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Kevin Spacey

Gründer-Festival in München Kevin Spacey: "Munich is definitely my kind of town"

Kevin Spacey, live und in Farbe auf den Bits & Pretzels 2016

Bits & Pretzels/Dan Taylor

Kevin Spacey, live und in Farbe auf den Bits & Pretzels 2016

Bits & Pretzels/Dan Taylor

Die Bits & Pretzels 2016 eröffnen ihre dreitägige Gründerkonferenz in München mit Kevin Spacey, der sich als redegewandter, gut gelaunter Virtual-Reality-Fan präsentiert - nur leider nicht in Lederhosen.

Wenn sich Massen an Besuchern trotz Wiesn-Kater an einem sonnigen Sonntagmorgen in Richtung Münchner Messegelände bewegen, muss das schon einen sehr guten Grund haben. Und den gibt es auch. Die Bits & Bretzels 2016 öffnen ihre Pforten, drei Tage lang wird genetzwerkt, gepitcht und investiert was das Zeug hält.

Doch die erwarteten 5.000 Besucher lockten in diesem Jahr nicht nur die Gesprächsmöglichkeiten mit Start-ups, Investoren und Journalisten. Die drei Gründer Bernd Storm van’s Gravesande, Andreas Bruckschlögl und Felix Haas konnten nämlich Kevin Spacey nach einem halben Jahr harter Nachfrage als Keynote-Speaker gewinnen.

Über 5.000 Besucher

Aus 18 Ländern kommen in diesem Jahr die Besucher zur inzwischen vierten Bits & Pretzels, die ursprünglich als "Gründerweißwurstfrühstück" in deutlich kleinerem Kreis startete. 2016 nun können sich die drei Gründer über ihren Break Even freuen, 53 Prozent der Umsätze kommen von den Ticket-Verkäufen, 47 Prozent stammen vom Sponsoring.

Längst gehört auch Ilse Aigner - Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und Stellvertretende Ministerpräsidentin - zu den Fans. Sie gab sich auch 2016 die Ehre und begrüßte die Besucher in ihrer Eröffnungsrede - allerdings nicht wie ihre Vorredner in englischer Sprache, sondern auf traditionell Bayerisch, was für alle Beteiligten vermutlich auch besser war. Die internationalen Gästen kamen dank Übersetzungs-App in den Genuss des Lobgesangs auf München.

Hollywood-Flair in Bayern

Und dann: Ehrfurchtsvolles Schweigen, das in frenetischem Applaus endete. Francis J. "Frank" Underwood, Kevin Spaceys Rolle in der Netflix-Serie "House of Cards", betrat die Bühne. Obwohl Spacey den Vorabend im Käfer-Festzelt auf dem Oktoberfest verbrachte, erschien er stilecht im Anzug und nicht in bayerischer Tracht. Der Qualität der Rede tat dies keinen Abbruch.

Der Oscar-Gewinner präsentierte sich charmant, redegewandt und als echter Tech-Enthusiast. Er selbst hat bereits in einige Start-ups wie WoofbertVR oder Wonder investiert - alles Apps und Unternehmen, die sich mit Virtual Reality (VR) auseinandersetzen. Bei diesem Thema zeigte sich der Schauspieler besonders begeistert. Die virtuelle Realität sieht Spacey für alle Lebensbereiche als große Chance an. Vor allem jedoch für den Bereich Education. Hier sei VR ein "Game Changer", das klassische Klassenzimmer würde ersetzt werden, denn "Nichts wird einen Menschen mehr weiterbringen im Leben, als Welten zu sehen und mitzuerleben, in denen er selbst nicht lebt."

Ein weiteres Thema des Hollywood-Stars war erwartungsgemäß "Storytelling". "Wir sind alle im Geschäft der Geschichtenerzählers", so Spacey. Er ermutigte Start-up-Gründer, mit ihren Unternehmen Inhalte nicht für die Massen zu erstellen, sondern immer die eigene Geschichte zu erzählen. Für den Schauspieler leben wir heute in der aufregendsten Zeit überhaupt - denn, es werde immer leichter, Geschichten zu verbreiten. "Nach Rauchsignalen und Hieroglyphen sind wir weit gekommen."

Ansonsten gab Spacey mit kleinen Anekdoten Einblicke in seine Lebensgeschichte, schwärmte von seinem Vorbild dem Schauspieler Jack Lemmon und gab Tipps für einen Aufenthalt auf dem Oktoberfest (Viel Wasser und keinen Schnaps). Ganz zuletzt konnten sich dann noch alle Clinton-Befürworter freuen. Denn auf die Frage "Wird Donald Trump Präsident?" kam von Spacey ein entschiedenes "No!".

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