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Illustration lokal vs. global

Internationalisierung Globale Marktplatz-Strategie: Think global, act local

Shutterstock/Olivier Le Moal
Shutterstock/Olivier Le Moal

Die Idee, schnell über Marktplätze international zu expandieren, klingt verlockend. Das Geschäft ist aber lokaler, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

In der ersten Wachstumskrise, die der Onlinehandel nach Corona und inmitten des Ukraine-Kriegs zu verzeichnen hat, drücken viele Onlinehändler bei der Internationalisierung auf die Bremse, um Kosten zu sparen. Bei Rolf Kimmeyer, der als Manager Global Selling und Global Business Development Händler bei der Internationalisierung über die Amazon Marketplaces unterstützt, ist dieser Effekt allerdings noch nicht angekommen. Im Gegenteil. "Dass die Aktivitäten zurückgeschraubt werden, sehe ich noch gar nicht", sagt er.

Gerade im Bereich Internationalisierung habe es noch nie so viel Nachfrage von deutschen Verkäufern gegeben wie aktuell. Denn, so weiß der Internationalisierungsexperte: "Wenn die Krise Deutschland trifft, können Deviseneinkommensströme zur Risikodiversifizierung unter Umständen Sinn machen. Auch Saisonalitäten lassen sich international abfedern. Und wenn in Deutschland wieder einmal der Sommer ausfällt, wird man seine T-Shirts vielleicht noch in Australien los."

Wichtige Hinweise zur Präsenz auf Marktplätzen

Für Hersteller hat die internationale Marktplatz-Präsenz noch einen weiteren Aspekt: "Viele Hersteller geben Tausende von Euro aus, um ihre Marke und ihre Produkte auf Amazon bestmöglich zu präsentieren. Wie sie aber beispielsweise auf Allegro oder CDON präsent sind, ist ihnen komplett egal, weil sie selber noch niemals auf diesen Marktplätzen waren", weiß Henning Heesen, Gründer und Geschäftsführer der Marktplatz-as-a-Service-Plattform Marketsupply, die für Hersteller das Listing und die operative Abwicklung auf internationalen Marktplätzen übernimmt.

"Wenn dann aber irgendein Händler die Produkte völlig unterbelichtet und unscharf in seiner Garage fotografiert und diese Bilder dann hochlädt, wird die Marke auf diesem Marktplatz so repräsentiert und die Leute denken sich, das ist aber ein Ramschprodukt und gehen zur Konkurrenz", so Heesen. Den Herstellern sei das Problem aber überhaupt nicht bewusst, weil sie die meisten Marktplätze, die in den 28 Ländern Europas neben Amazon existieren, nicht kennen.

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