Zahlen-Leak 19.06.2019, 21:01 Uhr

Amazon dementiert vehement

Inmitten der Branchenaufregung um die geleakten Zahlen zum Außenhandels-Umsatz von Amazon bricht der E-Commerce-Riese sein Schweigen und dementiert die Zahlen vehement. Das Dementi wirft aber neue Fragen auf. 
(Quelle: shutterstock.com/Eric Broder Van Dyke)
Am Dienstag ging eine E-Mail durch die Fachpresse, die Amazon.de an mehrere Händler verschickt hatte. In der Mail, die die angeschriebenen Seller eigentlich für den Verkauf auf Amazon.com begeistern sollte, verriet der Online-Marktplatz mehrere Zahlen zum Handelsumsatz auf seinen Plattformen, aus denen sich der lange geheim gehaltene Marktplatz-Brutto-Umsatz von Amazon.de ableiten ließ
Am Tag des Leaks wollte sich Amazon zu den sensationellen Zahlen zunächst nicht äußern: "Wir bitten um Verständnis, dass wir Spekulationen nicht kommentieren", so eine Amazon-Sprecherin auf Anfrage von INTERNET WORLD BUSINESS. Einen Tag später hat der E-Commerce-Riese seine Meinung offenbar geändert - und dementiert ungewohnt vehement.
"Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt", ließ die Amazon-Sprecherin am frühen Mittwochabend verlauten. "Die Person, die diese Informationen zusammengestellt hat, hat Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun haben. Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen und es wäre falsch, anzunehmen, dass diese Zahlen etwas über das Geschäft von Amazon in Deutschland oder auf der ganzen Welt aussagen."

Es bleiben Fragen offen

Das Dementi scheint eindeutig: Die relevanten Angaben aus der geleakten Mail wie "Amazon.com ist Amazons weltweit größter Marktplatz: 50 Prozent des Amazon-Umsatzes wird auf Amazon.com generiert. Auf Amazon.com wird sieben Mal so viel Umsatz generiert wie auf Amazon.de, mit nur halb so vielen Händlern." erlauben keine Aussagen über Amazons Geschäfte. 
Es bleibt aber die Frage offen: Wie sind diese brisanten Informationen in Vertriebs-Mails an mehrere Amazon-Seller geraten - und noch dazu über mehrere Monate hinweg? Und wenn diese Informationen tatsächlich falsch sind - auf welcher Basis können diese Seller dann Geschäftsentscheidungen über einen Verkauf auf Amazon.com treffen?



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