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Travis Kalanick auf der DLD Conference

DLD Conference Wie Uber 2015 Europa erobern will

Travis Kalanick auf der DLD Conference

Tanja Gabler

Travis Kalanick auf der DLD Conference

Tanja Gabler

Travis Kalanick war auf der DLD Conference in München für große Ansagen gut: In diesem Jahr will der Uber-CEO den Fokus auf Europa setzen - und mit dem taxiähnlichen Dienst 50.000 Jobs schaffen.

Angefangen hat alles ganz harmlos. Travis Kalanick und Freunde wollten ein Taxi in Paris bekommen, doch sie hatten keinen Erfolg. Da dachten sie, wie klasse es wäre, wenn sie über das Smartphone jemanden finden könnten, der sie in seinem Wagen dorthin brächte. Zurück in San Francisco entwickelten sie erst eine geschlossene Version, die sie dann für alle öffneten. So die Story.

Auf der DLD Conference, die am Sonntag in München begonnen hat, tritt Uber-Mitgründer und CEO Kalanick als Weltverbesserer auf, seine Rede ist weit entfernt von früheren Zitaten wie "Wir befinden uns in einer politischen Kampagne, in der der Kandidat Uber heißt und der Gegner ein Arschloch namens Taxi." Indem der Online-Vermittlungsdienst für Stadtfahrten in Limousinen und privaten Fahrzeugen die Anschaffung von Privatwägen in vielen Städten überflüssig mache, könnten Kosten und Verkehrsaufkommen verringert und Parkplätze gespart werden. Schließlich stünden Autos 96 Prozent ihrer Zeit unbenutzt herum. Dass weniger Fahrten entstehen, gilt freilich nur, wenn ein Kunde "Uber Pool" benutzt, bei dem sich mehrere Personen einen Wagen teilen.

Doch nicht nur die Umwelt, auch die Wirtschaft profitiere von Uber, sagt Kalanick und nennt Zahlen: In San Francisco, wo Uber seit vier Jahren Autofahrten vermittelt, haben bereits 1,6 Millionen Menschen den Dienst genutzt, durch das Unternehmen sei eine Beschäftigung entstanden, die dem Äquivalent von 7.500 Vollzeitjobs entspreche. Auf die Nachfrage, ob diese nicht wegen Uber an andere Stelle verloren gingen, entgegnet er, es handle sich um ein echtes Wachstum, da der Umsatz mit Fahrdienstleistungen in der Stadt insgesamt gestiegen sei. "Wir schaffen also einen Mehrwert." In Europa könnten durch Uber in diesem Jahr 50.000 Jobs entstehen.

"Unsere Philosophie: Immer eine verfügbare Fahrt für jeden, der eine möchte", erklärt Kalanick. "Unsere Vision: Fahrten innerhalb von fünf Minuten in jeder Stadt der Welt." Dieses Jahr will das Unternehmen, das 2009 gegründet wurde, Europa erobern. Dafür möchte der Uber-Chef - nach dem Verbot des Dienstes in vielen Städten - sogar mit der Politik kooperieren. "Gesetze verhindern den Fortschritt. Mit neuer Technologie machen die alten Regeln, die zum Beispiel für Taxis gelten, keinen Sinn mehr." Die Kriegskasse ist gefüllt: In einer Finanzierungsrunde im Dezember 2014 erhielt das Unternehmen weitere 1,2 Milliarden US-Dollar Kapital für die Expansion.

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