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Amazon 04.09.2015
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Essen auf Rädern Edeka Nord mit dezentralem E-Commerce-Konzept

Edeka liebt Lebensmittel jetzt auch im Web

Edeka liebt Lebensmittel jetzt auch im Web

Die Edeka-Region Nord hat ein neues E-Commerce-Modell für ihre Genossen entwickelt. Das Konzept gilt als Blaupause für die gesamte Gruppe.

Die Edeka-Region Nord plant einen neuen Anlauf in Sachen Online-Lebensmittel: Im Rahmen eines dezentralen Modells können die selbständigen Einzelhändler der Gruppe ihre unterschiedlichen Sortimente zu regional unterschiedlichen Preisen einstellen, meldet die "Lebensmittel Zeitung" in ihrer aktuellen Printausgabe. Auch frische Produkte und Bedienungsware sind im Online-Sortiment integriert.

Unter Edekanord-Shop.de werden die beteiligten Supermarktbetreiber vorgestellt. Zum Start sind zwei Genossen integriert, weitere sollen in Kürze folgen. Das 13.000 Artikel umfassende Sortiment wird von der Großhandlung der Marktbetreiber eingepflegt, dabei werden auch die Anforderungen der LMIV berücksichtigt. Die Logistik allerdings müssen die Märkte selbst organisieren.

Kunden können online ein Lieferzeitfenster wählen, der Versand kostet 4,95 Euro. Auch Selbstabholung ist möglich. Das Modell gilt laut des Berichts der "Lebensmittel Zeitung" als Blaupause für die gesamte Edeka-Gruppe. Bislang gibt es dort unter edeka24.de einen zentral betriebenen Online-Supermarkt, unter edeka-shops.de sind 13 Selbständige aus der Region Minden/Hannover gebündelt, außerdem sind auch Edeka-Supermarktbetreiber in Eigenregie im Lebensmittelversand aktiv.

So verkündete erst Anfang der Woche Edeka Lars Tamme eine Kooperation mit dem Hamburger Airport. Reisende können dabei mindestens zwei Tage vor ihrer Rückkehr ein Lebensmittelpaket mobil ordern und die Tüten dann am Ankunftstag am Flughafen abholen.

Die plötzliche Agilität der bislang in Sachen E-Commerce eher zaudernden deutschen Supermarktketten hat vor allem einen Grund: Die Angst vor Amazon Fresh, dessen baldiger Deutschland-Start in der Branche gerade wieder heftig diskutiert wird. Viel Umsatz dürfen die neuen Akteure derzeit allerdings noch nicht erwarten: Lediglich rund eine der 247 Milliarden Euro, die deutsche Verbraucher jährlich für Lebensmittel ausgeben, investieren sie im Web. 2016 könnten es einer Studie des niederländischen Spezialisten für Produktdaten, Syndy, zufolge ungefähr drei Milliarden Euro sein.

Und auch in Sachen Service müssen die bislang auf dem Markt agierenden Anbieter noch eine Schippe drauf legen. Ein aktueller Test der Redaktion INTERNET WORLD Business zeigt: Eine wirklich funktionierende Alternative zum Wocheneinkauf gibt es im Web derzeit noch nicht.

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