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Corona-Lockdowns in Vietnam bremsen Nike: Gute Entwicklung im Direktgeschäft

Shutterstock/Tada Images
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Der Umsatz von Nike stieg im ersten Quartal 2021/22 währungsbereinigt um zwölf Prozent auf 12,25 Milliarden US-Dollar, jedoch machen der Marke Produktionsausfälle und Lieferketten-Schwierigkeiten zu schaffen. Gut läuft indes das DtC-Geschäft.

Der US-amerikanische Sportartikelhersteller Nike (Beaverton, Oregon) konnte im ersten Quartal 2021 (bis Ende August) seinen Umsatz währungsbereinigt um 12 Prozent auf 12,25 Milliarden US-Dollar (10,45 Milliarden Euro) steigern, wobei das Wachstum in allen Vertriebskanälen zu verzeichnen war (im Vorjahreszeitraum betrug der Umsatz 10,6 Milliarden US-Dollar).

Der Nettogewinn stieg um 23 Prozent auf 1,87 Milliarden US-Dollar. Die Gewinne pro Aktie legten zudem um 22 Prozent auf 1,16 US-Dollar zu. "Die starken Ergebnisse von Nike in diesem Quartal sind ein weiterer Beweis für unsere tiefe Verbundenheit mit den Verbrauchern, unsere unermüdliche Innovations-Pipeline und unseren digitalen Vorteil, der unsere Marke beflügelt", erklärt John Donahoe, Präsident und CEO von Nike. Die Marke habe das richtige Rezept, um die makroökonomische Dynamik zu meistern, so Donahoe weiter.

Nike Direct

Vor allem das D2C-Geschäft, Nike Direct genannt, hat sich über die eigenen stationären Geschäfte und den Online-Shop stark entwickelt. Hier erwirtschaftete Nike 38 Prozent seines Umsatzes, bei einem Zuwachs von währungsbereinigt 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Sportartikelhersteller konnte hier von einem Kundenansturm nach den Lockdowns profitieren. "Nike ist ein Wachstumsunternehmen mit Marktchancen so groß wie nie zuvor", sagt Nike-CFO Matt Friend. Die Q1-Ergebnisse zeigen, wie die "Consumer Direct Acceleration"-Strategie das Wachstum weiter ankurbele, so Friend weiter.

Insbesondere die Nike-Tochter Converse konnte deutlich zulegen. Die Umsätze der Skater-Marke stiegen währungsbereinigt um sieben Prozent auf 629 Millionen US-Dollar, angeführt von der Performance im Direktvertrieb in Nordamerika und Europa.

Für die Vertriebs- und Verwaltungskosten musste Nike tiefer in die Tasche greifen: Sie stiegen um 20 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Auch die Betriebskosten erhöhten sich um 15 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar, was Nike in erster Linie auf einen Anstieg der lohnbezogenen Ausgaben, höhere strategische Technologieinvestitionen und variable Kosten von Nike Direct zurückführt. Zudem fielen auch die Ausgaben für das Marketing um 36 Prozent höher aus.

Produktionsausfälle

Darüber hinaus leidet Nike, wie viele andere Hersteller in der Sportartikelbranche auch, unter Produktionsausfällen in den vietnamesischen Fabriken. Bereits seit Mitte Juli 2021 haben die Produktionsstätten aufgrund der pandemiebedingten Lockdowns entweder ganz geschlossen oder wurden nur einer drastisch reduzierten Besetzung betrieben.

Aus diesem Grund rechnet Nike für das laufende Quartal mit einem leichten Umsatzrückgang und schraubt auch die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr zurück: Es wird nur noch ein einstelliges Plus erwartet. Die Anleger reagierten auf diese Prognosen empfindlich: Die Nike-Aktie fiel nach Veröffentlichung der Quartalszahlen zeitweise um bis zu 4 Prozent.

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