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RIP-Deal Unister: Finanzmakler wegen RIP-Deal in U-Haft

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Erste Verhaftung in Sachen RIP-Deal bei Unister: Der 68-jährige Finanzmakler Wilfried Schwätter sitzt wegen Beihilfe zum Betrug in besonders schwerem Fall und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

In Sachen Kreditbetrug bei Unister sitzt der erste Verdächtige jetzt in Untersuchungshaft. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegenüber der "Bild am Sonntag" bestätigte, soll der 68-jährige Wilfried Schwätter Unister-Gründer Thomas Wagner den Kontakt zu dem vermeintlichen israelischen Diamantenhändler Levi Vass hergestellt und sich zudem für diesen verbürgt haben.

Entsprechende Unterlagen beschlagnahmten die Ermittler in Schwätters Haus im nordrhein-westfälischen Unna. Der Vorwurf der Generalstaatsanwaltschaft lautet Beihilfe zum Betrug in besonders schwerem Fall und Fluchtgefahr.

Weitere dubiose Methoden

Darüber hinaus berichtet die "BamS" über weitere dubiose Geldbeschaffungsmethoden des Unternehmens. Demnach soll die Unister Travel einen Kooperationsvertrag mit Flightright abgeschlossen haben, wonach Flightright im Auftrag von Unister eine "Überprüfung von Flugbuchungsdaten der Kunden auf potenzielle Entschädigungsansprüche" vornehme. Laut Vertrag vom 27. Dezember 2014 garantierte Unister eine Vermittlung von mindestens 5.000 Fällen bis Ende 2017. Dafür kassierte das Online-Reisebüro einen Vorschuss von 150.000 Euro. Darüber hinaus wollte Unister Travel 53 Prozent der Erfolgsprovision kassieren, die Flightright bei den Fluggästen in Rechnung stellt. Laut "BamS" äußerte sich das Unternehmen bislang nicht zu den neuen Vorwürfen. Die Lufthansa allerdings kündigte an, den Vorgang rechtlich überprüfen zu wollen.

Am heutigen Montag, den 15. August, können Interessenten nach Abgabe einer Verschwiegenheitserklärung in einem Datenraum Einblick in die Unister-Unterlagen nehmen. Der Verkauf soll zwischen 90 und 130 Millionen Euro einspielen. Der Löwenanteil wird Erwartungen zufolge auf Ab-in-den-Urlaub.de (40 bis 50 Millionen Euro) und Fluege.de (30 bis 40 Millionen Euro) einspielen.

Unister-Gründer Thomas Wagner versuchte Mitte Juli, in Venedig mit einem Zwölf-Millionen-Euro-Kredit akute Finanzierungslöcher zu stopfen. Dabei fiel er allerdings auf einen Betrüger herein. Auf dem Heimflug stürzte das Privatflugzeug ab. Alle Insassen kamen ums Leben.

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