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Consumer Electronics Media-Saturn: Was passiert nach der Metro-Abspaltung?

Media-Saturn
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Die Konzernaufspaltung der Metro AG wird als cleverer Schachzug gesehen, um Media-Saturn neue Schubkraft zu verleihen. Aber was bedeuten die Pläne für das Online-Geschäft?

Von Matthias Hell

Die Aufspaltung der Metro AG ist beschlossene Sache: Das Food-Geschäft des Großkonzerns wird in eine neue Gesellschaft überführt, das Consumer-Electronic-Business der Media-Saturn bleibt bei der Metro - und bekommt so die Chance, mit zusätzlichen Börseneinnahmen neuen Anlauf zu nehmen. 2017 soll die MSH ­eigenständig werden; und schon wird ­gemunkelt, die Media-Saturn könnte ihr britisches Pendant Dixons Carphone übernehmen. Die Nummer 1 und die Nummer 2 im europäischen Elektronikhandel würden sich damit zu einem Konzern mit einem Jahresumsatz von mehr als 34 Milliarden Euro zusammenschließen.

Für den Retail-Markt sind das interessante Perspektiven - doch welche Möglich­keiten eröffnen sich durch die geplante Metro-Aufspaltung für Media-Saturn im E-Commerce? Im vergangenen Jahr steigerte Media-Saturn seinen Online-Umsatz um 16 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro und kommt damit mittlerweile auf einen Online-Anteil von mehr als acht Prozent am Gesamtgeschäft. Allerdings ist die Online-Wachstumsdynamik rückläufig: 2013 wuchs Media-Saturn online um 65 Prozent, 2014 noch um 25 Prozent. 2015 sanken die Umsätze des 2011 übernommenen Pure Players Redcoon auf rund 500 Millionen Euro. Langfristig peilt Media-Saturn-CEO Pieter Haas einen ­Online-Umsatzanteil von 15 bis 20 Prozent an - eine sportliche, aber nicht übermäßig ambitionierte Zielvorgabe.

Mehr Erklärungs- und Installations-Services über das Netz

An die Stelle der Fixierung auf Online-Umsatzanteile tritt bei dem Elektronikhändler stattdessen das Bild einer alle Vertriebskanäle vereinenden "Digital Company". Über das Internet will Media-­Saturn zunehmend auch Services anbieten, die dem Konzern im Zuge der Marktentwicklung in Richtung erklärungs- und installationsbedürftiger Produkte eine ­gute Ausgangsposition verschaffen.

Neue Trends wie Smart Devices und Internet of Things werden zumindest übergangsweise zu mehr Komplexität führen, erklärte ­Metro-Chef Koch: "Dabei sehen wir Komplexität nicht als Manko, sondern als Chance. Wenn Produkte mit dem rich­tigen Service gekoppelt werden, kann ­Media-Saturn ein besseres Kundenerlebnis bieten und höhere Loyalität schaffen."

Es gibt neue Perspektiven

Dass sich Media-Saturn bereits mitten in der Umsetzung dieser Strategie befindet, zeigt sich nicht nur am Zukauf des After-Sales-Dienstleisters RTS im vergangenen Jahr, sondern auch an den aktuellen ­Online-Aktivitäten. Mit dem Anfang des Jahres gelaunchten Media Markt Club will das Unternehmen Online-Kundenprofile aufbauen, die Informationen zu Geräte-Updates und Vernetzungsmöglichkeiten smarter Geräte bieten. Der Online-­Küchenhändler Kiveda ist in immer mehr Saturn-Märkten präsent und erprobt dort auch den Verkauf mittels Virtual Reality. Und im Media-Saturn-Accelerator Spacelab sind in der ersten Runde mit Expertiger, Kaputt.de, My Home Services und Deutsche Technikberatung nur Start-ups eingezogen, die auf kanalübergreifende Servicemodelle setzen.

Vor diesem Hintergrund ist die in Branchenkreisen erwartete Elefantenhochzeit zwischen Media-Saturn und ­Dixons Carphone eine wenig spannende Zukunftsperspektive. Im Online-Bereich liegt Dixons Carphone hinter Media-Saturn, zudem knabbern die Briten noch an ihrem Pixmania-Debakel: Der französische Online-Händler wurde 2012 mit einem Online-Umsatz von rund 800 Millionen Euro von Dixons übernommen, aber bereits ein Jahr später nach massiven Einbrüchen für eine Mitgift von 69 Millionen Euro an eine Restrukturierungs-Holding abgestoßen. Zukunftsweisender ist, dass sich Dixons 2014 mit der ­Mobilfunkkette Carphone Warehouse zusammenschloss und sich so für das Zusammenwachsen von Warenverkäufen und vertragsbasierten Dienstleistungen im Elektronikgeschäft fit machte. Allerdings hat sich Carphone Warehouse aus fast allen Ländern zurückgezogen, in denen Media-Saturn aktiv ist.

Die Alternative: Freenet und Cyberport?

Aus Perspektive des Online-Handels liegen deshalb andere Kandidaten näher, die Media-Saturn nach der Metro-Aufspaltung mit einer gut gefüllten Kasse kaufen könnte. Eine spannende Option wäre ein Zusammenschluss mit der Freenet AG. Der Telekommunikationskonzern ist gut im Provider-Geschäft positioniert und hat in den letzten Jahren ein interessantes Portfolio an vertragsbasierten Smart-Home-Produkten aufgebaut. Schon jetzt ist Freenet mit seiner Mobilfunkmarke Mobilcom-Debitel in den Märkten von Media-Saturn präsent.

Die auf Multichannel ausgerichteten TK-Shops und die 2012 von Freenet übernommene Apple-Kette Gravis würden zudem gut in die Strategie des Elektronikhändlers passen, mit neuen, kleiner dimensionierten Store-Formaten wie Saturn-Connect Produktinnovationen in den Markt zu tragen. Ein weiterer Kaufkandidat für Media-Saturn wäre Cyberport. Anhaltende Veränderungen beim Management und der organisatorischen Aufhängung legen nahe, dass der Eigner Burda sich schwer damit tut, den Multichannel-Händler in sein Geschäftsmodell einzupassen. Für Media-Saturn böte ein Kauf von Cyberport die Chance, den ­Online-Umsatz mit einem Schlag um rund 700 Millionen Euro zu steigern. Zudem passen die Cyberport Stores gut zum ­Modell von Saturn Connect.

Noch ist offen, welche Schritte Media-­Saturn nach der Metro-Aufspaltung unternimmt. Für die Online-Entwicklung bietet sie auf jeden Fall viele Möglichkeiten.

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