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L'Oreal-Kampagne für Préference

E-Commerce-Offensive L'Oreal knackt online die Umsatzmilliarde

L'Oreal
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Die Kosmetikmarke L'Oreal macht im E-Commerce viele klassische Händler neidisch. Denn die Umsätze, die die Kosmetikmarke im Web erzielt, sollen in diesem Jahr die Milliarden-Euro-Grenze überschreiten.

Einen Online-Umsatzsprung von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet die Kosmetikmarke L'Oreal 2015 im E-Commerce. Damit würde L'Oreal in Umsatzregionen vorrücken, die in der "Top 500"-Liste des Fachmagazins "Internet Retailer" nur 48 weitere Händler erreichten.

Laut CEO Jean-Paul Agon habe L'Oreal in den vergangenen Jahren den Grundstein für das Umsatzziel gelegt: "Wir haben ein Dream-Team aus digitalen Geeks und Experten eingestellt, die uns helfen sollen, die Schlacht zu gewinnen." Ein wesentlicher Meilenstein war auch die Ernennung von Lubomira Rochet zum Chief Digital Officer bei L'Oreal. "Viele Unternehmen haben Chief Digital Officers, aber sie sitzen oft nicht in der Geschäftsführung", sagt die ehemalige stellvertretende Geschäftsführerin der digitalen Marketing-Agentur Valtech. "Wir dachten, es sei für die schnelle Tranformation gut, digital in alle Visionen, Marken, Länder und Funktionen bei L'Oreal zu integrieren."

Die Mühe lohnt sich: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erzielte L'Oreal bereits Webumsätze in Höhe von 512,8 Millionen Euro. Das sind vier Prozent des Gesamtumsatzes von 12,8 Milliarden Euro. Vor allem in China wächst das Web-Geschäft. Dort werden bereits 15 Prozent der Gesamtumsätze online erzielt. 20 Prozent sind bis 2020 weltweit der Zielkorridor von L'Oreal. "E-Commerce ist eine Unternehmung mit guter Profitabilität und niedrigen Kosten", schwärmte Agon bereits Ende Juli gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Screenshots der L'Oreal-App Makeup Genius

Die App Makeup Genius wurde bislang elf Millionen Mal heruntergeladen

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Auch im Marketing denkt L'Oreal verstärkt digital: 15,7 Prozent der weltweiten Media-Spendings fließen in digitale Kanäle. Außerdem hat das Unternehmen eine Reihe digitaler Initiativen gelauncht, um Umsätze und Kundenbindung zu steigern. Allein die App "Makeup Genius", mit der Nutzer Kosmetikprodukte wie Lippenstift oder Eyeliner virtuell an sich selbst ausprobieren können, wurde elf Millionen Mal heruntergeladen. Ähnliche Projekte gibt es für Haarcolorationen, Haar-Stylingsprodukte und Hautpflege. Rochets Vision ist es, "Makeup Genius" in die Badezimmerspiegel der Kunden zu integrieren, so dass Kunden zuhause täglich die Hilfe von Schönheitsprofis in Anspruch nehmen können.

Jüngstes E-Commerce-Projekt von L'Oreal ist eine Kooperation mit Style Seat, über die Friseure und Stylisten über einen von L'Oréal bereitgestellten Online-Shop Produkte des Herstellers anbieten und dafür Provision erhalten können. Weitere werden folgen.

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