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Brasilianischer Essenslieferdienst Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway verkauft ihre Beteiligung an iFood

Screenshot iFood
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Just Eat Takeaway hat seine Beteiligung an iFood nun doch verkauft. Mit dem Deal will die Lieferando-Mutter die Bilanz stärken und sich für anstehende Darlehensrückzahlungen wappnen.

Angesichts fälliger Schuldentilgungen hat die Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway ihre Beteiligung an iFood nun doch verkauft. Der 33 Prozent große Anteil am brasilianischen Essenslieferdienst solle für bis zu 1,8 Milliarden Euro an die Beteiligungsgesellschaft Prosus gehen, teilten die Niederländer in Amsterdam mit.

Nach dem Kursrutsch in der Branche ist das Management damit genügsamer geworden. Vor einem Jahr hätte das Unternehmen noch eine halbe Milliarde mehr erzielen können. Investoren sind dennoch erleichtert. An der Börse in Amsterdam sprang die Just-Eat-Takeaway-Aktie am Freitag um fast 30 Prozent auf 21,55 Euro hoch.

Das Vorhaben umfasst bei Abschluss eine feste Summe von 1,5 Milliarden Euro in bar zuzüglich einer leistungsabhängigen Komponente bezogen auf die Branchenentwicklung in den kommenden zwölf Monaten von bis zu 300 Millionen Euro.

Mit dem Verkauf der Beteiligung will Just Eat Takeaway die Bilanz stärken und sich für anstehende Darlehensrückzahlungen wappnen. Über den Deal soll bei einer außerordentlichen Hauptversammlung voraussichtlich im vierten Quartal 2022 entschieden werden.

Konzern muss Abstriche machen

Allerdings muss der Konzern deutliche Abstriche machen: Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen 2021 hatte das Management seine Verkaufsintention für den iFood-Anteil bekräftigt - das zu dem Zeitpunkt höchste Gebot von 2,3 Milliarden Euro hatte Konzernchef Jitse Groen aber ausgeschlagen, weil es nicht den Erwartungen des Managements entsprochen hatte.

Analyst Giles Thorne vom Investmenthaus Jefferies merkte nun an, dass die aktuelle Offerte in Relation zur Bewertung von Just Eat mehr sei als damals. Allerdings sei der Schuldenberg bei Just Eat Takeaway von derzeit brutto rund 2,7 Milliarden Euro auch größer als noch vor einem Jahr. Mit Blick auf die Bilanz sei der Deal "klar positiv" zu werten.

William Woods vom Analysehaus Bernstein Research schrieb, er habe angesichts des vorangegangenen Angebots und des aktuellen Marktumfelds nicht damit gerechnet, dass das Geschäft kurzfristig zustande komme. Die Transaktion dürfte nun einige Bedenken bezüglich der Liquidität und Rentabilität von Just Eat Takeaway aus dem Weg räumen.

Jahresziele bestätigt

Die Aktien von Just Eat Takeaway erholten sich deutlich von der jüngsten Talfahrt. Zwischen dem Jahreswechsel und dem Schlusskurs am Vorabend hatten die Papiere rund zwei Drittel an Wert verloren. Anleger, welche die Scheine seit zwei Jahren im Portfolio halten, beklagten gar einen Rückgang von mehr 80 Prozent. Just Eat Takeaway hatte aber auch wie andere Lieferdienste - so etwa Delivery Hero oder Hellofresh - in der Corona-Pandemie deutlich an Wert hinzugewonnen.

Zudem bestätigte der Vorstand die aktuellen Jahresziele. Das Bruttotransaktionsvolumen (GTV) soll im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. 2021 hatte Just Eat Takeaway bei der Kennziffer auf pro-forma-Basis 28,2 Milliarden Euro geschafft. Die bereinigte operative Marge (Ebitda-Marge) dürfte dieses Jahr bei minus 0,5 bis minus 0,7 Prozent des Bruttotransaktionsvolumens liegen. Im Vorjahr lag die Marge bei minus 1,2 Prozent. 2023 will der Vorstand dann ein positives Betriebsergebnis vorweisen können.

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