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Onlline-Lebensmittelhandel

Konsumverhalten So viele deutsche Verbraucher*innen kaufen Lebensmittel online

Shutterstock / Bro Crock
Shutterstock / Bro Crock

Die Mehrheit deutscher Konsument*innen nutzt mittlerweile die verschiedenen Möglichkeiten, Lebensmittel online zu bestellen. Immer mehr Verbraucher*innen können sich sogar vorstellen, bald den gesamten Einkauf im Internet zu tätigen.

In Deutschland werden jährlich 200 bis 300 Milliarden Euro im Lebensmitteleinzelhandel umgesetzt. Laut des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (BEVH) machten vergangenes Jahr Online-Lebensmittelkäufe mit etwa 4 Milliarden Euro zwar nur einen Bruchteil des Gesamtumsatzes aus, doch der Bereich kann im Vergleich zum Jahr 2020 ein Wachstum von 30 Prozent verzeichnen. 2022 könnten Lebensmittel online in Höhe von 5 Milliarden Euro verkauft werden, so die Prognosen.

Eine Studie von Appinio und Spryker zeigt, dass gut ein Drittel (33 Prozent) der deutschen Kunden mindestens einen Teil des täglichen Bedarfs online bestellt. 2021 im Lockdown waren es 35 Prozent; 

Immer mehr Konsument*innen (21 Prozent) können sich unterdessen vorstellen, innerhalb der nächsten zwei Jahre komplett auf online umzustellen und all ihre Lebensmittel im Internet zu bestellen. Vergangenes Jahr waren es noch 19 Prozent.

Deutschland und die USA im Vergleich

Im Herbst 2021 führten Appinio und Spryker in den USA eine ähnliche Studie durch. Auffällig ist, dass 45 Prozent der amerikanische Konsument*innen den Lebensmittelkauf als unwillkommene Aufgabe empfindet. Einem Drittel der deutschen Käufer*innen geht es ähnlich; sie kaufen daher Lebensmittel schon online. In den USA sind es 47 Prozent.

Laut der Studie sind in beiden Märkten die wichtigsten Gründe für den Online-Kauf Zeitmangel und Bequemlichkeit. 47,9 Prozent der Online-Shopper*innen bestätigt dies. Ein Drittel der Befragten gibt zudem an, aus Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus Supermärkte zu meiden.

Ein Drittel der Verbraucher*innen in den USA geben über 100 US-Dollar pro Woche aus, 7 Prozent sogar mehr als 200 US-Dollar. In Deutschland kaufen etwa 13 Prozent Lebensmittel für 100 bis 200 Euro wöchentlich ein, nur drei Prozent geben mehr als 200 Euro aus.

Hohe Verfügbarkeit stationärer Läden in Deutschland

Die im Vergleich du den USA niedrigen Werte in Deutschland können durch eine mit vielen Niederlassungen stationärer Supermärkte ausgestatteten Infrastruktur erklärt werden. Zwei von fünf Befragten (39,3 Prozent) gaben an, in unmittelbarer Nähe zu einem Supermarkt zu leben. In etwa ebenso viele (45,2 Prozent) brauchen 10 Minuten; nur 2,8 Prozent wohnen mehr als 20 Minuten vom nächsten Lebensmittelladen entfernt.

12,1 Prozent der Studienteilnehmer, die in Großstädten mit über 500.000 Einwohner*innen leben, bestellen den Großteil ihrer Lebensmittel online. Über 60 Prozent geben an, wöchentlich zwischen 20 und 100 Euro online für Lebensmittel auszugeben. Die Hälfte (54 Prozent) beschränkt sich beim Einkauf ausschließlich auf stationäre Marken.

Für die Studie wurden im Januar dieses Jahres 2500 Endkonsument*innen zu ihren Online-Shopping-Gewohnheiten befragt. Teilnehmer*innen waren zwischen 16 und 65 Jahre alt und in Deutschland ansässig. 20 Prozent der Befragten gaben an, in den größten deutschen Städten mit mehr als 500.000 Bewohner*innen zu wohnen.



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