Großer Jahresrückblick 27.12.2017, 09:16 Uhr

So lief das Digital-Jahr 2017

Die Börse hatte Party, die Politologen eher nervöse Zuckungen. 2017 brachte uns Trump, Google Home, Skandale und Skandälchen und abermals Rekordumsätze im E-Commerce. Ein Rückblick auf ein bewegtes Jahr.
(Quelle: shutterstock.com/Studiostoks)
Die schlechte Nachricht zum Beginn: Wer Anfang dieses Jahres nicht massiv Geld in Bitcoins angelegt hat, wird nach Weihnachten wieder zur Arbeit gehen müssen. Für Börsianer ist 2017 zwar allgemein ein gutes Jahr gewesen, aber die mehr als 1.200 Prozent, die die Cyberwährung in den vergangenen zwölf Monaten an Wert zugelegt hat, können selbst extrem erfolgreiche Unternehmen wie Apple und Google nicht toppen. Zwischen 20 und 40 Prozent gewinnen die Aktien des ­GAFA-Quartetts (Google, Apple, Facebook, Amazon) an Wert - allerdings legte der DAX ebenfalls um 22,1 Prozent zu.   

Januar

Am 9. Januar gedenkt die Welt Steve Jobs. Heute vor zehn Jahren stellte der Apple-Gründer das iPhone der Weltöffentlichkeit vor. Die Folgen sind bekannt. 
Yahoo benennt sich in Altaba um und verwaltet nur noch seine Alibaba-Anteile. Das Kerngeschäft sollte eigentlich Anfang 2017 an Verizon gehen, doch der Verkauf verzögert sich, nachdem Hacker-Attacken gegen Yahoo bekannt werden. 
Das Bundesamt für Sicherheit in der ­Informationstechnik (BSI) warnt vor über 1.000 deutschen Online-Shops, die von sogenannten Online-Skimming-Attacken betroffen sein sollen.
Die Deutsche Telekom verkauft ihre Anteile an der Tolino-Allianz an den ­japanisch-kanadischen E-Book-Hersteller Rakuten Kobo.
Donald Trump wird als 45. US-Präsident vereidigt. In einer seiner ersten Amtshandlungen weist der Twitter-Fan die Umweltbehörde EPA an, Materialien zum Klimawandel von ihrer Website zu entfernen. 
Die beiden Vermarkter Sevenone Media und Zalando Media Solutions verkünden eine Zusammenarbeit. Der eine liefert Reichweite, der andere detaillierte User-Daten. Das Ziel: genaue Targeting-Angebote für Werbekunden.
Dämpfer für die Begeisterung für Lieferdrohnen: Das Bundesverkehrsministe­rium präsentiert einen Plan, wonach man in Zukunft für größere Fluggeräte einen Führerschein und eine Versicherung braucht.

Februar

Nachdem sich der Handelsriese Metro in die zwei selbstständigen Unternehmen Metro und Ceconomy aufgespaltet hat, geht Ceconomy einen Schritt weiter und gründet einen eigenen Digital-Vermarkter - die Retail Media Group (RMG). Die Neugründung verfügt aus dem Stand über ­einen beachtlichen Datenschatz: Dank der Töchter aus den beiden Aufspaltungen (Saturn, Media Markt, Hitmeister, Redcoon, Metro und Real) kommt man ­gemeinsam auf bis zu zehn Millionen ­Online-Kundenkontakte täglich.
Ein Erlass des neuen US-Präsidenten Trump bringt das mühsam ausgehandelte Datenschutzabkommen "Privacy Shield" zwischen der EU und den USA in Gefahr. Trump hat in einer "Executive Order" die US-Dienste angewiesen, den Schutz personenbezogener Daten nur noch US Bürgern zu gewähren. "Privacy Shield" war erforderlich geworden, nachdem der EU-Gerichtshof das Vorgängerabkommen "Safe Harbor" für datenschutzwidrig erklärt hatte. Im Kern geht es um die Verarbeitung von ­Daten von EU-Bürgern auf Servern von US-Unternehmen.
Das Beratungsunternehmen Accenture übernimmt die Mehrheit an der Digital­agentur Sinner Schrader - ein Trend setzt sich fort. Wenig später kursieren Gerüchte, dass auch Accenture geschluckt werden soll, und zwar vom Datenbank-Spezialisten Oracle. Aber es bleibt nur bei einer ­intensiven Zusammenarbeit. 



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