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Stefan Edl

Online-Handel Mobile Geräte als Herausforderung

Stefan Edl: Client Partner Retail, Facebook

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Die Entwicklung hin zu Mobile ist der größte Wandel im Konsumverhalten, den wir bisher erleben durften. Mobile-Geräte verändern die Art und ­Weise, wie Informationen erhalten und aufgenommen werden.

Von Stefan Edl

Eine erste Zeitenwende vollzog sich ­bereits 2013, als Digital das TV erstmals als Leitmedium überholte. Doch hat diese Entwicklung mehr als ein Jahrzehnt gedauert. Bei mobilen Geräten vollzieht sich dieser Wandel hingegen in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit.

2015 werden die Menschen zum ersten Mal mehr Zeit mit ihren mobilen Geräten verbringen als mit dem TV. Darüber hinaus nutzen die Menschen immer öfter mehrere Geräte gleichzeitig - laut einer GfK-Studie sind es über 60 Prozent. Sie starten den Kaufprozess auf dem einen und beenden ihn auf einem anderen Endgerät. Damit wird "Multichannel“ auch weiterhin ein herausragendes Thema für den Handel bleiben.

Aber was bedeutet das konkret? Händler wollen dort auf sich aufmerksam machen, wo ihre Kunden die meiste Zeit verbringen. Für die Menschen ist Mobile - und damit verbunden mobile Geräte - das neue Normal. Das bedeutet, dass ein großer Teil an Information nur noch in Apps und Feeds aufgenommen wird. Die Auf­gabe besteht darin, entlang des gesamten Entscheidungs- und Kaufzyklus der Menschen vertreten zu sein.

Das heißt also, mit passenden Angeboten in dem kleinen "Schaufenster“ auf dem mobilen Gerät der potenziellen Kunden vertreten zu sein. Dabei steht im Fokus, den richtigen Menschen genau das eine richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt zu präsentieren. Mehr denn je werden sich Händler 2015 mit den Themen Cross-Device Targeting und Real-Time Marketing auseinandersetzen müssen.

Im letzten Jahr waren viele Händler bei der Auswertung ihrer Werbekampagnen immer noch stark auf den "letzten Klick“ fixiert. In einer Welt, in der die Menschen unterschiedlichste Kontaktpunkte ansteuern, bevor sie sich für den Kauf eines Produkts entscheiden, ist diese Art der Auswertung jedoch im Grunde hinfällig.

Eine weitere Aufgabe liegt 2015 darin, sich von diesem alten Muster zu verabschieden oder es zumindest zu überdenken. Die Lösung heißt "Multi-touch Attribution Modeling“: Dabei wird der Wirkungsgrad jedes einzelnen Kontaktpunkts individuell bewertet und daraus entsteht dann ein schlüssiges Gesamtbild. Der Kunde rückt damit bei den Marketingaktivitäten noch stärker in den Fokus.

Die Einzelhändler haben die Kunst des Handelns über Jahrhunderte hinweg perfektioniert - und der Online-Handel hat die Branche revolutioniert. Heute ist die umfassende Transformation hin zu mobilen Geräten mit allem, was dazugehört, die zentrale ­Herausforderung für den Handel.

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