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Filiale von Decathlon

Multichannel-Expansion Warum Decathlon ins Marktplatzgeschäft einsteigt

Decathlon
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Nachdem Decathlon seit Jahren sein Filialnetz konstant ausgeweitet hat, wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen: Neben einigen Neueröffnungen werden auch Märkte geschlossen oder umgesiedelt. Außerdem öffnet sich Decathlon als Marktplatz für Marken und Händler.

Obwohl Decathlon im vergangenen Jahr in Deutschland leicht wachsen konnte - es wurde ein Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 667 Millionen Euro verzeichnet - läuft doch im Stationärgeschäft nicht alles rund. Dies führt nun dazu, dass der französische Sporthändler und -hersteller auf seiner Agenda nicht nur einige Neueröffnungen hat, sondern auch einzelne Filialen schließen wird.

Davon betroffen ist der Store in Senden, der bereits Ende Oktober dichtgemacht und mit der Filiale in Ulm zusammengelegt wurde. Außerdem wird die Filiale bei Dodenhof in Posthausen geschlossen. Während Dodenhof online noch kommuniziert, dass man mit Decathlon im Gespräch sei und nur von einer vorübergehenden Schließung ausgehe, kommuniziert der Sportdiscounter in einer aktuellen Mitteilung das endgültige Aus für den Standort. Ebenfalls betroffen ist die Filiale in Offenbach, die bereits Anfang Oktober aufgegeben wurde.

Kleine Filialen werden geschlossen, größere eröffnet oder ausgebaut

Nimmt man die drei Filialen, die abgebaut wurden, genauer unter die Lupe, so handelt es sich durchgehend um kleinere Standorte: Senden, erst im September 2018 eröffnet, lag bei 2.200 Quadratmetern, Posthausen (seit November 2018) bei 1.600 Quadratmetern und Offenbach (seit 2017) war mit 850 Quadratmeter der kleinste der abgebauten Stores. Dass großflächige Filialen für Decathlon möglicherweise deutlich besser funktionieren, lässt sich auch daraus schließen, dass beispielsweise der Store in Köln Marsdorf derzeit umgebaut und von 4.200 Quadratmeter auf 8.000 Quadratmeter erweitert wird. Der Umbau wird voraussichtlich im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein. Auch in Regensburg stehen Veränderungen an: Dort wird Decathlon innerhalb der Stadt von Norden nach Süden umziehen, um im September 2022 auf einer doppelt so großen Fläche neu zu eröffnen.

Trotz der Schließungen behält Decathlon seinen Expansionskurs aber bei. Der Leitsatz dabei sei, so das Unternehmen, nachhaltig, gesund und rentabel zu wachsen. Insofern würde nach der starken Expansionsphase der vergangenen Jahre das bestehende Filialportfolio auf Lage, Größe und Sortiment überprüft. Doch zugleich setzt der Sportartikeldiscounter auf weitere Expansion. "Unser jährliches Ziel für das Flächenwachstum liegt bei fünf bis sechs Neueröffnungen pro Jahr", so Recep Sari, Leiter der Immobilienabteilung bei Decathlon Deutschland. "Der Fokus in unseren Filialen liegt auf dem Kundenerlebnis und der Möglichkeit, unsere Produkte direkt vor Ort zu erleben. Hierfür brauchen wir auch in Zukunft große und gute Flächen."

Sechs neue Standorte sind bereits fest eingeplant. Dazu gehören ein Store in Jena, der bereits am 25. November Eröffnung feiern soll, und eine neue Filiale im Stuttgarter Einkaufszentrum Milaneo. Letztere sollte eigentlich bereits im aktuellen Herbst aufgesperrt werden, doch die Eröffnung verzögert sich wegen der Umbauarbeiten und steht nun im ersten Quartal 2022 an. Verzögerungen gibt es auch in Augsburg. Der neue Standort auf 3.500 Quadratmetern hätte bereits im Sommer in Betrieb genommen werden sollen, nun wird das Frühjahr 2022 avisiert. Folgen sollen in 2022 außerdem auch noch neuen Stores in Hamburg Oststeinbeck, Bochum und Münster. In Münster will Decathlon, wie bereits berichtet, im dritten Quartal 2022 im York-Center eine Filiale auf 4.000 Quadratmetern eröffnen. Ende 2022 soll der Zähler beim Decathlon-Filialnetz bei 89 Standorten stehen.

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