Kampf gegen Betrüger 17.02.2020, 13:31 Uhr

Amazon: Mit One-Click-Bewertung gegen Fake Reviews

Vor einigen Monaten führte Amazon mit der One-Click-Bewertung ein neues Modell für Kundenfeedback ein. Jetzt zieht der E-Commerce-Riese ein erstes positives Fazit, auch in Bezug auf die Sichtbarkeit von Fake Reviews.
(Quelle: shutterstock.com/Profit Image )
Amazon kämpft immer noch gegen Fake-Bewertungen auf seiner Plattform. Doch seit der Einführung der Ein-Klick-Bewertung verzeichnet der Online-Riese eine positive Entwicklung auf seinem Marktplatz, berichtet Vox.com.
Produktbewertungen abzugeben kostet Zeit und Muße. So wird Feedback meistens nur dann abgegeben, wenn es etwas zu bemängeln gibt. Um es Käufern leichter zu machen, ihre Meinung zu den von ihnen gekauften Produkten mitzuteilen, hat Amazon im September vergangenen Jahres die One-Click-Bewertung eingeführt. Dabei können Webshopper eine Rezension abgeben, ohne dass sie dazu einen Text verfassen müssen. Die Bewertungsoption ist allerdings nur für Kunden verfügbar, deren Kauf verifiziert ist.
"Je mehr Kunden, die das Produkt gekauft haben, Feedback geben, desto genauer spiegelt die Sternenbewertung die Erfahrung aller Käufer wider", so Amazon-Sprecherin Angie Newman.

Zunahme des Kundenfeedbacks

Diese neue Regelung hat bereits zu einer Zunahme des Kundenfeedbacks geführt. Zudem erhalten neue Produkte auf dem Online-Marktplatz durch die neue Feedback-Möglichkeit schneller eine relevante Anzahl an Bewertungen. Für neue Marken und Händler ein wichtiger Vorteil. Der deutliche Anstieg der authentischen Bewertungen führt laut Branchenbeobachtern außerdem dazu, gefälschte Bewertungen weniger Sichtbarkeit einzuräumen.
"Wenn die Anzahl der Bewertungen steigt, können die Kunden eine größere Menge und damit eine genauere Bewertung sehen", sagt Patrick Miller, Mitbegründer von Flywheel Digital, einer Agentur, die große Verbrauchermarken beim Verkauf auf Amazon unterstützt.
Die neue Bewertungsfunktion kommt zu einer Zeit, in der gefälschte Rezensionen mehr Aufmerksamkeit von den Medien, den Regulierungsbehörden und von Amazon selbst auf sich ziehen. Der E-Commerce-Riese hat in den letzten fünf Jahren mindestens fünf Klagen im Zusammenhang mit gefälschten Rezensionen eingereicht. Gefälschte positive Bewertungen können zum Kauf minderwertiger Waren und zu Misstrauen unter den Käufern führen. Aber in bestimmten Kategorien kann eine positive Rezension eines schlechten oder fehlerhaften Produkts auch durchaus gefährlich sein.
Amazon teilt nicht genau mit, wie sich die Sternebewertung konkret zusammensetzt. Es ist nur bekannt, dass es sich bei der Sterneanzahl nicht um einen einfachen Durchschnitt handelt, sondern, dass "maschinell erlernte Modelle" zur Berechnung herangezogen werden. Ob Ein-Klick-Bewertungen dabei die gleiche Gewichtung erfahren wie schriftliche Rezensionen ist nicht klar.

Nicht zu 100 Prozent sicher

Das neue Bewertungsmodell ist allerdings auch nicht zu 100 Prozent vor Missbrauch sicher. Eine beliebte Methode von Betrügern ist das Anwerben von Käufern in privaten Facebook-Gruppen. Sie versprechen den Webshoppern den Betrag für das gekaufte Produkt über PayPal zu erstatten, nachdem die Käufer den Nachweis erbracht haben, dass sie eine Fünf-Sterne-Bewertung geschrieben haben.
Doch um einen tatsächlichen Einfluss zu erzielen, müssen die Betrüger mehr gefälschte Rezensionen kaufen als früher - da durch die neue Bewertungsmöglichkeit die Gesamtmenge des Kundenfeedbacks wächst.
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Quelle: Ebner Media Group




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