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Nassrasierer

Männerpflegeprodukte DTC-Pionier Harry's startet auch in Deutschland

Harry's
Harry's

Ein Pionier unter den Direct to Consumer Brands kommt nach Deutschland. Harry's, der 2014 in New York gegründete Online Shop rund um das Thema Nassrasieren, launcht außerdem Online Shops für Frankreich, Belgien und die Niederlande. Und trifft auf harte Konkurrenz.

Kaum eine Lehrstunde über die Power von Direct to Consumer (DtC) kommt ohne die Erwähnung von Andy Katz-Mayfield und Jeff Raider aus. Die beiden Serial Entrepreneurs hatten 2013 die Idee zu Harry's, einem Online Shop rund um das Thema Nassrasur. Das Geschäft rund um das stoppelige Männerkinn wollten die beiden nicht den großen Platzhirschen Wilkinson und Gillette überlassen, die zusammen über 70 Prozent des Weltmarktes mit Rasierer, Klingen und Schaum beherrschen. Und sie wollten sich auch positiv von der No-Name-Billigware vom Discounter absetzen.

Rasierklingenwerk in Thüringen

2014 sorgten die beiden Gründer für einen PR-Coup, indem sie für 100 Millionen US-Dollar ein traditionsreiches Rasierklingenwerk in Thüringen übernahmen und fortan ihre Rasierer mit eigenen Klingen bestücken konnten. Die Idee fand Anklang bei Investoren, bald gehörte Harry's zu den Unicorns - Start-ups mit einer Unternehmensbewertung von über einer Milliarde US-Dollar.

Außerhalb an Start-ups interessierter Kreise kennt in Deutschland jedoch kaum jemand die Marke Harry's. Das liegt auch daran, dass das Unternehmen zwar eine Niederlassung im südthüringischen Eisfeld hat - dort steht das 1920 gegründete Rasierklingenwerk - doch für einen deutschen Online Shop hatte es bislang nicht gelangt. Jetzt, bald acht Jahre nach der Firmengründung, wagt Harry's den Sprung nach Kontinentaleuropa und launcht zeitgleich Shops für Deutschland, Frankreich, Belgien und die Niederlande.

Michael Hirthammer, der Geschäftsführer von Harry's Factory in Thüringen, verströmt in einer Pressemitteilung große Begeisterung: "Wir freuen uns, unsere Harry's Männerpflegeprodukte endlich auch in Deutschland, der Heimat unserer 100 Jahre alten Rasierklingenfabrik im thüringischen Eisfeld, anbieten zu können. In den letzten Jahren haben wir sehr hart für diese Markteinführung gearbeitet und unser Team ist mehr als stolz darauf, die Rasierklingenprodukte, die wir in einer perfekten Verbindung von New Yorker Design und deutscher Ingenieurskunst seit nun sieben Jahren entwickelt haben, in Deutschland anzubieten."

Bislang war Harrys nur in den USA, Kanada und Großbritannien lieferbar - warum der Sprung auf den alten Kontinent so lange gedauert hat, verrät die Pressemeldung nicht.

Die Konkurrenz hat nicht geschlafen

Der Spätstart wirft für Harry's das Problem auf, dass die Konkurrenz die letzten Jahre auch nicht geschlafen hat. DTC-Akteure wie Mornin' Glory sind inzwischen etabliert, ähnlich wie Online-Angebote der großen Drogerieketten und auch der Platzhirschen Wilkinson und Gillette selbst. Manche Akteure sind bereits ausgestiegen: Der berühmte Dollar Shave Club wurde bereits 2011 gegründet und bereits 2016 wieder verkauft, die Direct Brand ging für knapp eine Millarde US-Dollar an Unilever. Und das im selben Jahr in Deutschland gestartete Shave-Lab hat laut Angaben von Gründer Christopher von Hallwyl seinen Vetrieb inzwischen eingestellt.  

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