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Nach Milliarden-Verlusten Uber: Fusion mit China-Rivale DiDi Chuxing und eigener Kartendienst

shutterstock.com/View Apart
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Uber legt nach Milliarden-Verlusten sein China-Geschäft mit dem lokalen Rivalen DiDi Chuxing zusammen. Zudem investiert der Fahrdienst-Vermittler eine halbe Milliarde US-Dollar in digitale Landkarten.

Der Fahrdienst-Vermittler Uber gibt laut Medienberichten nach Milliarden-Verlusten seinen Versuch auf, den chinesischen Markt im Alleingang zu knacken. Dazu legt Uber nun sein China-Geschäft mit dem lokalen Rivalen DiDi Chuxing zusammen, so Bloomberg und das Wall Street Journal.

Uber und Didi hatten sich in China einen scharfen Wettbewerb mit massiven Rabatten geliefert, die für beide hohe Verluste bedeuteten. Branchenbeobachter schlossen bereits in den vergangenen Monaten nicht aus, dass die Rivalität mit einer Fusion enden könnte.

Uber hatte sein China-Geschäft in eine separate Tochter ausgelagert, an der unter anderem auch der lokale Internet-Riese Baidu beteiligt ist. Investoren von Uber China bekämen bei dem Deal 20 Prozent an der neuen Firma, schrieb Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Didi investiere zudem eine Milliarde US-Dollar in Uber zu einer Bewertung von 68 Milliarden US-Dollar. Bewertungen entscheiden in Finanzierungsrunden über den Anteil, den Investoren für ihr Geld bekommen.

Die gemeinsame Firma in China hätte zusammen eine Bewertung von rund 35 Milliarden US-Dollar. Die China-Expansion kostete Uber eine Milliarde US-Dollar im Jahr. Bloomberg zufolge steckte das Start-up aus San Francisco zwei Milliarden US-Dollar in den Markt.

Konsolidierungen auf dem Car-Sharing-Markt sind aktuell im Trend: Zuletzt gab es auch bei der Daimler-Tochter Mytaxi eine Fusion zu vermelden: Die Stuttgarter weiten ihr Taxi-Engagement aus und kaufen die britische Taxi-App Hailo.

500 Millionen US-Dollar für eigene digitale Landkarten

Ebenfalls um viel Geld geht es auch in einem anderen aktuellen Projekt von Uber. Der Fahrdienst-Vermittler investiert eine halbe Milliarde US-Dollar in eigene digitale Landkarten. Aktuell seien Ubers Kamera-Wagen in den USA und Mexiko unterwegs und sollen bald in weitere Länder kommen, schrieb die Financial Times. Damit könnte Uber unabhängiger von anderen Karten-Anbietern wie Google werden.

Der Fahrdienst-Vermittler hatte sich bereits den langjährigen Chef von Google Maps, Brian McClendon geholt, der jetzt die Karten-Entwicklung bei dem Start-up leitet. Außerdem sicherte sich Uber Teile des einstigen Karten-Geschäfts von Microsoft.

Digitale Karten sind eine Basis für Fahrdienst-Apps und auch als ein zentraler Baustein für den Betrieb selbstfahrender Autos.

Wie wichtig das Geschäft ist, zeigt auch die Übernahme der Karten-Sparte von Nokia, Here, durch die deutschen Autobauer Daimler, BMW und Audi für rund 2,6 Milliarden US-Dollar. Auch Uber war zwischenzeitlich als ein Interessent für Here gehandelt worden. Apple schickt ebenfalls Kamera-Wagen durch die Straßen, um seine hauseigenen Kartendienste auszubauen.

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