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Marktplätze und Direktvertrieb boomen Online-Käufer werden zufriedener, älter - und shoppen mehrmals die Woche

Shutterstock/sdecoret
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Der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce stieg im Gesamtjahr 2021 auf 99,1 Milliarden Euro. Kein Wunder, werden die Online-Shopper doch immer zufriedener und kauffreudiger. Trends der vergangenen Jahre, die auch 2022 relevant bleiben: Marktplätze und Direktvertrieb.

Fast jeder siebte Euro, der den Deutschen für Haushaltsausgaben zur Verfügung steht, wurde im Jahr 2021 für Waren im E-Commerce ausgegeben. Ein Jahr zuvor war es noch jeder Achte. Bereinigt man die Umsätze um Lebensmittel-Einkäufe, hat der E-Commerce mit Waren 2021 sogar jeden fünften Euro auf sich gezogen. Das sind aktuelle Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh).

Ein weiterer Superlativ: Der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce stieg im Gesamtjahr 2021 um 19 Prozent auf 99,1 Milliarden Euro nach 83,3 Milliarden Euro im Jahr 2020. Spannend dabei: 40,2 Prozent des Umsatzes wurde über mobile Endgeräte erwirtschaftet (Mobile Commerce).

Inklusive der digitalen Dienstleistungen, die nochmals leicht auf 8 Milliarden Euro zurückgingen, betrug das Gesamtvolumen mehr als 107 Milliarden Euro (inkl. Umsatzsteuer).

Zufriedene Shopper

Die gute Nachricht für alle Händler: Beim Anteil "zufriedener" oder "sehr zufriedener" Online-Käufer gibt es mit 96,3 Prozent einen neuen Rekordwert. Das heißt: Nie zuvor haben Menschen in Deutschland so viel online eingekauft und gleichzeitig eine so hohe Zufriedenheit geäußert. Das gilt auch für das kritische vierte Quartal. Anders als befürchtet blieben laut bevh Auswirkungen von Lieferkettenstörungen im E-Commerce weitgehend aus.

Mit der Zufriedenheit einhergeht eine erhöhte Bestellfrequenz. Gut vier von zehn Befragten (40,9 Prozent) gaben an, öfter als einmal in den vergangenen sieben Tagen online bestellt zu haben. Das ist mehr als im Vorjahr (2020: 39,7 Prozent) und deutlich mehr als vor der Pandemie (2019: 33,2 Prozent).

Interessant: Käufer ab 50 Jahren sind erneut für mindestens die Hälfte aller Kaufakte im Internet verantwortlich. Die Jüngeren indes (14- bis 29-Jährige) kauften in zwei von drei Fällen über Smartphone oder Tablet ein. Social Media und Apps sind für sie nach Suchmaschinen und Onlineshops die wichtigen Informationskanäle vor dem Kauf. Seit 2017 ist allein die Relevanz von Social Media für jüngere Onlinekäufer um 350 Prozent gewachsen.

Online-Marktplätze und D2C

Weiter höchst relevant bleiben Online-Marktplätze: Mit einem Brutto-Umsatz von 50,5 Milliarden Euro (2020: 42,1 Milliarden Euro) machte der Kauf über Online-Marktplätze mehr als jeden zweiten Euro im E-Commerce aus. Am stärksten zulegen konnte im Vergleich der Versender jedoch der Direktvertrieb (D2C) von Herstellern.

Stationäre Händler, die auch im E-Commerce tätig sind (Multichannel-Handel), verzeichneten Umsatzwachstum von 16,7 Prozent. Damit war ihr Wachstum nicht so stark wie das der Internet-Pure-Player mit 18,4 Prozent (2020: 9,5 Prozent).

Der bevh erwartet, dass die Umsätze mit Waren im Jahr 2022 um weitere 12,0 Prozent steigen werden. E-Commerce allein mit Waren wird voraussichtlich mehr als 110 Milliarden Euro brutto umsetzen.

Umsatzentwicklung im E-Commerce mit Waren nach Segmenten

(alle Angaben in Millionen Euro, inklusive USt.)

Tabelle

bevh

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