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Alexander Brunst

Food-Start-up Rocket Internets Caterwings: "Amazon für Catering-Services"

Alexander Brunst, Co-Founder und Managing Director von Caterwings

Caterwings

Alexander Brunst, Co-Founder und Managing Director von Caterwings

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Rocket Internets neues Food-Start-up Caterwings startet nun auch in Deutschland. Der Catering-Service für Unternehmen strebt an, in Deutschland das Amazon für die Catering-Branche im B2B-Bereich zu werden.

Seit heute gibt es von dem Catering-Lieferdienst Caterwings, der wie viele andere Food-Unternehmen aus der Start-up-Schmiede der Samwer-Brüder stammt, einen Standort in Berlin. Gestartet ist Caterwings im Oktober 2015 in London.

Das Geschäftsmodell von Caterwings fokussiert sich auf den B2B-Catering-Markt. Unternehmen können bei dem Lieferdienst Mahlzeiten für Geschäftstermine direkt in die Meetingräume ordern. Der Gedanke soll hierbei weg von der klassischen "Schnittchenplatte" hin zu vielfältigen Speisen gehen.

Um diese kulinarische Vielfalt zu gewährleisten, versammelt Caterwings eigenen Angaben zu Folge auf seiner Plattform ausgewählte Cateringpartner, bei denen Firmen online bestellen können. Auch kurzfristige und besondere Bestellungen - wie bei Nahrungsmittel-Intoleranzen - sollen bei Caterwings kein Problem sein.

Wie die Idee zu Caterwings entstand und wie genau die Arbeit bei dem Food-Start-up aussieht, erzählt Alexander Brunst, Co-Founder und Managing Director von Caterwings im Interview.

Wie entstand die Idee für Caterwings?
Alexander Brunst: Ich erinnere ich mich noch gut an einen Freitag in meinem alten Job in der Beratung. Jede Woche gab es die gleichen Sandwiches und nach fünf Jahren hatte man jedes Sandwich zehnmal gegessen und Lust auf etwas Neues. Der Mangel an Vielfalt und Innnovationen war also der Antrieb für die Gründung von Caterwings. Wichtig ist es dabei, dem/der Office Manager/in das Leben so einfach wie möglich zu machen und eine pünktliche und hoch qualitative Essenslieferung sicher zu stellen.

Welche Erwartungen haben Sie an den deutschen Markt?
Brunst: Mit unserem Start in England letztes Jahr haben wir bereits sehr viele Anfragen aus Deutschland erhalten. Getrieben durch die Erfahrungen im Privatbereich mit Unternehmen wie Lieferheld und Foodora steigt nun auch im B2B-Bereich der Bedarf, einfach und unkompliziert abwechslungsreiches Essen ins Büro liefern zu lassen. Wir erwarten uns daher von Deutschland einen weiteren Wachstumsschub.

In einem Artikel stand, dass Sie mit Caterwings "das Amazon für Catering-Services" werden möchten. Mit welchen Maßnahmen möchten Sie dieses Ziel erreichen?
Brunst: Das ist richtig, unsere Vision ist es zum Synonym für gutes Essen für Firmen zu werden. Ähnlich wie bei Amazon bei Elektronik sollte in Zukunft bei jeder anstehenden Bestellung der Name Caterwings fallen. Mit London und jetzt Berlin sind die ersten Schritte in diese Richtung getan. Die nächsten Entwicklungsstufen sind klar: Bei jeder Essenslieferung legen wir höchste Ansprüche an uns selbst und unsere Partner, um unsere Kunden glücklich zu machen. Durch die größte Produktauswahl und den besten Kundenservice möchten wir uns ganz vorne positionieren. Die weitere regionale Ausweitung unseres Angebotes haben wir ebenfalls bereits im Visier.

Wie kommen die Partnerschaften mit den Catering-Firmen zustande?
Brunst: Tatsächlich bekommen wir viele Anfragen von den Catering-Firmen selbst. Wir übernehmen für unsere Caterer und Restaurants Aufgaben, die sie sowieso nicht gerne machen: Kundenakquise, Bestell- und Zahlungsabwicklung. Unsere Partner schätzen das sehr, da Sie sich dadurch auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren können: hochqualitatives Essen vorzubereiten und an unsere Kunden zu liefern. Es handelt sich also um eine Win-Win Situation und viele Caterer erkennen das auch von selber. Bei manchen fragen wir aber natürlich auch an, ob eine Partnerschaft möglich ist.

Bei den Partnern zählt mehr Qualität als Quantität

Findet eine Art "Qualitätsprüfung" des Essens statt, bevor ein Caterer ins Portfolio aufgenommen wird?
Brunst: Natürlich. Wir listen nur handverlesene Partner, um sicher zu stellen, dass unsere Kunden pünktlich mit sehr guter Qualität beliefert werden. Dieser Prozess ist sehr aufwendig und zeitintensiv, spart unseren Kunden aber eine Menge Arbeit. Jeder, der schon mal Catering bestellt hat, wird das bestätigen können. Daher zählt bei unserer Auswahl an Partnern auch die Qualität mehr als die Quantität.

Wie finanziert sich Caterwings?
Brunst: Wir haben natürlich in Rocket Internet einen Partner, der uns bei unserem rasanten Wachstum nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich sehr unterstützt. Als Online-Marktplatz verdienen wir unser Geld über festgelegte Kommissionen. Diese vereinbaren wir vorab mit unseren Cateringpartnern. Dafür übernehmen wir die Kundenakquise, Bestell- und Zahlungsabwicklung. Auf jeden Fall sollen den Caterwings-Kunden keine Mehrkosten entstehen, nur weil sie online bestellen möchten.

Sind in naher Zukunft Kooperationen mit anderen Rocket-Internet Start-ups aus dem Food-Bereich vorgesehen?
Brunst: Diese gibt es bereits heute. So ist EatFirst bei uns gelistet und wir pflegen mit Unternehmen wie Foodpanda einen konstruktiven Austausch. Vom gegenseitigen Teilen von Erfahrungen können alle nur profitieren, denn wir stehen immer noch am Anfang einer Revolution in Sachen gesunder Ernährung und Convenience. Die steigende Bedeutung im Unternehmenskontext zur Mitarbeitermotivation und für die Kommunikation untereinander machen Unternehmen wie Google und Spotify vor. Mehr und mehr etablierte Unternehmen schließen sich diesem Trend an.

Was steht bei Caterwings für 2016 auf der Agenda?
Brunst: Mit dem Markteintritt in Deutschland beginnt für uns nach dem erfolgreichen Start in England letztes Jahr der nächste Meilenstein. Wir werden im Laufe des Jahres weitere Städte hinzufügen und somit das Catering in Deutschland nach und nach ins 21. Jahrhundert bringen.

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