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Mobile Shopping Smartphones machen Händlern Konkurrenz

Fotolia.de/Stuart Miles
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Verbraucher lassen sich auch beim Einkauf vor Ort immer öfter von mobilen Geräten leiten. Eine Entwicklung, auf die der stationäre Handel reagieren muss.

Das Einkaufen über Smartphone und Tablet wird immer populärer: Wie die Studie "Mobile Shopping 2014" von Tradedoubler zeigt, benutzen 50 Prozent der 4.500 Befragten ihr mobiles Gerät jede Woche für Aktivitäten rund ums Einkaufen - fast ein Drittel davon sogar jeden Tag. Das hat auch Folgen für den stationären Handel: Der Analyse des Performance-Marketing-Anbieters zufolge lassen sich europäische Verbraucher nämlich auch beim Einkauf vor Ort immer häufiger von ihrem Smartphone leiten. 

So hat bereits ein Drittel (32 Prozent) der befragten Verbraucher schon einmal einen Kauf abgebrochen, nachdem diese noch im Laden nähere Informationen zu einem Produkt mobil abgerufen haben - und das, obwohl sie mit einer konkreten Kaufabsicht in den Laden gekommen waren. Ein Fünftel hat zudem nach dem Blick aufs Handy schon einmal den Laden verlassen, um ein Produkt in einem anderen Geschäft zu kaufen; ein weiteres Fünftel hat den Kauf sogar komplett abgebrochen. Besonders unangenehm wird es für den Offline-Handel, wenn sich Kunden im Shop zum Online-Kauf entschließen: 22 Prozent der Befragten haben dies bereits in der Vergangenheit getan.

Auch wenn sich aus den Zahlen noch keine festen Regelmäßigkeiten ableiten lassen, zeigen sie doch eine Tendenz auf. Daher mahnt Björn Hahner, Country Manager Deutschland bei Tradedoubler, den stationären Handel zu erhöhter Aufmerksamkeit: "Schließlich nimmt die Bedeutung und Penetration des mobilen Kanals weiter zu". Er rät stationären Händlern, dem Kunden ein nahtloses, kanalübergreifendes Angebot zu bieten. "Man muss sich vor Augen führen, dass der Smartphone-Nutzer bereits mit einer konkreten Kaufabsicht - oder zumindest einem konkreten Interesse - in den Laden kommt", so Hahner weiter. Gezielte Online-Angebote wie Coupons oder Gutscheine, die direkt im Laden eingelöst werden, können seiner Meinung nach helfen, den mobilen User auch im Geschäft vor Ort zum Käufer werden zu lassen.

Mobil, online und stationär

Verbraucher lassen sich der Studie nach nicht nur direkt im Geschäft beeinflussen. Generell nutzen 44 Prozent ihr Smartphone zum Browsen während des Shoppings. Fast die Hälfte der Befragten vergleicht dabei über das Smartphone Preise. Ein Drittel der Preisvergleicher kauft daraufhin ein anderes Produkt als das ursprünglich geplante. "Händler müssen das Smartphone-Verhalten als Chance sehen, ihre Verkäufe online wie offline anzukurbeln und den Kunden beim letzten Schritt auf seinem Kaufpfad abzuholen", betont Hahner. "Nur wer kanalübergreifend - mobil, online und stationär - denkt, kann gegen die Konkurrenz bestehen und Konversionen auf allen Kanälen erzielen".

Einen zusätzlichen Vertriebskanal für Händler will derzeit der Payment-Anbieter Yapital eröffnen: Kunden können bald per QR-Code-Scan vom Plakat oder aus dem Schaufenster einkaufen.

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