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Gründerstandort Bayern Start-ups, Bier und Brezn

Shutterstock.com/Elena Schweitzer
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Was bietet der Standort Bayern Menschen, die ein Unternehmen gründen wollen - und woran hapert es? Darüber wurde in Tracht und Lederhosen auf dem Start-up-Frühstück "Bits and Pretzels" diskutiert.

Für Bier und Brezn ist Bayern in der ganzen Welt bekannt - als Standort für Start-ups noch nicht. Wie sich das ändern lässt, war Thema des Gründerfrühstücks "Bits and Pretzels" im Münchner Löwenbräukeller, wo sich mehr als Tausend Vertreter der bayerischen Start-up-Szene trafen. Über das "Gründerland Bayern" sprach Wolf Ingomar Faecks (SapientNitro) mit der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Andy Goldstein (LMU Entrepreneurship Center), Felix Haas (Amiando-Gründer), Wieland Holfelder (Google Deutschland) und Stefan Winners (Burda).

"Die Digitalisierungswelle kommt über uns, viele Firmen kommen da gar nicht mit", konstatierte Goldstein. Als größtes Problem der Bayern identifizierte er "Hamma net, gibt's net und machma net". Diese Haltung gelte es zu ändern: "Wir müssen aufstehen und sagen: Es geht". Hier stelle er in den vergangenen Jahren aber einen deutlichen Mentalitätswandel fest. Das wichtigste sei das Machen, die größte Motivation sei dabei der Gedanke, dass man für sich selbst arbeite.

Gründerkonferenz im Münchner Löwenbräukeller

Florian Bender

Haas appellierte an die Risikofreudigkeit der Gründer und riet, sie sollten "viel Geld in die Hand nehmen", denn eine Idee sei ohne das entsprechende Startkapital nicht viel wert.. Die Erfahrung, eine Firma zu gründen, sei immer eine Bereicherung. "Wir haben alles, was wir brauchen in München." Vielversprechende Geschäftsfelder für neue Firmen sieht er vor allem an der Schnittstelle zwischen der digitalen und der nicht-digitalen Welt.

Aigner betonte, dass die steuerlichen Rahmenbedingungen für Gründer verbessert werden müssten und die Sichtbarkeit Bayerns als "hipper" Standort. Ein Wachstumsfonds soll jungen Firmen zudem künftig zu mehr Wagniskapital verhelfen. Winners sieht gegenwärtig einen "optimalen Zeitpunkt, ein Unternehmen zu gründen", denn die Rahmenbedingungen würden immer besser. Sein wichtigster Ratschlag: "Don't sell too early".

Holfelder bemängelte eine fehlende gesellschaftliche Anerkennung für Gründer: "Man traut sich ja gar nicht zu sagen, dass man Gründer ist". Dabei sollten die jungen Unternehmer bei der Eigenvermarktung mutiger sein und stolz darauf sein, was sie machen. Wichtig sei zudem, das Risiko für Kapitalgeber zu senken, damit mehr Geld fließen könne.

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