Serie, Teil 1 23.10.2017, 08:06 Uhr

Amazon SEO: So verbessert ihr eure Sichtbarkeit

Amazon ist der POS im Online-Handel. Eine perfekte Produktplatzierung mit geeigneten SEO-Maßnahmen wird mit signifikant höheren Umsätzen belohnt.
(Quelle: shutterstock.com/littleny)
Von Aike Schultheis, Head of SEO und Amazon SEO bei der Performance Agentur Ad Agents
Amazon ist nicht nur eine, es ist die Verkaufsplattform. Mehr als die ­Hälfte aller Produktsuchen beginnen bei Amazon und 90 Prozent der deutschen Online-Shopper sind Amazon-Kunden. Damit stellt sich für Hersteller und Händler nicht die Frage, ob sie auf Amazon präsent sein sollen, sondern wie. Während manche Produkte von Top-Platzierungen profitieren, sind andere kaum auffindbar im Amazon-Universum. Amazon SEO macht den Unterschied.

Amazon SEO - worum geht es?

Vom Google-Kosmos her kennen Marketingverantwortliche bereits Search Engine Optimization (SEO). Im Amazon-Umfeld geht es um das gleiche Ziel, doch die Stellschrauben sind oftmals andere.
Grundsätzlich bezeichnen wir mit Amazon SEO oder Amazon Marktplatzoptimierung (MPO) alle Maßnahmen der Produktdarstellung mit dem Ziel, das organische Ranking zu verbessern. Der Kunde, der eine Suche startet, ­bekommt in der Regel mehr Ergebnisse gelistet, als er je in Betracht ziehen ­könnte. Eine Suche nach "Handyhülle" etwa führt zu nahezu zwei Millionen Treffern. Wie ­also schaffen es Unternehmen, sich unter den Top-Ergebnissen zu platzieren?

Verständnis für den Algorithmus

Jede Suchanfrage bei Amazon wird über den Suchalgorithmus A9 bearbeitet. Er wertet die Anfrage aus, sucht die Ergeb­nisse und stellt eine Rangfolge auf. Der ­Algorithmus wird regelmäßig angepasst, neue Werte werden erfasst oder alte neu gewichtet. Es ist wichtig, die Funktionsweise kontinuierlich zu überprüfen, da Amazon sich mit Veröffentlichungen hierzu sehr bedeckt hält.
Oberste Priorität von Amazon ist der Verkauf von Produkten. Diesem Ziel ist die Erstellung der Rangfolge ganz klar ­untergeordnet. Amazon möchte, anders als Google, kein Informationsbedürfnis bedienen, sondern ein Kaufinteresse mit möglichst wenigen Klicks zu einem Kaufabschluss führen. Sobald ein Kauf über den Marktplatz abgeschlossen wird, profitiert Amazon durch Marge oder ­Provision. Daher stehen für Amazon Produkte mit hoher Kaufwahrscheinlichkeit, bezogen auf die jeweilige Suchanfrage, weit vorne. Das muss nicht zwangsläufig das am besten passende Produkt für den Kunden sein, sondern das Produkt, das am ehesten gekauft wird. Ein feiner Unterschied, den Verkäufer unbedingt beachten sollten.
Im Detail betrachtet der Amazon-Suchalgorithmus verschiedene Ranking-Faktoren zu jedem Produkt. Jedes Merkmal fließt mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtbewertung ein. In der letzten Zeit hat es sich durchgesetzt, die Ranking-Faktoren in zwei Kategorien einzuteilen: Performance-Faktoren und Relevanz-Faktoren.

Mit Inhalten punkten: Die Relevanz-­Faktoren

Welches Produkt erwartet der Nutzer zu finden? Diese Frage wird von den Relevanz-Faktoren beantwortet. Je nach Suchwörtern wird nach passenden Begriffen und Synonymen in den entsprechenden Textfeldern gesucht. Um die Frage möglichst treffend zu beantworten, werden sämtliche Textfelder wie Titel, Search Terms, Bulletpoints und Produktbeschreibungen herangezogen. Die Art des Textfelds und die Positionierung fallen dabei unterschiedlich ins Gewicht - die Headline hat mehr Bedeutung als die Detail­beschreibung und je weiter vorne ein Keyword platziert wird, desto mehr Gewicht wird ihm eingeräumt.
Als Verkäufer heißt es daher, eine qualitativ hochwertige Produktdatenpflege zu betreiben. Hierzu gehört die Überprüfung aller Textfelder und die richtige Verwendung der Keywords in Headlines, Bullets und Produktbeschreibung. Viele Produkte weisen eine zu ­geringe Textmenge auf für eine sinnvolle Auswertung durch den Amazon-Such­algorithmus, das bedeutet, es muss ­zunächst sinnvoller Content in ausreichender Menge erstellt werden.
Tipp: Verwenden Sie zusätzlich zu den ­gewünschten Keywords auch Synonyme im Text - der Suchalgorithmus belohnt Sie mit mehr Reichweite!

Kein Content ohne Keyword-Analyse

Bevor Sie loslegen, Ihren Content zu ­erstellen und Headlines zu optimieren, prüfen Sie genau, auf welche Keywords Sie ranken möchten. Konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Suchwörter. Es ist besser bei einigen Keywords auf Seite 1 der Ergebnisse gefunden zu werden, als bei ­allen auf Seite 5. Eine gute Keyword-Analyse bringt die wesentlichen Suchbegriffe ans Licht, die Ihr Produkt enthalten sollte. Aus der Liste von Keywords und Synonymen wählen Sie die Begriffe, die besonders hohe Suchvolumen aufweisen und die ­besonders gut für Ihr Produkt passen. Je höher die Bedeutung des Keywords, desto prominenter ist sein Platz in den Produktdaten. Scheuen Sie sich nicht, auch Synonyme wie "Kaffee-Vollautomat" und "Kaffeemaschine" zu verwenden.
Tipp: Das Haupt-Keyword samt Synonym gehört in die Headline! 
Nicht nur Texte, auch Bilder sind ausschlaggebend für ein positives Nutzer­erlebnis und damit für eine gute Ranking-Position. Mehrere hochauflösende Bilder mit verschiedenen Ansichten und passenden Beschreibungen sollten Pflicht sein. Bei Grafiken mit hoher Auflösung wird automatisch eine Zoomfunktion eingerichtet, was sich ebenfalls positiv auf die User-Experience auswirkt.
Nicht zuletzt empfiehlt es sich, die wichtigsten Keywords im Seller/Vendor-Central von Amazon zu hinterlegen. Das Central ist die Bedienoberfläche für Händler und Hersteller und für den User selbst nicht sichtbar, für den Amazon-Suchalgorithmus aber sehr wohl. Hier lassen sich unter dem Feld "Search Terms" weitere Keywords hinterlegen. Füllen Sie dieses Feld insbesondere auch mit intuitiven oder falschen Schreibweisen.
Hilfreich zu wissen: Ein Bindestrich wird wie eine "Und"-Verbindung behandelt, sodass der Begriff "Kaffee-Filter" gleich für mindestens sieben Suchbegriffe passt, nämlich "Kaffeefilter", "Kaffee", "Filter", "Kaffee Filter", "Filter Kaffee", "Filter-Kaffee" und natürlich "Kaffee-Filter".



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