Gesperrte Ads 21.03.2019, 10:11 Uhr

Amazon blockiert Werbung für unprofitable Produkte

Amazon sperrt Anzeigen für Produkte, mit denen der E-Commerce-Riese kein Geld verdienen kann. Erst wenn der Vendor die Kosten für das Produkt senkt, wird der Artikel wieder für Werbung zugelassen.
(Quelle: shutterstock.com/Denys Prykhodov )
Amazon schließt unprofitable Produkte von seinem Werbeprogramm aus, berichtet CNBC. Konkret blockiert der E-Commerce-Riese Artikel, wenn diese nicht mit einem Gewinn weiterverkauft werden können.
In den vergangenen Monaten hatte Amazon einigen Vendoren (Markenherstellern) mitgeteilt, dass Artikel nicht für Werbung zugelassen werden, wenn Amazon diese nicht mit Gewinn weiterverkaufen kann. Kostet Amazon also zum Beispiel eine Wasserflasche fünf US-Dollar für Lagerung, Verpackung und Versand, darf der Hersteller keine Werbung dafür machen. Denn Amazon würde mit dem Verkauf keinen Gewinn machen können.
In einer E-Mail, die CNBC vorliegt, teilte Amazon einem Vendor mit: "Eines oder mehrere Ihrer Produkte sind nicht mehr für Werbung zugelassen, da der Verkauf dieses Produkts auf Amazon.com derzeit zu einem Verlust für Amazon führt." In der E-Mail heißt es weiter, dass die Marke die Kosten des Produkts senken muss, um wieder für Werbemaßnahmen zugelassen zu werden.
Seller, die mehr als die Hälfte der bei Amazon verkauften Produkte ausmachen, sind von dem Vorgehen nicht betroffen. Die neue Regelung zielt in erster Linie auf Vendoren ab.

Amazon strebt nach mehr

Im vergangenen Quartal erzielte Amazon mit drei Milliarden US-Dollar den höchsten Reingewinn seiner Unternehmensgeschichte. Der Jahresüberschuss verdreifachte sich auf zehn Milliarden US-Dollar. Doch Amazon strebt nach mehr und will aus dem Geschäft mit margenschwachen Produkten das Beste für sich herausholen.
Aus diesem Grund drängt Amazon die Marken, ihre Preise zu senken, wenn sie Werbung für ihre Produkte auf dem Online-Marktplatz machen wollen. "Amazon versucht, noch profitabler als in der Vergangenheit zu werden", sagte Joe Hansen, CEO von Buy Box Experts, einem Unternehmen, das Firmen hilft, über Amazon zu verkaufen. "Die neue Regelung zeigt, dass es eine Verzerrung im Amazon-Anzeigenservice gibt, obwohl sie behaupten, dass es sich um eine offene Werbeplattform handelt."
Die neue Maßnahme bezüglich der Anzeigenschaltung ist nur ein Schritt von vielen, die Amazon derzeit unternimmt, um die Geschäftszahlen noch weiter zu verbessern. Erst vor wenigen Wochen kündigte der E-Commerce-Riese an, seine 87 Pop-up Stores zu schließen. Im Gegenzug will Amazon stationäre, dauerhafte Buch- und 4-Sterne-Läden ausbauen. Des Weiteren führte der Marktplatz-Betreiber in den USA "Amazon Day" ein. Bei dem Service können sich Kunden alle bestellten Waren an einem ausgewählten Tag der Woche gebündelt zustellen lassen. Das soll dazu führen, dass die Versandkosten reduziert werden.



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