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Offener Brief

Decathlon, Intersport und Sport 2000

Sportartikelhändler fordern Ausnahmeregelung im Lockdown

Intersport/Sport2000/Decathlon
Intersport/Sport2000/Decathlon

Es ist wohl das erste Mal in der Geschichte des deutschen Sporthandels, dass diese drei Player gemeinsame Sache machen: Decathlon, Intersport und Sport 2000 wollen die Bundeskanzlerin aufrütteln und fordern für ihre Branche eine Ausnahmeregelung im Lockdown.

Der offene Brief an die Bundesregierung von den größten drei Playern im Sportartikelmarkt: Decathlon (CEO Andre Weinert), Intersport (Alexander von Preen) und Sport 2000 (Geschäftsführer Hans-Hermann Deters) in voller Länge.

An Frau Bundeskanzlerin Merkel,
An Herr Bundesminister Altmaier,
An die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesen Zeilen möchten wir geschlossen und wettbewerbsübergreifend unsere Stimme für den Sporthandel erheben und Sie auf die derzeitige Situation im stationär-geprägten Sporthandel aufmerksam machen.

Auf gesellschaftlicher Ebene zeigt die Corona-Pandemie sozial aber auch ökologisch gnadenlos auf, was das Wichtigste in unserem Leben ist: Unsere Gesundheit!
Genau aus diesem Grund wenden wir uns heute an Sie, denn Sport, Gesundheit und Gesundherhaltung sind nicht zu trennen! Unser Geschäft ist es, Menschen zu bewegen und für ein gesundes Leben zu inspirieren.

Wir möchten vorab unterstreichen, dass wir die Notwendigkeit und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie keineswegs infrage stellen. Wir tragen die getroffenen Beschlüsse von Bund und Ländern mit. Wir sind aber auch davon überzeugt, dass wir uns gemeinsam verantwortungsvoll dieser Herausforderung stellen müssen.

Sport ist essentiell für unsere Gesundheit!
Sportliche Aktivitäten stärken das Immunsystem und das Herz-Kreislauf-System wird fit gehalten. Der Sport hilft aber auch psychisch allen Menschen in diesem stressigen und herausfordernden Kontext, in dem wir uns aktuell befinden.

Mit Ihrem Beschluss, den stationären Einzelhandel und somit auch den Sporteinzelhandel zu schließen, schließen Sie allerdings auch den Zugang zum Sport. Denn obwohl der Sporteinzelhandel viele Voraussetzungen für den Online-Handel geschaffen hat und digitale Absatzkanäle seinen Kunden zur Verfügung stellt, zeigt der Umsatzrückgang von voraussichtlich 70 Prozent im Januar, warum es den stationären Sporteinzelhandel gibt. Produkte wie Fitnessgeräte, Fahrräder, Laufschuhe ... anzufassen, sie zu testen, eine kompetente Beratung erfahren, eine Kommunikation von Sportlern für Sportlern, Hilfe und Tipps rund um das Training - das sind Gründe für den stationären Handel und auch Inspiration, warum Menschen Sport treiben.

Viele sportliche Aktivitäten sind richtigerweise eingeschränkt, aber die noch verbleibenden sportlichen Möglichkeiten sind essentiell für unsere Gesellschaft und deren Gesundheit.
Wir bitten Sie daher die folgenden Produktkategorien ebenfalls als essentiell und gesundheitsrelevant einzustufen:

● Sport zu Hause (Fitness, Kraftsport, Yoga …)
● Sport für die Mobilität - um auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten (Fahrräder, Scooter …)
● Sport an der frischen Luft - individual oder mit der Familie (Outdoor, Running …)

Wir sind uns analog zum Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, Werkstätten, Optiker etc. unserer Verantwortung bewusst und können Ihnen versichern, dass wir auch verantwortungsvoll mit Ihrem entgegengebrachten Vertrauen umgehen werden. Eine Gleichbehandlung dieser Markt- und Wettbewerbsstrukturen ist daher im Kern die Ausgangsbasis unserer Forderung für ein auch in diesen Zeiten nachhaltiges und kundenorientiertes Wirtschaften in unseren unterschiedlichen stationären Sportfachhandelsverbund- und Einzelhandelssystemen.

Sport ist essenziell für unsere Gesundheit und Gesunderhaltung! Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Sport wieder für jeden zugänglich ist.

Für weitere Gespräche und Lösungsfindungen stehen wir sehr gerne zur Verfügung.

Hochachtungsvoll

Andre Weinert (CEO - Vorstand Decathlon Deutschland SE & Co. KG),
Alexander von Preen (CEO - Vorstandsvorsitzender Intersport Deutschland eG),
Hans-Hermann Deters (CEO - Geschäftsführer Sport 2000 GmbH)

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