15. Oktober 1998 15.10.2018, 15:03 Uhr

20 Jahre Amazon Deutschland

Vor 20 Jahren ging Amazon.de an den Start. Seither hat sich die Seite zu einer Plattform gewandelt - und auch die Services sind um ein Vielfaches umfangreicher geworden. Wir werfen einen Blick auf einige Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre.
(Quelle: shutterstock.com/Jonathan Weiss)
Am 15. Oktober 1998 ging in Deutschland die Website Amazon.de live. Zum Start stellte der Webshop nur Bücher zum Kauf zur Verfügung. Online-Shopper konnten aus 700.000 deutsch- und englischsprachigen Titeln wählen, wie die Computerwoche seinerzeit berichtete. Die Webseite umfasste damals eine einfache Suchmaschine, Bestseller-Listen sowie einen Geschenkservice, über den die Bücher in passendem Geschenkpapier verschickt werden konnten.
Seither hat sich auf Amazon.de einiges getan: Deutschland hat sich in den Jahren für Amazon zu seinem wichtigsten Auslandsmarkt entwickelt. Ein wichtiger Punkt, der dazu beigetragen hat, war Amazons Wandlung von einer reinen Website hin zu einer Plattform. Auch die Services, die den Usern heutzutage zur Verfügung stehen, sind um ein Vielfaches umfangreicher.
Bereits 1998 versprach Jeff Bezos den deutschen Kunden eine schnelle Lieferung frei Haus, eine 30-tägige Rückgabegarantie und eine kostenlose Zustellung. Mit dem 2007 gelaunchten Treueprogramm Amazon Prime kamen zahlreiche weitere Vorteile hinzu. Mitglieder erhalten für einen jährlichen Beitrag von 69 Euro unter anderem kostenlosen Versand der Bestellungen innerhalb von zwei Tagen, sie können sich Filme und Serien per Streaming ansehen und erhalten unbegrenzten Speicherplatz für ihre Fotos.
Zudem können sich Prime-Nutzer ohne weitere Kosten E-Books aus der Kindle-Bibliothek ausleihen sowie Musik über Amazon Music streamen. 2015 ist Amazon mit Prime Music in Deutschland gestartet, ein kostenloses Musik-Streaming-Programm für Prime-Kunden. Zwei Jahre später ging der Lebensmittellieferdienst Amazon Fresh an den Start. Die User aus den Regionen um Berlin, Hamburg und München können sich seither frische Lebensmittel zustellen lassen. Das ist zwar auch mit dem Service von Amazon Prime Now möglich, doch das Warenangebot von Amazon Fresh ist um ein Vielfaches höher.

Das Mitglieder-Programm Amazon Prime bietet den Usern eine beachtliche Summe an Services. Das Angebot reicht von der kostenlosen Lieferung über das Streaming von Filmen bis hin zum Zugang zu Amazon Fresh. Wir geben einen Überblick.

Amazons erster Prime Day

Ein weiteres wichtiges Ereignis in den vergangenen 20 Jahren war der Amazon Prime Day, der zum ersten Mal am 15. Juli 2015 stattfand. Allen Kunden standen dabei über 3.000 Angebote aus verschiedenen Kategorien zur Verfügung. Seitdem findet der Prime Day jedes Jahr statt und die Web-Shopper können sich über zahlreiche Angebote freuen - und Amazon über die Umsätze, die Jahr für Jahr an diesem Tag gesteigert werden.
Die Gründung das Treueprogramms Amazon Prime trug maßgeblich zum Umsatzwachstum des Online-Händlers bei. Denn Untersuchungen zufolge geben Prime-Mitglieder mehr aus als andere Kunden, auch die Conversion-Rate fällt deutlich höher aus.

Auseinandersetzung mit Verdi

Seit dem Start in Deutschland hat sich Amazon in zahlreichen Städten niedergelassen, unter anderem in München, Graben, Bad Hersfeld, Berlin, Dresden, Leipzig und Koblenz. Vor allem mit seinen Logistikzentren macht Amazon immer wieder von sich reden. Denn zwischen der Gewerkschaft und dem Versandhandelsriesen aus den USA hat sich der Tarifstreit um die Mitarbeiter in den deutschen Logistikzentren zum Dauerbrenner unter den Tarifstreits in Deutschland entwickelt. Die ersten Streik-Standorte waren am 14. Mai 2013 Bad Hersfeld und Leipzig - weitere schlossen sich danach an. Doch das Ziel, Verhandlungen über einen Tarifvertrag zu erwirken, hat Verdi bislang verfehlt.
Die Gewerkschaft fordert seit Jahren, dass Amazon die Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels anerkennt. Der US-Konzern lehnte das bislang ab. Daher fordert Verdi die Amazon-Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen auf, ihre Arbeit niederzulegen. Doch Amazon scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen. "Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann", erklärt eine Unternehmenssprecherin.

Eine Billion Börsenwert

Geschadet haben die Streiks der vergangenen Jahre dem E-Commerce-Riesen nicht. Erst im September dieses Jahres knackte Amazon den Börsenwert von einer Billion US-Dollar. Zum Vergleich: Amazons größte Rivalen im US-Warenhandel - die Shopping-Giganten Walmart, Costco und Target - bringen es gemeinsam auf einen Börsenwert von gut 430 Milliarden US-Dollar. Der Bezos-Konzern ist damit auch mehr wert als die zwölf größten Dax-Konzerne zusammen. Ein steiler Aufstieg für Amazon, das sich in 20 Jahren vom Buchhändler zum "Allesverkäufer" im Internet entwickelte und inzwischen auch etliche andere Branchen aufmischt.



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