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China

Online-Handel in Fernost Chinas E-Commerce: Mobile und Influencer

Shutterstock/B.Zhou
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Eine enorme Marktgröße, viel Innovationspotenzial, aber auch Fast Fashion und Falschware: Chinas Online-Handel entwickelt sich rasant; vor allem Mobile Commerce und Influencer Commerce boomt.

Dass der E-Commerce-Umsatz in China der höchste der Welt ist, dürfte kaum jemanden überraschen. Aktuell beträgt er 1,3 Billionen Euro jährlich, innerhalb der nächsten Jahre wird ein Plus von jährlich 4 Prozent prognostiziert. Nicht nur hat das Reich der Mitte die höchste Einwohnerzahl der Welt, es ist auch Exportweltmeister und legt jedes Jahr ein Wirtschaftswachstum von knapp 6 Prozent an den Tag. Auch was den technischen Fortschritt und das Innovationspotenzial angeht, ist das Land vielen voraus.

Laut Statista betrugen die E-Commerce-Nettoumsätze der Top 100 chinesischen Online-Shops im Jahr 2020 rund 169 Milliarden US-Dollar. Jd.com führt die Liste der erfolgreichsten chinesischen Online-Shops nach Nettoumsatz in China im Jahr 2020 an.

Weitere große und bekannte Online-Shops auf dem chinesischen Markt sind zum Beispiel suning.com, vip.com, midea.cn und vmall.com. 2020 hatten die fünf Top-Online-Shops einen Anteil von 79 Prozent an den Nettoumsätzen der Top 100 Online-Shops in China.

Hype auf E-Commerce

Chinesen kaufen primär online und primär im eigenen Land (97 Prozent). Diese Zahl wird aber zunehmend kleiner.

Hinzu kommt, dass aktuell 81 Prozent des E-Commerce mobil stattfindet, Tendenz steigend. Bestes Beispiel ist hier Shein. Das ebenfalls chinesische Unternehmen vertreibt Kleidung via Mobile Commerce und stützt seinen Erfolg vor allem auf Influencer Marketing. Aber: Shein muss sich derzeit schweren Vorwürfen hinsichtlich Fast Fashion, Greenwashing und schlechten Zuständen in Fabriken auseinandersetzen. 

Mit durchschnittlich 901 Euro pro Nutzer pro Jahr ist der Umsatz im Bereich Lebensmittel am höchsten. Auf Platz 2 folgen mit 528 Euro Elektroartikel, und erst auf dem dritten Platz mit 423 Euro Fashion.

Laut Statista sinkt die Kaufkraft pro Kunde in der Prognose in allen Bereichen; dies hängt mit der steigenden Internetpenetration in China zusammen. Diese liegt aktuell bei nur 42 Prozent. Gleichzeitig ist die demografische Verteilung von Usern im Online-Handel zwischen niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen nahezu perfekt gedrittelt. Die Altersgruppe, welche am meisten online einkauft, sind mit 32 Prozent die 25-bis 34-Jährigen.

Fazit

Der Aufstieg Chinas im weltweiten Handel ist beispiellos. Seine schiere Größe und damit sein interner Umsatz stärkt und nährt das Land von innen, und ermöglicht ihm seine Fühler weit zu strecken. Die Bedeutung von "Made in China" ist nicht mehr dieselbe wie noch vor einigen Jahren, und das sollte Händlern auf der ganzen Welt bewusst sein.

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