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Mirko Caspar

Interview mit Mister Spex "Wir sind der einzige fashion-orientierte Omnichannel-Optiker in Europa"

Mirko Caspar ist neben Gründer Dirk Graber Geschäftsführer von Mister Spex.

Mister Spex

Mirko Caspar ist neben Gründer Dirk Graber Geschäftsführer von Mister Spex.

Mister Spex

Dass Wettbewerber wie Fielmann jetzt auch Brillen im Netz verkaufen, macht Mister-Spex-Geschäftsführer Mirko Caspar keine Angst. Durch die Übernahme von Tribe verspricht er sich technische Wettbewerbsvorteile. Und die eigene Positionierung sei ohnehin einzigartig.

Vergangene Woche kam die Meldung, dass Mister Spex mit Tribe einen Spezialisten für Deep Tech übernommen hat. Warum ist Besitzen besser als nur Lizensieren?

Mirko Caspar:
Ich glaube, Besitzen macht dann Sinn, wenn man sich durch die Kombination von Capabilities echte Wettbewerbsvorteile erarbeiten kann. In diesem Fall ist es so, dass wir in Europa die größte Zahl an digitalen Kunden und Daten haben und Tribe sehr viel Know-how in der Optik. Gemeinsam können wir ein Wissen aufbauen, das so spezifisch ist, dass wir es auch mittelfristig verteidigen und als Wettbewerbsvorteil nutzen können. Natürlich werden Augmented Reality und KI-basierte Lösungen auch immer breiter beispielsweise von den sozialen Netzwerken und mobilen Operating Systems angeboten werden. Wir glauben aber, dass wir durch die Kombination aus Optik-Daten und spezifischen Wissen in der Lage sind, etwas Besonderes zu entwickeln.

Werden diese Entwicklungen dann nur von Mister Spex genutzt oder bietet Tribe das als unabhängiges Unternehmen auch Dritten an?

Caspar:
Das schauen wir uns an, wenn es so weit ist. Jetzt entwickeln wir erst einmal gemeinsam Lösungen.

In welchen Bereichen werden denn Technologien wie KI und AR weiter relevant?

Caspar:
Prinzipiell ist KI entlang der kompletten Wertschöpfungskette eines Händlers vorstellbar - egal, ob man nun in der Logistik Bedarfe abschätzt oder über Personalisierung die Customer Experience verbessert. In der Augenoptik gibt es dann noch spezifischere Themen, die beispielsweise mit dem Vermessen der Augen oder der virtuellen Anprobe zusammenhängen.

Ist der Online-Sehtest auch eine dieser Lösungen?

Caspar:
Das ist auf jeden Fall ein Feld, wo KI zunehmend zum Einsatz kommen kann. Ein Algorithmus kann zumindest mithelfen, die Werte zu analysieren und Muster zu erkennen. Wir bieten aber bereits seit April einen Online-Sehtest in unserem Shop an und kooperieren dafür mit dem niederländischen Partner Easee. Zielgruppe sind vor allem Kunden zwischen 18 und 40 Jahren mit einer Kurzsichtigkeit bis minus 3 Dioptrin.

"Der Service hat Hand und Fuß"

Vertraut der Kunde hier schon der Technik oder geht er für den Sehtest doch lieber zum Optiker?

Caspar:
Natürlich führt nicht die komplette deutsche Bevölkerung einen Online-Sehtest durch. Aber das Angebot hat ein TÜV-Zertifikat und hat am University Medical Centre Utrecht (UMC Utrecht) in den Niederlanden im Fachbereich Augenheilkunde (Ophthalmology Department) einen klinischen Test durchlaufen, der auch in der Fachzeitschrift "Journal of Medical Internet Research" veröffentlicht wurde. Man kann also schon sagen, der Service hat Hand und Fuß. Wir packen den Online-Sehtest zudem in ein Kommunikationskonzept und starten beispielsweise mit einer Art Mini-Anamnese. Das heißt, wir fragen den Kunden nach dem Alter, wollen wissen, ob er schon eine Brille er hat und wie die Wertebereiche bisher waren. Damit überprüfen wir, ob der Kunde für einen Online-Sehtest überhaupt geeignet ist. Über unsere allgemeinen Informationen und auch den Anamnese-Prozess erfährt der Kunde sehr viel über den Service und führt ihn durch. Inzwischen haben wir Zigtausende solcher Sehtests gemacht und das Kunden-Feedback ist so gut, dass wir bei dem Angebot bleiben, weil wir davon überzeugt sind, dass es für eine bestimmte Kundengruppe eine super Unterstützung ist.

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