So lief das Digital-Jahr 2017

Amazon kriegt Stress mit der EU und Krach bei der dmexco

Oktober

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager stuft einen Steuer-Deal zwischen Amazon und dem Fürstentum Liechtenstein als illegal ein. Der E-Commerce-­Riese habe zu wenig Steuern bezahlt und müsse jetzt 250 Millionen Euro nachzahlen, lautet die Forderung aus Brüssel. In ­einem ähnlichen Fall hatte die EU-Kommission Irland bereits zum Eintreiben von bis zu 13 Milliarden Euro von Apple verdonnert. Irland stellt sich quer, die Brüsseler Behörde verweist den Fall daher an den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Im Fall von Amazon geht Kommissarin Vestager davon aus, dass drei Viertel aller ­Gewinne des Konzerns innerhalb der EU nicht korrekt versteuert sind.
Nach dem Aus für "Beef by Rewe" Ende August stellt der Handelskonzern Rewe mit Gartenliebe.de erneut eines seiner Online-Projekte ein. Rewe hatte Gartenliebe.de erst im November 2015 ins Leben gerufen und den Shop auf ein Sortiment mit 14.000 Artikeln ausgebaut.
Der Internet World Kongress wird zur unabhängigen Veranstaltung. Erstmals findet er im Forum der Technik im Deutschen Museum in der Münchner Innenstadt statt. Rund 250 Teilnehmer diskutieren über die Zukunft des E-Commerce. 

November

Tests von Facebook mit einem neuen Nachrichten-Feed verunsichern die Branche. Zum Teil geht die Reichweite von Firmen-Fanpages mit einem Schlag um 90 Prozent zurück. Ist das das Ende von Social Media Marketing, wie wir es kennen?
Völlig überraschend kündigt die Koelnmesse, Veranstalterin der dmexco, den Vertrag mit den beiden dmexco-Erfindern Frank Schneider und Christian ­Muche. Die beiden, so lässt die Messegesellschaft verlauten, hätten schwerwiegende Vertragsverletzungen begangen. Insider vermuten jedoch: Schneider und Muche sind der Koelnmesse zu teuer geworden. 
Am 11. November begeht China den "Single’s Day", einen Tag, an dem online zahllose Schnäppchen angeboten werden. Die Handelsplattform Alibaba verzeichnet an diesem Tag 292.824 US-Dollar Umsatz - pro Sekunde.

Dezember

Amazon und Google beharken sich. Weil Amazon sich bereits seit Längerem weigert, Googles Streaming-Stecker Chromecast zu verkaufen, sperrt Google Nutzer von Amazons Fire-Geräten von der Nutzung von Youtube aus. Die müssen sich jetzt fragen, ob es wirklich so schlau war, nicht gleich ein "normales" Android-­Gerät gekauft zu haben.
Der Europäische Gerichtshof fällt eine Grundsatzentscheidung bezüglich der Zulässigkeit von pauschalen Beschränkungen für den Vertrieb auf Online-Marktplätzen. Die sogenannten selektiven Vertriebs­modelle verstoßen nach Ansicht des EuGH gegen geltendes Recht und sind daher nur in eng gefassten Grenzen zulässig - pauschale Plattformverbote sind demnach nicht rechtens. Ausnahmefälle bedürfen ­einer nachprüfbaren Rechtfertigung.
Generationenwechsel beim Online-Vermarkterkreis: Rasmus Giese, Chef des Vermarkters United Internet Media, übernimmt den Vorsitz von OVK-Urgestein Paul Mudter, der das Amt seit 2006 innehatte. 



Das könnte Sie auch interessieren