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Online-Shopping mit Smartphone

Mobile Commerce 5 Tipps zur Optimierung des mobilen Shops

Shutterstock/McLittle Stock
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Personalisierter Content, Gamification, einfacher Kaufprozess: Mobile Nutzer sind anspruchsvoll. Wie Shopbetreiber mit rigorosem Fokus auf Relevanz und Einfachheit viel Umsatz- oder Kundenbindungspotenzial abschöpfen können, erklärt trbo-CEO Felix Schirl.

Von Felix Schirl, CEO von trbo

Mobile Online-Shopper haben in der Regel wenig Zeit zum Surfen und viel weniger Geduld, wenn es um das Auffinden von Produkten im Shop geht. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Absprungrate, die in mobilen Shops meist höher ist als am Desktop.

Höchste Zeit also, sich auf die Bedürfnisse der mobilen Nutzer einzustellen und ihnen auch auf mobilen Devices das Surfen und Shoppen einfacher zu machen. Felix Schirl, CEO der Onsite-Personalisierungs-Plattform trbo, hat  fünf Tipps parat, wie Shopbetreiber die mobile Nutzererfahrung verbessern und Absprünge vermeiden.

1. Suchen auf mobilen Endgeräten optimieren

Wer auf mobilen Geräten surft, hat meist wenig Zeit und Aufmerksamkeit. Das Smartphone wird am ehesten auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause oder auf der Couch vor dem Fernseher in die Hand genommen. Wenig Zeit führt direkt zu einer Konsequenz: Finden Kunden nicht auf Anhieb, was sie suchen, springen sie ab. Eine komplizierte Produktsuche ist also ein No-Go.
 
Deshalb ist es für die mobile Version der Website besonders wichtig, die Suche gut sichtbar zu platzieren und einfach bedienbar zu machen. Wo und wie sie am besten wahrgenommen wird - z.B. lediglich als Lupe oder als hervorgehobener Suchschlitz - kann mit Hilfe von A/B- oder Multivariantentests geprüft werden.
 
Zum Auffinden von Produkten sollte auch die Menüführung nicht unterschätzt werden. Hier gibt es viel Optimierungspotenzial: Zum Beispiel kann sie individuell nach den Bedürfnissen des Users angeordnet werden. Interessante Kategorien findet er dann weiter oben, während weniger spannende Punkte nach unten wandern. Bei preissensitiven Nutzern kann beispielsweise auch der Menüpunkt "Sale" gesondert hervorgehoben werden.

Felix Schirl

Felix Schirl, CEO von trbo

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Das Setzen von Filtern ist ein weiterer wichtiger Schritt, den Shopbetreiber für mobile Nutzer optimieren können. Entweder durch individuelle Filter passend zu den Interessen oder zuvor gesetzten Größen, Passformen, etc. Auch eine visuelle Optimierung hilft: Werden die Filter noch einmal bildlich dargestellt, sind sie für die Nutzer besser zu verstehen.
 
Nicht immer wird eine Suche überhaupt zu einem Produkt führen: Ist das gesuchte Produkt nicht vorhanden, landet der Nutzer auf einer 404-Seite. Mangels Alternativen springen die meisten Nutzer von hier ab. Um das zu verhindern, sollten auf 404-Seiten Produktempfehlungen platziert werden - entweder personalisiert auf Basis der zuvor gezeigten Interessen oder über die Topseller des Shops.

2. Produkte entdecken leicht gemacht

Shops können auch Nutzern unter die Arme greifen, die noch gar nicht wissen, was sie suchen. Produktempfehlungen sind ein wichtiger Hebel: Das können zum Beispiel personalisierte Empfehlungen sein, die auf den Interessen des Users basieren. Sind diese aber nicht bekannt, sind auch Empfehlungen wie Bestseller, "Andere Kunden kauften auch…"-Empfehlungen oder passende Artikel sinnvoll.
 
Neben Recommendations bieten auch Inspirationsseiten eine Hilfestellung. Der Nutzer bekommt eine genauere Vorstellung davon, wie er das Produkt kombinieren kann und ist schon eher gewillt, das Produkt oder auch gleich ein bestimmtes Bundle zu kaufen. Ebenfalls lohnenswert zur Unterstützung der Produkt-Entdeckung sind Guided Selling-Lösungen - entweder per Chatbot oder leicht zu bedienendem mehrstufigem Fragenkatalog. Die Nutzer werden durch vordefinierte Fragen und Antworten geleitet, das Sortiment wird weiter eingegrenzt, ohne dass sie aktiv mehrere Filter setzen müssen. Am Ende stehen die passenden Produkte.
 
