Crowdfunding-Pleite 11.02.2014, 14:49 Uhr

Sportrade ist insolvent

Der Sportartikelhändler Sportrade ist pleite. Es ist die erste Insolvenz, die ein Start-up anmelden muss, das zuvor Geld über die Crowdfunding-Plattform Companisto eingesammelt hat.
(Quelle: shutterstock.com/Dudarev Mikhail)
Im Oktober 2013 hat Sporttrade über die Crowdfunding-Plattform Companisto 10.000 Euro eingesammelt. 419 Geldgeber haben sich an dem Online-Händler beteiligt. Jetzt ist Sportrade insolvent, und ob die Investoren ihr Geld wiedersehen, ungewiss.
Wie das Wall Street Journal berichtet, wurden die Geldgeber am 31. Januar im geschlossenen Investorenbereich und per Brief informiert. Am 10. Februar teilte nun auch Companisto-Geschäftsführer David Rother auf dem Firmenblog mit, ihn habe in der vergangenen Woche überraschend die Nachricht erreicht, "dass die sporTrade GmbH Insolvenz angemeldet hat".
Der Online-Marktplatz für neue und gebrauchte Sportartikel wurde bereits vor der Companisto-Kampagne im Jahr 2011 gegründet. Wie auch David Rother schreibt, haben vor und nach dem Crowdfunding die Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin (IBB Bet.) sowie mehrere Business Angels und VCs in das Start-up investiert. Im August 2013 beteiligten sich etwa die German Startups Group sowie Altgesellschafter Hans-Dieter Lohmann und der VC Fonds Kreativwirtschaft an einer Investitionssumme im sechsstelligen Bereich
Noch Anfang Dezember 2013 konnte eine Kapitalerhöhung über einen sechsstelligen Betrag beurkundet werden. Ende Januar wurde dann allerdings in einer außerordentlichen Sitzung der Sportrade-Gesellschafter die Entscheidung gefällt, "dass eine Tranche aus der vorangegangenen Kapitalerhöhung nicht zur Auszahlung kommen wird, da die dafür erforderlichen Meilensteine nicht erreicht wurden", so Rother. "Die sporTrade GmbH wurde nach eigenen Angaben von dieser Entscheidung überrascht und hatte nicht mit ihr gerechnet."
Nun werde mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter nach Lösungen gesucht, wie vorhandene Sachwerte des Sportartikelhändlers bestmöglich zum Wohle der Gläubiger und Investoren verwertet werden können.
Trotz dieser Pleite erfreut sich Crowdfunding weiterhin großer Beliebtheit. Die Crowdfunding-Plattform Indiegogo selbst hat in einer B-Finanzierungsrunde 40 Millionen US-Dollar erhalten.



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