Industriegerätehersteller 31.03.2019, 10:08 Uhr

B2B-Händler Expondo: Produkte am Fließband

Der Hersteller Expondo ist spezialisiert auf Industriegeräte verschiedenster Art. Gefertigt wird in Fernost, als Absatzkanal dient ein europaweites Netzwerk von Marken-Shops.
Der Firmensitz von Expondo in Berlin
(Quelle: Expondo )
Die Megatrends Globalisierung und Digitalisierung haben auch das Konzept "Markenhersteller" kräftig auf den Kopf gestellt: Wo sich einst Traditionsunternehmen mit eigener Fertigungskapazität auf ihr Produkt spezialisierten, gibt es heute eine neue Generation von Herstellern wie beispielsweise Chal-Tec und KW Commerce, die in schnellem Takt neue Produkte entwickeln, kostengünstig in Asien fertigen lassen und unter verschiedenen Markennamen auf Online-Marktplätzen wie Amazon und eBay verkaufen.
Dass dieses Phänomen nicht nur auf den Endkundenmarkt beschränkt ist, zeigt der Berliner Industriegerätehersteller Expondo. "Wir sind eine richtige Produkt-Shooting-Maschine", erklärt Unternehmensgründer Piotr Stach. Expondo führe heute jährlich rund 1.000 neue Produkte ein und habe zur Generierung neuer Ideen einen speziellen Produktfindungsalgorithmus entwickelt. Mit einer Vielzahl von Marken ist der Hersteller dabei unter anderem im Gastronomie-, Handwerks-, Industrie- und Sportbereich aktiv. Das Prinzip ist immer das gleiche: Expondo zielt auf den B2B-Markt, lässt in Fernost produzieren und verkauft seine Waren im eigenen Shop sowie auf den einschlägigen Online-Marktplätzen.

Vom eBay-Händler zum Markenhersteller

Gegründet wurde Expondo 2007, als sich Stach und sein Mitgründer Waldemar Moss noch im Studium befanden. "Wir haben zunächst gebrauchte Geräte, Werkzeug und Ähnliches bei Ebay verkauft und dabei gemerkt, dass es im B2B-Markt ein großes Interesse an günstigen Angeboten gibt", erzählt Stach. Mit einem in China eingekauften Kranwagen, den man in Deutschland 50 Prozent unter den üblichen Marktpreisen anbieten konnte, versuchten die beiden Gründer erst mal ihr Glück als Importeure von Neuware.
Bestätigt durch ihren Erfolg boten Stach und Moss unter dem Namen Expondo schnell immer mehr Industriegeräte an - erst als Händler, bald darauf auch als Hersteller. "Heute verkaufen wir zu 95 Prozent Eigenmarkenartikel", berichtet Stach. Nachdem man in der Anfangsphase stark auf Online-Marktplätze gesetzt habe, verkaufe Expondo heute rund zwei Drittel seiner Geräte über den eigenen Shop. 2018 kam das Unternehmen damit auf einen Gesamtumsatz von mehr als 40 Millionen Euro. Der Erfolg sei dabei fast ein Selbstläufer gewesen: "Wir mussten nicht groß nach Kunden suchen - wir wurden gefunden", erklärt Stach. Vor allem bei kleinen und mittleren Firmen gebe es einen riesigen Bedarf an günstigen Maschinen. Und im Amazon-Zeitalter suchten auch B2B-Einkäufer online nach bequemen Bestellmöglichkeiten.

Mehr Produkte und mehr Beratung

"Professionelle Beratung ist im B2B-Bereich das A und O": Piotr Stach, Co-Gründer Expondo
(Quelle: Expondo)
Um weiter zu wachsen, ergänzt Expondo ständig das Sortiment. Das geschieht durch den Einstieg in neue Geschäftsfelder wie zuletzt Sportstudios und Tierhaltung, aber auch durch die Zusammenarbeit mit Drittanbietern: "Im Gastronomiebereich braucht man beispielsweise 40.000 Artikel, das können wir nicht alles mit unserer Eigenmarke abdecken", erklärt Firmengründer Stach. Doch wolle Expondo immer in der Händlerrolle bleiben und sich nicht von einem Online-Shop zu einem Marktplatz entwickeln.
Eine weitere Wachstumschance sieht Stach in der Ausweitung der im Shop angebotenen Beratungsservices. So bemühe man sich, zu jedem neuen Eigenmarkenprodukt ein zugehöriges Beratungsvideo zu produzieren. Ergänzend dazu sollen künftig auch Expondo-Kunden unter dem Motto "Expert World" selbst als Berater fungieren. "Wir planen den Aufbau eines Netzwerks, bei dem Kunden eine Provision als Belohnung erhalten, wenn sie andere Kunden zu den von ihnen gekauften Produkten beraten. Das ist nicht ganz einfach, aber professionelle Beratung ist gerade im B2B-Bereich das A und O."

Multishop-Strategie

Abgerundet werden die Wachstumspläne von Expondo durch eine Multishop-Strategie. "Wir arbeiten am Ausbau der Shops für unsere Marken - so bekommen die Kunden noch stärker das Gefühl, dass sie bei echten Experten sind", erklärt Stach. Zudem gebe es den Expondo-Shop bereits in 21 europäischen Landesvarianten. "Die Internationalisierung ist nicht so schwer, wie man denkt. Man braucht eine Domain sowie eine lokale Adresse und Telefonnummer, den Rest können wir aus unserer Zentrale und unserem Zentrallager in Berlin erledigen." Neben Deutschland verzeichnen die ehrgeizigen Unternehmer inzwischen auch in Polen, Frankreich, Spanien, Italien und den nordeuropäischen Ländern substanzielle Umsätze.
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(Quelle: Ebner Media Group)



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