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Klein- und Kleinsthändler Jeder zweite kleine Händler muss bis Ende des Jahres die Preise erhöhen

Shutterstock/ago87
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Vor allem kleinere Händler spüren derzeit die Auswirkungen von höheren Kosten und verändertem Kundenverhalten und stehen unter Druck. Trotzdem erweisen sie sich als widerstandsfähig: Nur die wenigsten wollen ihren Shop schließen. Ohne Preiserhöhung geht es aber nicht.

Die Krise macht sich besonders bei kleinen und mittelständischen Online- und Omnichnannel-Händlern bemerkbar. Trotzdem erweisen sich diese als sehr widerstandsfähig, zumindest einer aktuellen Umfrage von SumUp zufolge. Mehr als drei Viertel (78,3 Prozent) der deutschen Händler geben an, aktuell nicht in Erwägung zu ziehen, ihr Geschäft zu schließen. Der Anteil derjenigen, die an eine dauerhafte Schließung denken, ist mit 6,4 Prozent sehr gering.

Trotzdem mangelt es nicht an Herausforderungen. Diese sind:

  • Mehr als ein Drittel der Befragten kämpft mit den steigenden Energiekosten (37,8 Prozent),
  • während fast ebenso viele die steigenden Warenkosten als große Herausforderung sehen (34,8 Prozent).
  • Obwohl die Kaufzurückhaltung der Kunden bisher nur für 8,1 Prozent eine Herausforderung darstellt, haben mehr als vier von fünf Klein- und Kleinsthändlern Veränderungen im Kundenverhalten festgestellt.
  • Die Hälfte der Befragten gab an, dass die Kunden weniger Geld ausgeben als früher, während fast ein Drittel (31 Prozent) generell weniger Kundschaft festgestellt hat.
  • Nur 5,5 Prozent hingegen merken, dass die Kunden häufiger nach Angeboten suchen.

Niedrige Erwartungen

Die Erwartungen an das diesjährige Weihnachtsgeschäft sind daher eher ernüchternd. Die Hälfte der Befragten erwartet einen geringeren Umsatz als im letzten Jahr (52,1 Prozent), während 17,8 Prozent mit einem ähnlichen rechnen. Nur die Briten sind hier noch etwas pessimistischer: 58,2 Prozent erwarten ein schlechteres Ergebnis als im Vorjahr. In der Schweiz hingegen rechnen nur 35 Prozent der Einzelhändler mit einem schlechteren Weihnachtsgeschäft.

Maßnahmen

Die Unternehmer wollen verschiedene kurzfristige Strategien anwenden, um mit der schwierigen
Situation zurechtzukommen. Jeder Zweite (52,1 Prozent) hat bereits oder wird bis Ende des Jahres die
Preise erhöhen, während 46,9 Prozent eine Senkung des Energieverbrauchs planen.

Knapp ein Viertel der Einzelhändler (24,2 Prozent) hat eine Reduzierung der Gewinnspannen vor. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, wird jeder Fünfte sein Produktangebot oder -modell ändern. 17,8 Prozent der befragten deutschen Händler ziehen die Kürzung des eigenen Gehalts in Betracht. Im Vergleich dazu sind die Schweizer (28,3 Prozent)  und die Engländer (25,9 Prozent) viel offener für diese Maßnahme. Mitarbeiterentlassungen (6,1 Prozent) und die Aufnahme eines Kredits (3,7 Prozent) werden hingegen derzeit noch nicht als vorrangige Maßnahme in Erwägung gezogen.

Befragt wurden Anfang November knapp 3.500 Klein- und Kleinstgewerbetreibende in Deutschland, der Schweiz, Italien, Frankreich und Großbritannien.

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