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Macy's New York

Förderprogramm aufgelegt Macy's fördert Geschäftsmodelle von Menschen aus sozial benachteiligten Gruppen

Macy's
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Während Galeria Kaufhof in Deutschland um Staatsknete bettelt, geht Macy's den umgekehrten Weg. In den nächsten fünf Jahren will die US-Warenhauskette gezielt Retail-Unternehmer aus sozial benachteiligten Gruppen fördern. 

In den USA heißen sie "unterrepräsentiert": Menschen mit einer anderen Hautfarbe als weiß oder einer anderen Herkuft als Mittel- oder Nordeuropa. Hispanics und Farbige, Native Americans, Ureinwohner Haitis. Nach Angaben der US-Zensusbehörde bezeichneten sich 2021 59,3 Prozent aller Befragten als "Weiß". Vier von zehn Einwohnern der USA fallen also nicht unter diese Kategorie.

Kaum Wagniskapital für Minderheiten

Was "unterrepräsentiert" im Geschäftsleben bedeutet, macht ein Bericht der "New York Times" deutlich. Obwohl die "Unterrepräsentierten" mehr als 40 Prozent der US-Bevölkerung stellen, erhalten sie nur einen einstelligen Prozentanteil aller vergebenen Geschäftskredite. Nur zwei Prozent aller Wagniskapital-Finanzmittel gehen an Gründer mit lateinamerikanischem Background, nur ein Prozent an Schwarze. In diesem Kontext ebenfalls stark unterrepräsentiert: Gründerinnen. Nur zwei Prozent allen Venture Capitals geht an weibliche Unternehmer.

Die US-Warenhauskette Macy's will ihren Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert. Macy's kennt in den USA jedes Kind. Mit über 700 Filialen ist der Konzern einer der größten Warenhausbetreiber weltweit. Macy's New York (siehe Aufmacherbild) gilt gar als größtes Warenhaus der Welt.

Macy's will diverser werden. Dazu betragen soll ein Förderprogramm, das auf fünf Jahre angelegt ist und nominal 30 Millionen US-Dollar umfasst, aus denen allerdings Leistungen im Wert von 200 Millionen Dollar entstehen sollen. Gezielt fördern will Macy's Handelsunternehmerinnen, die Mitglieder gesellschaftlicher Minderheiten sind.

Eine Million, die viel verändern würde

Einige von ihnen arbeiten bereits seit langem mit Macy's zusammen. So porträtiert die "New York Times" beispielsweise die Afroamerikanerin Robin Wilson. Die Gründerin von Clean Design Room  startete ihr Geschäft mit antiallergischen Heimtextilien bereits im Jahr 2000, liefert Handtücher an Hotels und war mit ihren Produkten bereits in 50 Macy's-Filialen präsent. Wilson würde ihre Produktpalette gern ausweiten, angesichts ihres Geschäftserfolges wäre das nur eine logische Business-Entscheidung. Doch dafür, schätzt Wilson, würde sie rund eine Million US-Dollar Kapital benötigen. Kapital, das sie als schwarze Frau in Amerika normalerweise nicht so ohne weiteres bekommt. 

Andere Gründer sind noch nicht so weit. Wisdom Walker startete 2020 ihre Marke "Strokes of Wisdom" unter der sie online Kunsthandwerk und Design-Objekte anbietet. Auch sie würde ihre Produkte gern in den Regalen vieler Macy's-Filialen sehen, sucht dafür aber neben finanzieller auch fachliche Unterstützung. Macy's bietet diese an. Bereits seit Jahren schult der Konzern Unternehmerinnen in Dingen wie Betriebswirtschaft und Verkaufspsychologie - auch Robin Wilson hat bereits an diesem Program teilgenommen. 

Andere Beispiele für tätige Hilfe ist die Unterstützung für eine von einer farbigen Unternehmerin gegründeten Transportfirma. Sie benötigte neue Fahrzeuge, und Macy's sorgte nicht nur für eine Bankbürgschaft, sondern sicherte das Geschäft auch durch langfristige Transportaufträge ab.

15 Prozent der Fläche für "unterrepräsentierte" Unternehmer

Angesichts eines Jahresumsatzes von über 20 Milliarden US-Dollar mögen 30 Millionen für ein auf fünf Jahren angelegtes Förderprogramm als Peanuts erscheinen. Doch dieses Program ist nur ein Teil dessen, was Macy's investiert, um diverser zu werden. Bereits 2020 startete Macy's eine Selbstverpflichtung, 15 Prozent seiner Verkaufsfläche für Unternehmen aus unterrepräsentierten Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen. Und im Frühjahr 2022 startete "Mission Every One", ein Programm zur Förderung von Diversität im Konzern. Es soll bis 2025 laufen und umfasst fünf Milliarden US-Dollar.

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