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Tarek Müller

Politik statt Fashion Tarek Müller will Bürgermeister von Hamburg werden

About You GmbH
About You GmbH

Tarek Müller machte nie ein Geheimnis aus seinen politischen Ambitionen. Dem Hamburger Abendblatt verriet der About-You-Gründer nun konkrete Details. Spätestens in acht Jahren soll es losgehen.

Von Marina Rößer

Bereits vor einiger Zeit verriet Tarek Müller, dass er sich mit spätestens 40 aus der Wirtschaft zurückziehen und der Politik zuwenden möchte. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt verriet der About-You-Gründer nun Details. Unter anderem möchte er eine technokratisch ausgerichtete Partei für das Land beziehungsweise die Stadt Hamburg gründen.

"Ich liebe diese Stadt und möchte sie lebenswerter und besser machen", sagt er in dem Interview. Konkret bedeutet das, dass er auch für das Amt des Bürgermeisters kandidieren möchte: "Mein Ziel ist es tatsächlich, Hamburger Bürgermeister zu werden. Das ist aktuell mein Plan, meine Ambition. Aber ich weiß auch, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass das nicht klappt. Dennoch hätte ich großen Spaß daran, es zu probieren."

Vermögensverteilung bereitet dem 33-jährigen Kopfzerbrechen

Doch vor 2030 wird der erfolgreiche Unternehmer wohl kaum Zeit dafür finden. Denn mit About You und seinen vielen anderen Unternehmen hat der 33-Jährige alle Hände voll zu tun. Der zur Otto Group gehörende Online-Modehändler ist mittlerweile in 26 Märkten aktiv. Auch nach dem Börsengang im Juni 2021 steigen die Umsätze weiter an, leider auch die Verluste. Diese seien laut Müller jedoch kalkuliert. Dennoch möchte er ein wenig weiter Unternehmer sein: "Ich möchte in der Tat spätestens 2030 aus der Wirtschaft raus und mich um gesellschaftspolitische Themen kümmern."

Auch wenn es noch kein wirkliches Parteiprogramm gibt, beschäftige sich Müller unter anderem mit dem Thema Vermögensverteilung und der immer größer werdenden Diskrepanz zwischen Arm und Reich in Deutschland. Die Abstände zwischen einem Durchschnittsverdiener und Vermögenden liefen Gefahr, "aus den Fugen zu geraten", sagt Müller im Abendblatt. Er denke über eine Art Neuauflage der sozialen Marktwirtschaft nach.

Nicht mehr als eine Immobilie und Geld zur Existenzsicherung für seine Kinder

Denn obwohl Müller bereits mit 33 Jahren finanzielle Unabhängigkeit erlangt hat, möchte er auf dem Boden bleiben: "Mir ist aber auch noch mal bewusst geworden, dass ich eine bestimmte Haltung zu Vermögen haben will. Ich bin der Meinung, es ist nicht verwerflich, Vermögen aufzubauen, wenn man dies auf moralisch vertretbare Art getan hat", so Müller. "Ich finde es aber bedenklich, wie sich die Vermögensverteilung in unserer Gesellschaft entwickelt." Seinen Kindern wolle er aber nicht mehr als eine Immobilie und Geld zur Existenzsicherung vererben, denn das Vererben großer Vermögen halte er für eines der Grundprobleme sozialer Ungleichheit. Über soziale und gemeinnützige Aktivitäten möchte er seines wieder abbauen. Das könnte bei Wähler:innen gut ankommen. Ob er seine Versprechen halten wird, wird sich in acht Jahren zeigen.

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