheiden, ob er mehr Zeit und Geld in die Arbeit mit dem Shop investiert oder ob er sich von dem Projekt trennt, es verkauft.
Auch aus Altersgründen würden Shops den Besitzer wechseln, sagt Peter Höschl, E-Commerce-Controlling-Experte bei Shopanbieter.de, einer Plattform, auf der Händler ihren Webshop zum Verkauf anbieten können. Denn ab einem Lebensalter von 55 Jahren sei ein steuerbegünstigter Verkauf möglich.
Händler, die ihren Shop verkaufen wollen, befinden sich auch oft in einer Wachstumsfalle: Die Umsätze solcher Shops liegen meistens zwischen einer und fünf Millionen Euro und haben großes Potenzial. Doch dem Betreiber fehlen die personellen und finanziellen Ressourcen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. "Insbesondere Verkäufe von größeren Online-Shops mit Jahresumsätzen von mindestens einer Million Euro treten vermehrt auf", erklärt Andreas Lux, Geschäftsführer Marcedo Shopservice, die Dienstleister für die Bearbeitung von Shop-Verkäufen zur Verfügung stellen.
Natürlich gibt es auch persönliche Gründe für einen Verkauf. Manche finden keinen Spaß mehr an der Arbeit mit dem Shop. Andere fühlen sich ausgebrannt. "Fatal ist es dann, wenn die Betreiber in solchen Fällen den Shop einfach schließen. Viele haben nicht das Bewusstsein, dass Online-Shops bares Geld wert sind", sagt Höschl.

Verkaufsbörsen für Online-Shops

Hat sich der Betreiber entschieden, seinen Online-Shop zu verkaufen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen existieren im Web mittlerweile einige Verkaufsbörsen für Online-Shops, in denen ein Verkäufer inserieren kann. Neben Shop­anbieter.de gibt es relativ neu auf dem Markt Projektify.de. Ebenso können Shop-Betreiber auf den Unternehmerbörsen Nexxt-Change von der Industrie und Handelskammer (IHK) sowie auf der Deutschen Unternehmerbörse (DUB) eine Anzeige schalten. Sowohl Shopanbieter.de als auch Projektify.de bieten den Usern weitere Services an. Sucht ein Betreiber zum Beispiel einen SEO-Experten, der vor dem Shop-Verkauf die Positionierung im Google-Ranking optimieren kann, oder einen Texter für die Produktbeschreibungen, so stellt Projektify.de den Kontakt her. Ist man hingegen auf der Suche nach Investoren für eine Beteiligung, unterstützt Shopanbieter.de den Händler bei der Suche.

So funktioniert die Kaufpreisermittlung

Mit die größte Herausforderung ist, einen konkreten Preis für einen Online-Shop festzulegen. Oft schätzen Händler den Verkaufspreis viel zu niedrig oder viel zu hoch ein. Diverse Portale wie Projektify.de oder Shopanbieter.de stellen daher ihren Usern Tools für die Ermittlung des Kaufpreises zur Verfügung. "Online-Shops, die allerdings auch Güter wie Lagerbestände etc. mit verkaufen, sollten sich fachliche Hilfe für die Preiskalkulation holen", sagt Dominic Lindner, Mitgründer von Projektify.de. Grundsätzlich könne man laut Lux auf der Grundlage der Umsatzentwicklung der letzten Jahre, dem EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) sowie den Prognosen für die kommenden Jahre einen Korridor für den Kaufpreis festlegen. Generelle Faustformeln funktionieren seiner Ansicht nach nicht. "Ob man letztendlich am oberen oder unteren Ende rauskommt, hängt von weiteren Faktoren wie guten Google-Rankings, Wiederkäufer­raten, Branchenaussichten, Shop-Gestaltung etc. ab", so der Geschäftsführer von Marcedo Shopservice weiter.




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