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Galeria-Filiale

Konjunkturkrise Galeria Karstadt: Vorstand soll Filialen auf "Notbetrieb" vorbereiten

Galeria Karstadt
Galeria Karstadt

Bereits vor der Ukraine-Krise sah es beim kränkelnden Kaufhaus-Konzern nicht gut aus. Jetzt sieht sich Galeria laut des Manager Magazins zu drastischen Maßnahmen gezwungen: Es soll gespart werden, wo immer es geht. Das hat auch Folgen für das Online-Geschäft.

Wie das "Manager Magazin" unter Berufung auf interne Quellen berichtet, will die Leitung des krisengeschüttelten Galeria-Konzerns heute die Belegschaften über einen zunächst befristeten "Notfallplan" unterrichten, der die Warenhauskette irgendwie über den Winter bringen soll. Der ist geprägt von der Kaufzurückhaltung der Kundschaft und explodierenden Energiekosten - weshalb in allen Filialen die Heizung heruntergedreht werden soll. Dass Galeria-Kaufhäuser künftig noch so hell beleuchtet sein werden wie im Bild oben, erscheint auch eher unwahrscheinlich, zumal die aktuellen Verordnungen des Bundes zum Energiesparen ohnehin ab 22 Uhr ein Abschalten der Schaufensterbeleuchtung vorschreiben. 

Anstellungsstopp für Aushilfen

Das Weihnachtsgeschäft härter treffen dürfte ein Anstellungsstopp für Saison-Aushilfen, die Galeria Karstadt üblicherweise jedes Jahr einstellt, um den Nachfrage-Peak zu bewältigen. Aushilfen, die bereits einen Vertrag unterschrieben haben, sollen ihre Stelle antreten, weitere werden jedoch nicht eingestellt. Auch sollen dem Bericht des Wirtschaftsmagazins zufolge sämtliche offenen Bestellungen der Filialen überprüft und gegebenenfalls storniert werden. Dieser Notbetrieb könnte auch Folgen für das Online-Geschäft haben: Galeria bewirbt sehr stark Click & Collect-Modelle, für die es in der Weihnachtszeit Ware und Manpower braucht.

Erst im Sommer hatte das Unternehmen seinem Online-Shop für die Marken Karstadt und Kaufhof ein umfassendes Make-over verpasst, um damit in die E-Commerce-Offensive zu gehen. 

Finanzielle Schieflage

Auch andere Warenhauskonzernen ergreifen Sparmaßnahmen, aber bei kaum einem anderen Wettbwerber ist die Lage so ernst wie bei dem Unternehmen, das erst 2020 aus der Verschmelzung der Kaufhauskonzerne Kaufhof und Karstadt entstand: Auf rund 620 Millionen beziffert das "Manager Magazin" den Verlust, den Galeria allein im Jahr 2021 einfuhr. Anfang 2022 erhielt der Konzern noch eine stille Einlage in Höhe von 250 Millionen Euro vom Staat. Jetzt will sich dem Vernehmen nach die Konzernleitung um weitere Staatshilfen bemühen. Denkbar wären Zahlungen aus dem Härtefonds für vom Ukraine-Krieg betroffene Firmen.

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