Fulfillment by Amazon 22.11.2018, 14:20 Uhr

Warum deutsche Amazon-Seller FBA nutzen - und warum nicht

Rund 45 Prozent der deutschen Amazon-Händler versenden ihre Ware via Fulfillment by Amazon (FBA). Die Meinungen von Kritikern und Befürwortern des Logistik-Services gehen weit auseinander.
(Quelle: shutterstock.com/rvlsoft)
Amazons Logistik-Service Fulfillment by Amazon (FBA) wird immer wichtiger für die Marketplace-Händler. Das zeigen aktuelle Zahlen des US-amerikanischen Marktplatz-Analyse-Dienstleisters Marketplace Pulse. 52 Prozent aller Amazon-Händler weltweit lagern demnach Ware in den Amazon-Lagern ein. Besonders FBA-affin sind US-amerikanische (72 Prozent) und chinesische (69 Prozent) Amazon-Verkäufer. 
Deutsche Händler sind gegenüber dem Fulfillment-Angebot des E-Commerce-Riesen etwas skeptischer als der Durchschnitt; aber auch hierzulande nutzen 45 Prozent der Amazon-Seller FBA, so die Marketplace Pulse-Zahlen. Dabei fällt das Urteil über den Fulfillment-Service durchaus kritisch aus, wie eine kurze Umfrage unter Amazon-Sellern in den einschlägigen Händlergruppen auf Facebook zeigt. 

Befürworter und Kritiker

So beklagen sich die FBA-Kritiker über ihre Waren und Probleme durch fehlerhafte Einbuchung der Warenbestände, beschädigte Produkte, lange Lieferzeiten und hohe Retourenquoten. Aber auch die mangelnde Kontrolle über die eigenen Warenbestände hält viele davon ab, FBA zu nutzen. 
Befürworter hingegen schwärmen davon, dass FBA-gelistete Produkte in den Suchergebnis-Listen besser abschneiden und es öfter in die Buy Box schaffen - was den Absatz deutlich steigert. Andere Händler würden aus genau diesem Grund gerne FBA nutzen, können es aber nicht, weil ihr Sortiment dafür nicht geeignet ist. 
"FBA ist für alle Händler eine Lösung, die nicht über eine eigene Logistik verfügen. Da punktet FBA mit Kostenentlastung, und natürlich mit der Chance auf höhere Abverkaufszahlen", so Wortfilter-Betreiber Mark Steier. "Händler mit großvolumigen Artikeln versenden eher selbst, weil sie die Lagerung und Logistik selbst besser und günstiger abwickeln können. Personalisierte Artikel wie Tassen oder der Fashion-Bereich sind genauso wenig für FBA geeignet. Es kommt also auf das Produktsortiment und auf den Händler an, ob FBA eine sinnvolle Logistik-Lösung ist oder nicht."

FBA + FBM: Mit eigenen Daten zu schlauen Lösungen

Von einer dritten Lösung berichtet der Händler Oliver P. im Gespräch mit Internetworld.de. Er nutzt FBA, versendet aber auch selbst aus dem eigenen Lager. Welche Produkte er zu Amazon schickt, wählt er genau aus. "Wir lagern Einzelprodukte bei FBA und schaffen es mit deren Listings so leichter in die Buy Box - die in 90 Prozent der Fälle über den Kauf eines Produkts entscheidet", berichtet der Händler. "Auf der Produktdetailseite des Einzelprodukts biete ich meinen Kunden aber dann für sie sinnvolle, kostensparende Doppelpacks oder Produkt-Bundles als Variante an, die ich nicht über FBA, sondern selbst aus meinem eigenen Lager verschicke."
So spart P. die FBA-Gebühren für diese Artikel und kann sich unterm Strich über mehr Marge freuen. "Man muss sich eben bei Amazon seine Daten genau anschauen und schlaue Lösungen finden", ergänzt der Seller. "Den Tiger reiten, statt sich von ihm fressen lassen", nennt Oliver P. seine Strategie.



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