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Tesla-Innenraum

Zusätzliche Funktionen Tesla steigt in den In-Car-Commerce ein - ein bisschen

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Tesla gilt als Top-Innovator der Autoindustrie. Jetzt ermöglicht der E-Auto-Pionier Online-Käufe über das Armaturenbrett des Wagens. Allerdings ist das Warenangebot, aus dem Tesla-Käufer auswählen können, noch eng begrenzt. Konkurrent Daimler denkt da bereits weiter.

Still und heimlich hat Tesla mit seinem neuesten Software-Update ein neues Geschäftsfeld aufgetan. Tesla-Kunden können ab sofort über das Zentraldisplay ihres Autos Einkäufe tätigen, abgerechnet wird über die vom Besitzer hinterlegte Kreditkarte.

Die Liste der möglichen Einkäufe ist allerdings im Moment noch denkbar kurz: Angeboten wird lediglich ein "Premium Connectivity"-Upgrade, mit dem einige erweiterte Funktionen des Online-Zugangs im Auto freigeschaltet werden können. Ein Abo kostet nach Berichten von Tesla-Fahrern auf der Social-Media-Plattform Reddit 9,95 US-Dollar im Monat und konnte bislang nur über die Tesla-Website oder die Smartphone-App gebucht werden.

Das Auto als Shopping-Device

Der Schritt von Tesla vereint zwei Trends, die im Moment noch untrennbar miteinander verbunden sind, sich aber in Zukunft unabhängig voneinander entwickeln könnten: die Möglichkeit, Funktionen des Fahrzeugs nachträglich hinzuzubuchen - und das Auto als Shopping-Device.

Nicht nur Tesla arbeitet an Funktionen, die sich der Fahrer gegen Aufpreis freischalten lassen kann. Bei BMW lässt sich zum Beispiel über den Connected iDrive Store eine ganze Reihe an Zusatzdiensten bestellen, von zusätzlichen Funktionen für das Navigationssystem über eine spezielle Abstimmung des Fahrwerks bis hin zu sportlichen Motorsounds im Innenraum. Die einzelnen Features sind teilweise im Abo erhältlich. Denkbar also, dass man sich in Zukunft etwa die Fähigkeit zum autonomen Fahren auf der Autobahn in den vier Wochen des Jahres holt, in denen urlaubsbedingt lange Fahrten anstehen.

Allerdings unterscheiden sich diese Angebote - sowohl bei Tesla als auch bei BMW - in einem entscheidenden Punkt von normalen Ausstattungspositionen: Die erforderliche Hardware muss bereits verbaut sein, egal ob der Kunde das Angebot wählt oder nicht. Im Grunde bezahlt der Kunde nicht für zusätzliche Extras, sondern dafür, dass diese Extras, die er bereits beim Kauf des Wagens bezahlt hat, auch freigeschaltet werden. Und: Das, was man kaufen kann, sind ausschließlich Extras des Fahrzeugherstellers. Ob dafür der Begriff "In-Car-Commerce" wirklich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt.

Kreditkarte auf Rädern

Deutlich weiter geht die Kooperation, die im November 2021 der Autobauer Daimler und das Kreditkartenunternehmen Visa verkündet haben. Fahrer eines Mercedes-Benz sollen in Zukunft die Daten ihrer Visa-Card in der Bordelektronik ihres Wagens hinterlegen und anstehende Zahlungen dann mit einem Tipp auf den Fingerabdrucksensor in der Mittelkonsole autorisieren. Die Spannbreite der möglichen Anwendungen geht über Extras aus dem Mercedes-Zubehör weit hinaus. Bestellt und bezahlt werden könnten auf diese Weise etwa Mautgebühren, Parkscheine oder Tankfüllungen.

Sich weitere Anwendungsfälle für In-Car-Commerce auszudenken, dafür bedarf es wenig Fantasie. Schon heute bietet etwa McDonalds die Möglichkeit, seine Kreditkartendaten in einer Smartphone-App zu hinterlegen und über diese App dann auch eine Bestellung aufzugeben. Zur Bestätigung erhält der Kunde einen Code, den er dann am Drive-In-Schalter nennt. Daraufhin wird seine Bestellung zubereitet, die Bezahlung läuft im Hintergrund.

Wir wissen nicht, wie oft Mercedes-Fahrer bei McDonalds einkehren. Aber künftig könnte das Auto solche Bestellungen auch ohne Smartphone erledigen.

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