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Auto unter Tuch

In-Car Commerce Wie das Auto zur rollenden E-Commerce-Plattform wird

Shutterstock/Gunnar Assmy
Shutterstock/Gunnar Assmy

Das Geschäftsvolumen rund um das Auto ist gewaltig - nur partizipieren die meisten Autohersteller davon nach dem Verkauf ihrer Produkte nicht mehr. In Zukunft müssen sich Autos zu rollenden E-Commerce-Plattformen entwickeln. Erste Beispiele gibt es bereits.

Auf rund 425 Euro pro Monat beliefen sich 2021 in Deutschland im Schnitt die Kosten für ein Auto. Bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von rund 31.000 Euro und einer Lebensdauer von 15 Jahren bedeutet das: Nur rund 40 Prozent der Gesamtkosten eines Autos entstehen bei seinem Kauf.

Für N. Owuraka Koney ist das ein Problem, vor allem für den Autohersteller. Denn üblicherweise, so schreibt der Equity Research Analyst bei der Vermögensverwaltung Jennison Associates, macht ein Autohersteller sein Hauptgeschäft beim Verkauf des Autos. Danach ist nicht mehr viel Zusatzerlös zu erwarten, außer vielleicht bei ein paar Ersatzteilen. In Zukunft, so Koney, müsse ein Auto nicht mehr nur eine Blechkiste sein, sondern sowas wie ein "iPhone auf Rädern".

An allem mitverdienen

Dieses Bild wird oft bemüht, wenn man die zunehmende Digitalisierung moderner Kraftfahrzeuge verdeutlichen will, doch Koney geht es eher um das Geschäftsmodell. Beim angesprochenen iPhone generiert Apple nicht nur einmalige Erlöse bei dem Verkauf der Hardware, sondern verdient an jeder Bezahl-App, jedem über iTunes verkauften Film oder jedem Musik-Download mit. Das iPhone ist kein Telefon, sondern ein Software-Kaufgerät. Und dieses Modell, so sieht es der Analyst, müssen auch Autohersteller anstreben, wenn sie in Zukunft erfolgreich sein wollen. 

Die Schlüsselbegriffe lauten dabei für Koney "E-Mobilität" und "Vernetzung". Als Tesla 2012 mit dem Model S sein erstes Großserienauto präsentierte, kam es mit einem für die Kraftfahrzeugwelt unglaublichen Versprechen auf den Markt: tanken inklusive, ein ganzes Leben lang. Damit machte Tesla-Chef Elon Musk aus einer Not eine Tugend. Denn das Netz an Ladesäulen, das Tesla benötigte, um mit der Reiselimousine tatsächlich Überlandfahrten möglich zu machen, existierte schlicht noch nicht, also musste Tesla es aufbauen - und versüßte der Kundschaft die zunächst geringe Anzahl der Supercharger damit, dass ihre Nutzung gratis war.

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