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Bits & Pretzels Gründer

"Bits & Pretzels"-Gründer "Mit einer Maß netzwerkelt es sich halt einfach besser"

Bernd Storm van’s Gravesande, Andreas Bruckschlögl und Felix Haas (v. li.)

Bits & Pretzels

Bernd Storm van’s Gravesande, Andreas Bruckschlögl und Felix Haas (v. li.)

Bits & Pretzels

Im September findet nicht nur das Oktoberfest, sondern auch die Gründerkonferenz Bits & Pretzels statt. Wir haben mit den drei Verantwortlichen über das Start-up-Land Deutschland und das Gründerpotenzial von München gesprochen.

Im September dreht sich in München alles um das Oktoberfest. Start-ups hingegen schauen eher auf die Bits & Pretzels - eine dreitägige Konferenz vom 24. bis 27. September. Sie richtet sich speziell an Gründer und Gründerinteressierte.

Ins Leben gerufen wurde sie von Bernd Storm van’s Gravesande, Gründer von Aboalarm, und Andreas Bruckschlögl, Gründer von OnPage. Neu in diesem Jahr mit dabei ist Business Angel Felix Haas. Wir sprachen mit den dreien über das Gründerland Deutschland, die größten Fehler der Jungunternehmen von heute und natürlich über das Event im September.

Ein Blick auf die Gründerszene Deutschlands: Wie schlagen wir uns hierzulande im Vergleich zu anderen Start-up-Ländern wie GB oder den skandinavischen Ländern?
Felix Haas: Wir brauchen uns nicht verstecken, im Gegenteil: Die deutsche Start-up-Szene hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt und zahlreiche hochrangige Gründungen hervorgebracht. Deutschland hat eine starke, klassische Wirtschaft und dies ist die Basis für viele Start-ups mit Verbindungen zur klassischen Industrie. Bei anderen Themen wie Breitbandausbau, Fachkräftebindung und -Förderung ist Deutschland im Vergleich, vor allem mit den skandinavischen Ländern, jedoch noch Schlusslicht.

Und wie sieht es mit dem Vergleich München - Berlin aus? Ist und bleibt Berlin die deutsche Start-up-Hauptstadt?
Bernd Storm van's Gravesande: Berlin hat sich in den letzten Jahren, insbesondere im digitalen Bereich, zu einem hervorragenden Standort für Start-ups entwickelt, wobei auch im Standortmarketing der Fokus auf Start-ups liegt. Die Region München hingegen hat ein vielschichtiges Wirtschaftssystem. DAX-Konzerne, führende Hightech-Unternehmen und unzählige Hidden Champions im Mittelstand sind hier. Alleine aufgrund der Vielfältigkeit der Wirtschaftsregion kann der kommunikative Fokus nicht auf Start-ups liegen. Genauso vielfältig wie das Wirtschaftssystem in München, ist auch das Start-up-Ökosystem.

Was bietet München beziehungsweise Bayern Jungunternehmern?
Storm van's Gravesande: Alles, was benötigt wird, um ein erfolgreiches Start-up zu gründen: Die besten Köpfe, sehr viel Kapital und eine Wirtschaft, die weltweit zu den stärksten gehört.

Was sind die häufigsten Fehler, die Gründer hierzulande machen? Zu wenig Wagemut?
Haas: Pauschal ist diese Frage schwer zu beantworten. Wenn es einen roten Faden gibt, ist es wahrscheinlich die typische deutsche "Was-kann-schiefgehen-Mentalität" - im Vergleich zur angelsächsischen "Wie-groß-kann-es-werden-Mentalität".

Was muss jeder Gründer mitbringen?
Haas: Talent, Durchhaltevermögen, Empathie und eine clevere Idee.
 
Lassen Sie uns über Ihr Event sprechen. Ein kleines Resümee: Von den Anfängen bis heute, was sind die wichtigsten Entwicklungspunkte und als was sehen Sie die Bits & Pretzels heute?
Andreas Bruckschlögl: Anfangs starteten wir als kleines Weißwurstfrühstück im Hofbräuhaus. Die Idee fand schnell positive Resonanz, sodass wir ein halbes Jahr später bereits 400 Teilnehmer begrüßen konnten. Daraufhin entwickelten wir ein neues, internationales Format unter dem Namen "Bits & Pretzels", welches im September 2014 zum ersten Mal im Löwenbräukeller als Frühstück stattfand. Mittlerweile hat sich das Event zu einem dreitägigen Gründerfestival mit über 5.000 Teilnehmern und einem Abschluss auf dem Oktoberfest entwickelt.

Wen sehen Sie als konkurrierende Veranstaltungen?
Felix Haas: Bits & Pretzels ist einmalig. Wir sehen uns nicht als klassische Gründerkonferenz, sondern als Festival von Gründern für Gründer. Wir veranstalten Bits & Pretzels nicht aus monetären Motiven und sind auch nicht Teil eines großen Konzerns. Wir wollen einfach das geilste Gründerfestival der Welt auf die Beine stellen und dabei viel Spaß haben.

Was sind die Highlights in diesem Jahr?
Bruckschlögl: Wir haben einige Highlights dieses Jahr. Als wir mit der Planung für 2016 starteten, haben wir folgende Ziele für unsere Teilnehmer definiert:

Zum einen soll jeder Teilnehmer inspiriert und motiviert werden. Dies geschieht in erster Linie durch Speeches auf unserer Mainstage, aber auch auf den Sidestages. Diese sind in diesem Jahr erstmalig in sechs Cluster eingeteilt, was den Teilnehmern bei der Orientierung helfen soll. Dann soll jeder Besucher etwas lernen, das er direkt anwenden kann. Hierfür haben wir die Startup-Academy entwickelt. Dort werden erfahrene Gründer in 13 Tracks Themen von der Findung der Idee bis hin zum Thema "Exit vs. IPO" behandeln. Jeder Teilnehmer soll zudem natürlich Deals direkt auf dem Event machen. Das wollen wir mit Hilfe einer App ermöglichen. Mit dieser kann man im Vorfeld oder auf der Veranstaltung andere Teilnehmer anschreiben und Termine mit diesen vereinbaren. Zuletzt ist es wichtig, dass jeder Besucher sein Netzwerk erweitert. An allen drei Tagen bietet sich zwar die Chance neue Kontakte zu knüpfen, aber besonders der letzte Tag auf dem Oktoberfest ist hierfür perfekt. Mit einer Maß netzwerkelt es sich halt einfach besser.
 
Und: Jeder Teilnehmer soll eine herausragende Persönlichkeit kennenlernen. Um dieses Ziel zu ermöglichen, haben wir das Table-Captain-Prinzip eingeführt. Bei diesem können sich Teilnehmer vor dem Event an einen Tisch auf dem Oktoberfest buchen, welcher von hochkarätigen Leuten geleitet wird.

Wird es international?
Haas: Bits & Pretzels ist bereits sehr international. Vergangenen September konnten wir bereits zahlreiche Speaker und Table Captains aus den USA und anderen Gründernationen unserer Welt begrüßen. Dieses Jahr legen wir nochmals eine Schippe drauf und holen unter anderem die Gründer von AirBnB, Kayak oder King.com auf unsere Bühne in München. Unsere DNA ist die Vernetzung und das spiegelt sich auch in der Anzahl der Nationen, sowohl auf unseren Bühnen als auch in der Teilnehmergruppe, wider.

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