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Second-Hand-Ware: Der ReCommerce-Markt in Deutschland

shutterstock.com/pockygallery
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Der ReCommerce in Deutschland ist gefragter denn je. Das zeigt sich unter anderem an den positiven Geschäftsentwicklungen der Big Player in diesem Segment. Warum ist der Handel mit Second-Hand-Ware gerade im Internet so rentabel?

Der Trend des An- und Verkaufs von gebrauchten Gegenständen ist in Deutschland ungebrochen. Das zeigt sich unter anderem an den positiven Geschäftsentwicklungen von ReBuy, Momox und Co. Rebuy beispielsweise soll laut Exiting Commerce 2017 die Marke von 100 Millionen Euro Umsatz geknackt haben. Momox hat diese Schwelle bereits 2015 übertreten und verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 rund 150 Millionen Euro Umsatz.

ExcitingCommerce

Momox hat sich vor allem auf den An- und Verkauf von gebrauchten Büchern, CDs und Kleidung spezialisiert. ReBuy fokussiert sich hingegen auf Elektronik-Artikel wie Smartphones oder Laptops.

Ein weiteres Indiz für den ungebrochenen Trend des Handels mit gebrauchten Artikeln ist, dass zunehmend neue Start-ups - wie MySwooop - in dieses Marktsegment einsteigen. Was die meisten Reseller gemeinsam haben, ist, dass sie den größten Anteil ihres Umsatzes erwirtschaften, indem sie die gebrauchten Artikel über Marktplätze wie eBay, Rakuten oder Amazon verkaufen.

Mit dem Konzept ist Momox eigenen Angaben zufolge sogar zum größten Händler auf eBay und Amazon in Deutschland geworden. Die Bekanntheit dieser etablierten Markplätze und das Vertrauen, das die Nutzer in sie setzen, haben sich die Gebrauchtwaren-Händler zu Nutze gemacht. Den Playern gelang es so nicht nur die Second-Hand-Artikel schnell wieder zu verkaufen, sondern auch ihre Marke zu etablieren. Neben eBay (91 Prozent) und Amazon (78 Prozent) zählen laut einer Statista-Umfrage ReBuy, Kleiderkreisel und Momox in Deutschland zu den bekanntesten ReCommerce-Plattformen.

Statista

Der Wiederverkauf findet im Web statt

Die Geschäftsstrategie lässt sich am erfolgreichsten im Internet umsetzen. Keiner der Top Player in diesem Marktsegment ist ein Multichannel-Händler. Eine Ausnahme ist das Start-up MySwooop, das - neben seinem Online-Geschäft - in Bremen zwei stationäre Stores betreibt.

Auch der Branchen-Primus Momox bot zu seinen Anfangszeiten im Jahr 2006 seine Waren in einem stationären Laden an. Doch nach und nach zog sich der Reseller aus dem Offline-Geschäft zurück. Der Grund dafür ist, dass heute Kunden am meisten gebrauchte Waren im Internet shoppen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der Statista Consumer Survey - ReCommerce 2017. Demnach gaben rund 78 Prozent der Befragten (insgesamt 1.050 Personen) an, gebrauchte Artikel im Internet zu erwerben. Weit dahinter lag mit 46 Prozent der Erwerb von Produkten durch Privatpersonen. Lediglich 24 Prozent shoppen laut Umfrage in einem stationären Geschäft Second-Hand-Artikel.

Statista

Allerdings ist es nicht automatisch so, dass Nutzer, die gebrauchte Artikel bei einem professionellen Reseller gekauft haben, zwangsläufig auch ihre gebrauchten Artikel an diesen verkaufen. Das ist ein weiteres Ergebnis der Analyse von Statista. Hier zeigt sich beispielsweise, dass 39 Prozent der Konsumenten, die gebrauchte Waren bei Amazon kaufen, nicht zwangsläufig auch dort gebrauchte Artikel verkaufen. Lediglich zwölf Prozent der Amazon-Käufer haben gebrauchte Artikel an den Marktplatz-Betreiber verkauft. Das liegt vermutlich auch daran, dass Amazon nicht in erster Linie als Wiederverkäufer von gebrauchten Waren bei den Nutzern präsent ist. Bei Momox sieht das schon anders aus. Hier haben nur drei Prozent der Befragten einmal etwas gekauft. Hingegen haben 13 Prozent schon einmal an Momox gebrauchte Artikel verkauft.

Statista

Verkauf an professionelle Zwischenhändler

Die Gründe, warum Nutzer Produkte an professionelle Zwischenhändler verkaufen, sind vielfältig. In erster Linie wollen die User nicht viel Zeit mit dem Verkauf verbringen und entscheiden sich daher dafür, den Verkauf nicht selbst in die Hand zu nehmen, sondern die Ware schnell und einfach an einen Reseller zu veräußern.

Dementsprechend müssen die Kunden dann aber Preisabstriche in Kauf nehmen. Denn der Wiederverkäufer muss beim Verkauf der gebrauchten Produkte auch noch etwas verdienen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man so auf einen Schlag alle Artikel an den Mann bringen kann. Stellt man selbst die Waren beispielweise bei eBay ein, muss man zum einen alle Verkäufe managen und zum anderen wird man vermutlich nicht alle Produkte los. Aber auch die Angst an Betrüger zu gelangen, sorgt dafür, dass Nutzer ihre Artikel an professionelle Second-Hand-Händler veräußern. Denn bei diesen können sich die Nutzer in der Regel sicher sein, dass sie das Geld für ihre Second-Hand-Ware auch tatsächlich erhalten.

Statista

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