Außerdem ist es auch immer wichtig, Kontaktdaten des Kundenservice gut sichtbar einzubinden und gegebenenfalls auch Kundenservice-Chatbots zu verwenden. So werden wichtige Fragen schnell geklärt, bevor ein Absprung passiert.

3. Personalisierter Content auch auf kleinen Bildschirmen

User möchten sich auch auf mobile Devices vom Webshop verstanden fühlen und ein angenehmes Einkaufserlebnis haben. Es ist also wichtig für Marketer, personalisierten Content zu nutzen. Das funktioniert besonders gut auf der Startseite.

Dort können dem User die zuletzt betrachteten Artikel noch einmal angezeigt sowie spannende neue Empfehlungen und Aktionen passend zu den individuellen Interessen eingebunden werden. Personalisierte Inhalte müssen sich dabei natürlich nicht auf die Startseite beschränken - wird die gesamte Customer Journey mit individuellen Angeboten und Recommendations angereichert, fühlen sich die Kunden gleich viel besser aufgehoben und verstanden.

4. Gamification für mehr Spaß beim Shoppen

Gerade an Saisonalitäten wie Black Friday, Weihnachten oder Ostern lassen sich Webshops etwas ganz Besonderes für ihre User einfallen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Wieso also nicht auch auf mobilen Geräten besondere Erlebnisse schaffen? Mit Hilfe von Gamification kann der Spaß beim Shoppen noch größer werden. An Weihnachten begrüßt ein Adventskalender die Nutzer mit täglich neuen Angeboten, an Ostern kann die Ostereiersuche online stattfinden und zum Black Friday werden Rabatte per mobilem Rubbellos erspielbar.

Wer es aber lieber schlicht halten möchte, kann auch einfach den Osterhasen über den Bildschirm hoppeln lassen. Der Fantasie sind bei Gamification keine Grenzen gesetzt. Aber eines ist gewiss: die User werden das Einkaufserlebnis auf jeden Fall positiv in Erinnerung behalten. 

5. Schneller und einfacher Kaufprozess

Um den Einkauf auf mobilen Devices zeitsparender zu gestalten, können Shopbetreiber auch diese Mittel einsetzen: So zum Beispiel einen "Back to top"-Button. Hat man sich durch eine Kategorieseite gearbeitet, aber nichts gefunden, ist es ärgerlich wieder bis nach oben scrollen zu müssen, um weitere Filter einzustellen. Per Klick auf den Button gelingt das ganz schnell. Auch schwebende Warenkörbe sparen den Nutzern Zeit und Nerven. Auch hier muss der User nicht jedes Mal wieder nach oben scrollen, um in den Warenkorb zu gelangen. Der Warenkorb wandert einfach mit.
 
Eine große Hürde, vor der Marketer bei mobilen Endgeräten stehen, sind Seitenabbrüche. Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, dass User die Website verlassen. Sei es die mangelnde Zeit oder das schlechte Netz. Das ist aber noch lange kein Beinbruch für den Shop, denn wahrscheinlich kehren sie zu einem späteren Zeitpunkt zurück. Die Rückkehr in den Kaufprozess sollte dann besonders leicht sein. Auf der Startseite grüßen die zuletzt betrachteten Artikel oder der stehengelassene Warenkorb. Der Kaufprozess kann ganz einfach wieder aufgenommen werden.
 
Um bei der Entscheidung behilflich zu sein, ob der Artikel wirklich der Richtige ist, haben Marketer zudem die Möglichkeit, Group Motivation einzusetzen. Sie zeigen dem User, wie oft das jeweilige Produkt bereits gekauft wurde oder wie viele es momentan betrachten. Zudem sind Trust-Elemente wie zum Beispiel Gütesiegel und Informationen zu Versand- und Zahlungsoptionen enorm wichtig, um das Vertrauen neuer Nutzer zu gewinnen.

Fazit:  Mehr Conversions auch auf kleinen Bildschirmen

Kleiner Bildschirm ganz groß! Hier sind die User besonders anspruchsvoll, haben weniger Zeit, sind schneller abgelenkt und die Bedienung muss übersichtlich sein. Wenn Shops und Websites ihren Nutzern wichtige Arbeit abnehmen und die Inhalte individuell auf ihre Interessen und Bedürfnisse zuschneiden, ist schon viel gewonnen. Dann steigen auch auf dem Smartphone die Conversion Rates und die Kundenzufriedenheit. Doch was funktioniert wirklich? Hier kommt es individuell auf den Shop und die Nutzer an. A/B- und Multivariantentests sind entsprechend wichtige Werkzeuge, die es auch in der Mobile-Optimierung zu nutzen gilt.

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