Deutsche Post: Analysten erwarten geringeren operativen Gewinn

Prognose für das zweite Quartal

An dem Mittelfristziel der Post zweifeln Analysten nicht erst seit gestern. Von der Post selbst befragte Experten rechnen für 2020 im Schnitt nur mit einem operativen Gewinn (Ebit) von 4,71 Milliarden Euro. Das zweite Quartal des Logistikriesen dürfte von konjunkturellen Belastungen geprägt sein, schätzt Analyst Daniel Roeska vom US-Analysehaus Bernstein Research. Erst zum Kapitalmarkttag im November dürften sich die Schleier über der künftigen Strategie lüften.

Daher schätzen die Analysten, dass der operative Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgeht. Im Schnitt erwarten sie ein Ebit von 744 Millionen Euro, drei Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Beim Umsatz erwarten die Analysten mit knapp 15,6 Milliarden Euro zwar einen Anstieg um knapp vier Prozent. Unterm Strich steht auf ihrer Rechnung aber ein Überschuss von nur 422 Millionen Euro, rund 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Aktionäre mussten herbe Abstriche hinnehmen

Die Aktionäre der Deutschen Post mussten im vergangenen Jahr herbe Abstriche hinnehmen. Eine zunächst untersagte Portoerhöhung und die Gewinnwarnung im Sommer belasteten den Kurs der Aktie. Zusätzlich setzte der Handelsstreit das konjunktursensible Papier zu dieser Zeit bereits unter Druck. Vor allem das Wachstum des internationalen Expressmarktes, der Gewinntreiber der Post, ist stark von der Konjunktur abhängig. Am Ende stand bei der Post-Aktie innerhalb von zwölf Monaten ein Wertverlust von fast 40 Prozent. Die Aktie kostete im Dezember zeitweise weniger als 24 Euro.

Seitdem konnten die Post-Aktien zwar wieder einiges wettmachen. Der Wert der Aktie legte seit Beginn des Jahres um rund 17 Prozent zu. In die Nähe seines Höchstwertes von 41,36 Euro Ende 2017 kam das Papier allerdings nicht mehr heran. Am Montag zahlten Anleger noch rund 28 Euro. Immer wieder litt der Kurs unter dem Handelszwist zwischen den USA und China. Die Zahlen aus dem ersten Quartal spendeten den Anlegern wenig Trost.



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