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Kleidung

McKinsey-Studie Fashion-Marken und -Händler: Verdopplung der Technologie-Ausgaben geplant

Shutterstock/Hein Nouwens
Shutterstock/Hein Nouwens

Modeunternehmen werden ihre Investitionen in Technologie bis 2030 verdoppeln, so eine aktuelle Studie von The Business of Fashion (BoF) und McKinsey & Company. Besonders im Fokus: Personalisierung, Technologien für Ladenlokale und End-to-end-Management.

Die Modebranche erlebt schon jetzt eine Beschleunigung technologischer Innovationen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Das soll sich in den kommenden Jahren weiter steigern, so eine aktuelle Studie von The Business of Fashion (BoF) und McKinsey & Company. Die Prognose: Die Investitionen in Technologie werden von 1,6 bis 1,8 Prozent des Umsatzes im Jahr 2021 auf 3,0 bis 3,5 Prozent im Jahr 2030 anwachsen.

Ziel ist es, mit entsprechenden Technologien den Modehandel flexibler, nachhaltiger und für Kunden attraktiver zu machen. Im Jahr 2021 stieg der Wert der Top-50-Investitionen in Technologie in der Modeindustrie verglichen mit dem Jahr 2019 um 66 Prozent und belief sich laut einer McKinsey-Analyse auf insgesamt 16,2 Milliarden US-Dollar.

Investitionsfelder

Diese Investitionen flossen entweder in Modehändler oder Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen an Modefirmen verkaufen, statt in Modemarken.

Spannend: Etwa 55 Prozent der Investitionen entfielen auf den E-Commerce, der von der pandemiebedingten Zunahme des Online-Shoppings profitiert hat. Der Rest entfiel größtenteils auf Zahlungstechnologien, einschließlich "Jetzt kaufen, später zahlen"-Unternehmen, in Social Commerce und Resale, gefolgt von Lieferketten- und Logistikunternehmen und Unternehmen, die im NFT-Bereich oder bei Virtual-Reality- Technologien tätig sind.

Fast Fashion bis hin zum Luxussegment

Besonders zukunftsträchtig sind KI-Technologien: Unternehmen, die diese bereits für ihr Geschäft nutzen, um die operative Effizienz zu steigern und die Kundenbindung zu verbessern, könnten bis 2030 einen kumulierten Cashflow-Anstieg von 118 Prozent verbuchen. Der Cashflow von Organisationen, die jetzt erst mit KI-Nutzung beginnen, könnte bis 2030 um 13 Prozent ansteigen, so die Studienautoren.

Investitionen in Technologie und Innovationen wirken sich dabei auf alle Segmente der Modeindustrie aus, von Fast Fashion bis hin zum Luxussegment, wenn auch in ganz unterschiedlicher Art und Weise. Im Luxussegment beispielsweise, wo etwa 80 Prozent der Verkäufe bereits von digitalen Kontaktpunkten beeinflusst werden, stünde weiterhin der persönliche, direkte Service nach wie vor im Mittelpunkt des Kauferlebnisses. Allerdings können Clienteling-Apps und andere Tools Mitarbeitern in den Geschäften helfen, die Interaktion mit ihren Käufern zu verbessern.

Fokusverlagerung

Eine weitere Prognose von McKinsey: Der Technologiefokus verlagert sich von einem kundenzentrierten Element am Ende der Lieferkette hin zur Revolutionierung der internen Prozesse im Unternehmen, um den allgemeinen Nutzen zu maximieren.

Die Analyse zeigt dabei auch die wichtigsten drei Bereiche auf, in die Führungskräfte aus der Modeindustrie von heute bis 2025 investieren wollen: Personalisierung, Technologien für Ladenlokale und End-to-end-Management der Wertschöpfungskette.

Technologie stünde auch für Unternehmensleiter bei der Festlegung ihrer strategischen Ziele für die kommenden Jahre weit oben auf der Agenda. Führungskräfte aus der Branche glauben, dass die Integration digitaler Prozesse in ihre Organisationen bis 2025 zu den obersten fünf Prioritäten gehören wird.

Achim Berg, Senior Partner und globaler Leiter von Apparel, Fashion & Luxury bei McKinsey, fasst zusammen: "Im vergangenen Jahr investierten Modeunternehmen zwischen 1,6 und 1,8 Prozent ihres Umsatzes in Technologie. Wir sind davon überzeugt, dass sich diese Zahl bis 2030 verdoppeln wird, denn Technologie kann Modemarken dabei helfen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, und zwar sowohl bei kundenorientierten Aktivitäten - auf die sich die Unternehmen bisher meist konzentriert haben - als auch in zunehmendem Maße bei ihren Operations. Noch wichtiger ist, dass Technologie Unternehmen dabei unterstützen kann, nachhaltiger zu werden."

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