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Smartphone in der Hand

Gastbeitrag Mobile Weihnachten? Aber sicher!

Fotolia.com/bloomua
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Suchen, klicken, kaufen - und das alles mobil: Der M-Commerce ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Höchste Zeit für Web-Händler sich hierfür fit zu machen, um Kunden ein einfaches Kauferlebnis zu bieten.

Von Gerrit Seidel, Senior Vice President DACH bei Klarna

Mobiles Einkaufen entwickelt sich immer mehr zum Motor für den Online-Handel. Laut einer aktuellen Deals.com-Prognose wird für das Jahr 2015 eine Steigerung der M-Commerce-Einnahmen von 7,2 Milliarden Euro in 2014 auf 14,6 Milliarden (+103 Prozent) erwartet. Und auch das Weihnachtsgeschäft findet längst zu einem guten Teil mobil statt. Jeder vierte Euro im Online-Handel zu Weihnachten 2015 wird über ein mobiles Endgerät eingenommen werden. Damit steigt der M-Commerce-Anteil am E-Commerce-Umsatz von 17 Prozent in 2014 auf 28 Prozent in diesem Jahr.

Mobiles Shopping nimmt zu, Sicherheitsbedenken bleiben

Diese Zahlen zeigen, immer mehr Online-Shopper kaufen auch über mobile Geräte ein. Die oft noch weit verbreitete Annahme, Internetnutzer würden nur mobil recherchieren und ihren Kauf aber letztendlich über einen Desktop-PC abschließen, ist damit überholt.

Denn dem liegt ein Kausalitätsfehler zugrunde: In der Vergangenheit war es nur zu kompliziert mobil im Internet einzukaufen. Vereinfacht man den Einkauf jedoch und lässt das Eingeben von Passwörtern, langen Zahlenreihen wie Kreditkartennummern weg, kaufen die Kunden nicht nur "auch" über ihr Mobilgerät, sondern sogar "vorwiegend". Dies ist zumindest die Beobachtung, die wir bei unserer Zahlungslösung Klarna Checkout machen: Rund 60 Prozent aller Einkäufe mit Klarna Checkout werden mobil getätigt, davon übrigens zwei Drittel-Anteil über Smartphones und nur ein Drittel über Tablets.

Doch auch wenn der Einkauf über mobile Geräte stetig zunimmt, so gibt es doch immer noch einige Bedenken bei den Verbrauchern. Mangelndes Vertrauen in den Händler oder das Produkt geben mehr als die Hälfte (52,7 Prozent) aller "mobilen Einkäufer" als "Nervthema" an. Und auch fast die Hälfte (46,9 Prozent) äußert Sicherheitsbedenken. 45 Prozent der Deutschen sind beim mobilen Shopping außerdem von der mangelhaften Optimierung der Shop-Seiten für mobile Geräte genervt.

So wird der mobile Weihnachtseinkauf sicher

Wenn Shop-Betreiber die folgenden fünf Tipps beachten, können sie einige der Top-Nervthemen "Mangelndes Vertrauen", "Fehlende Sicherheit" und "Mangelhafte Mobiloptimierung" der Deutschen beim mobilen Einkauf aus dem Weg räumen und sind optimal für das Weihnachtsgeschäft gerüstet.
 

  1. Mobil-optimierter Content ist das "a und o": Ihre Weihnachtsangebote können noch so passend für Ihre Kunden sein - wenn für Online-Shopper Ihre Website nur schwer les- oder navigierbar ist, dann werden sie gar nicht erst Produkte auswählen und in den Warenkorb legen. Online-Händler sollten deshalb unbedingt darauf achten, ihren Content für mobile Geräte zu optimieren. Das heißt, sie sollten die wichtigsten Informationen zusammenfassen, plakative und nicht zu große Bilder wählen sowie kompakte Produktbeschreibungen liefern und Vor- und Zurück-Buttons integrieren, sodass Kunden mit nur wenigen Klicks durch den Shop navigieren können und sich in ihrem Shop sicher und gut aufgehoben fühlen.

  2. Auf "Responsive Design" setzen: Ein Responsive Design bietet dem Online-Shopper auch auf mobilen Geräten eine optimale Darstellung von Produkten und Informationen. Das Layout der Website passt sich an die verfügbare Bildschirmauflösung an und Inhalte wie Texte, Videos oder Bilder werden dementsprechend positioniert. Verbraucher, die zum Beispiel des Öfteren via Desktop-PC in ihrem Lieblings-Shop eingekauft und diesen für sicher befunden haben, machen dann genau die gleiche Erfahrung, wenn sie in diesem via Smartphone einkaufen.

  3. Gütesiegel sind ein Zeichen für Sicherheit: Ein Siegel schafft Vertrauen beim Kunden und sorgt für die Gewissheit, dass Kundendaten sicher sind. Händler sollten in ein Gütesiegel investieren, denn es garantiert zusätzlich eine konstante Qualität des Online-Shops - mittels Testeinkäufen werden Bestellprozesse kontinuierlich geprüft. Dabei sollten Händler darauf achten, dass das Siegel von mehreren bekannten und gut funktionierenden Shops verwendet wird. Denn nicht jedes Siegel verfügt über eine gute Reputation und löst beim Kunden ein Gefühl von Sicherheit aus. Beispiele für Siegel, die sich auf einen gemeinsamen Standard in puncto Qualitätskriterien geeinigt haben und vertrauenswürdig sind, sind Trusted-Shops, EHI, Datenschutz Cert und TÜV Süd.

  4. Lieferbedingungen ausweisen und Ware auf Vorrat haben: Im besten Fall bietet der Online-Händler eine kostenfreie Lieferung an, ansonsten gilt auch hier: Informationen schaffen Vertrauen. Händler sollten die Liefer- und Leistungsbedingungen genau angeben. Dazu gehört zum Beispiel, dass das mit dem Transport beauftragte Unternehmen, die angebotenen Lieferarten wie zum Beispiel Express- oder Speditions-Lieferung sowie Versandkosten und Rückgabebestimmungen aufgeführt sein sollten. Außerdem sollten Online-Händler sicher stellen, dass sie gerade im Weihnachtsgeschäft genügend Ware vorrätig haben, denn nichts erzeugt größeren Unmut bei den Kunden als Lieferschwierigkeiten.

  5. Die letzten Meter - das richtige Angebot an Zahlungsarten: Generell kommt es im Mobile Commerce auf eine sorgfältige Auswahl der Zahlungsarten an. Kunden sollten im Shop die Zahlungsart angeboten bekommen, die sie sich wünschen und der sie vertrauen. In Deutschland sind die beliebtesten Zahlungsarten neben dem Kauf auf Rechnung, der Kauf per Visa/MasterCard, SOFORT Überweisung und Lastschrift. Besonders sicher für den Verbraucher ist der Kauf auf Rechnung. Die Ware kann zunächst geprüft werden, bevor sie bezahlt werden muss.

Kunden kaufen heute dann mobil ein, wenn sie möglichst einfach und sicher zahlen können. Wenn Händler die fünf Tipps beachten, dann steht einem sicheren (mobilen) Weihnachtsgeschäft nichts mehr im Wege und sie werden es schaffen, interessierte, mobile Internetnutzer auch in tatsächliche Käufer zu verwandeln.

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