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Quartalszahlen Ikea: Online-Anteil von "nur" 4,9 Prozent - Mehr Push durch Pick-up-Stores

Inter IKEA Systems B.V.
Inter IKEA Systems B.V.

"Nur" knapp 4,9 Prozent macht der Online-Umsatz aktuell von den Gesamterlösen bei Ikea aus. Pushen sollen das Internet-Geschäft unter anderem Pick-up-Stores, in die sich Kunden ihre Bestellungen liefern lassen können.

Der Möbelhändler Ikea ist auf seinem wichtigsten Einzelmarkt Deutschland erneut stark gewachsen. Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2015/2016 im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro, wie die Ikea-Deutschland-Tochter berichtete.

Trotz eines Wachstums von 22,7 Prozent machte der Online-Umsatz von 232,6 Millionen Euro immer noch recht bescheidene 4,9 Prozent an den Gesamterlösen aus. Das ist vergleichbar mit dem Umsatz der Restaurants, die einen Umsatz von 221,1 Millionen Euro beitrugen. Als Zielgröße hat der größte deutsche Möbelhändler einen Online-Anteil von zehn Prozent wie im britischen Markt ausgegeben.

Pushen sollen das Internet-Geschäft auch Pick-up-Stores, in die sich Kunden ihre Bestellungen aus dem Web liefern lassen können. Ziel ist es, so Versandgebühren respektive den Weg in eine entfernte Filiale zu sparen. Hierfür wurde bereits im Januar ein Bestell- und Abholstandort in Ravensburg eröffnet inklusive einer 500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche und Beratungsmöglichkeiten.

"Das wird von den Kunden sehr gut angenommen. Mit einer kleinen Ausstellung können wir dort sehr gut Beratungsleistungen etwa zur Küchenplanung anbieten. Ähnliche Shops sind beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet oder im Norden denkbar", sagte Deutschland-Geschäftsführer Peter Betzel.

In den kommenden zwei bis drei Jahren könnte es laut Betzel bis zu acht weitere Pick-up-Stores geben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Von den insgesamt 9.500 Artikeln sind inzwischen rund 8.000 online.

"Eine sehr, sehr gute Entwicklung"

Das angepeilte Ziel von einem Online-Anteil von zehn Prozent werde man in den Jahren 2020 bis 2025 auch erreichen, erklärte Betzel. Aktuell sei man aber sehr zufrieden. "Wir halten das für eine sehr, sehr gute Entwicklung. Wir setzen auf ein perfektes Zusammenspiel der Angebote online und in unseren Einrichtungshäusern. Wir sind meiner Meinung nach einer der ganz wenigen Möbelhändler, die beide Kanäle gut bedienen können."

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Ikea in Deutschland die Zahl der 50 Einrichtungshäuser nicht verändert, im laufenden kommen hingegen vier neue hinzu - in Wuppertal, Wetzlar, Magdeburg und Kaarst bei Düsseldorf.

Küche, Schlafen und Wohnzimmer auf dem Vormarsch

Wie in den Vorjahren hat sich der Umsatz pro Einkauf gesteigert. Im Schnitt gaben die Ikea-Kunden 91,40 Euro pro Bon aus und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders gut entwickelten sich die Bereiche Küche, Schlafen und Wohnzimmer, berichtete der Ikea-Deutschlandchef. In den Häusern seien rund 1.000 zusätzliche Mitarbeiter vor allem im Service eingesetzt.

Die Selbstbedienungskassen seien dabei kein Mittel zum Personalabbau: "Wir sparen mit den Selbstbedienungskassen eher Raum und Zeit. Wir schaffen mit Hilfe unserer Kunden auf gleicher Fläche mehr Bezahlvorgänge. Weniger Personal setzen wir dort nicht ein."

Weltweit hat der Konzern nach früheren Angaben seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2015/2016 weiter um 7,1 Prozent auf 34,2 Milliarden Euro gesteigert. Ikea behielt seinen Expansionskurs bei und eröffnete nach eigenen Angaben weltweit zwölf neue Einrichtungshäuser sowie 19 Bestell- und Abholzentren, davon nur eines in Deutschland.

Deutschland blieb der größte Ikea-Einzelmarkt vor den USA. Am schnellsten wachse das Geschäft in China, gefolgt von Australien, Kanada und Polen. Insgesamt betreibt Ikea 340 Einrichtungshäuser in 28 Ländern. Darüber hinaus gibt es mehr als 40 Häuser, die von Franchise-Nehmern geleitet werden. Im Geschäftsjahr 2015/2016 besuchten 783 Millionen Menschen die Einrichtungshäuser, unverändert rund 100 Millionen allein in Deutschland.

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