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Sechs Skier im Schnee stecken

Webshop Sport Bittl: "Auf nach Skandinavien"

Shutterstock/gorillaimages
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Das Sporthaus Bittl zählt zu Münchens größten Skihändlern. Am Online-Sortiment finden nun auch die Nordländer Gefallen.

Kein Neuland für den Münchner Sporthändler Bittl: E-Commerce. Schon vor rund zehn Jahren begann das Unternehmen damit, Ware über das Internet zu verschicken. Vor vier bis fünf Jahren ist aus dem Testprojekt ein ernsthaftes Geschäft geworden: Einen Anteil von zehn Prozent vom Gesamtumsatz erwirtschaftet der digitale Verkaufskanal inzwischen, mittelfristig sollen es 20 Prozent werden.

Dabei ist Bittl geglückt, worum viele ­stationäre Einzelhändler, die sich in ihrer Region als Marke etabliert haben, im Web noch kämpfen: die überregionale Zielgruppenansprache. Schon seit Jahren ­kaufen Österreicher und Schweizer im Online-Shop von Bittl ein. In jüngster Zeit legten auch die Bestellungen aus Skandinavien deutlich zu. Innerhalb von drei bis fünf Tagen werden sie via UPS ausgeliefert.

Dass sich die Münchner gegen deutlich kapitalstärkere Online ­Pure Player im Sportsegment so gut ­behaupten können, liegt daran, dass sich der Webshop stark auf den Bereich Wintersportarten fokussiert. "Wir bieten ­online rund ein Viertel des Sortiments der Läden an, aber im Skibereich liegt die Sortimentsabdeckung bei 100 Prozent. Gerade im Bereich Freeride und Touren gibt es noch nicht so viele Mitbewerber, die perfekte ­Montage und perfekte Lieferung anbieten", sagt Markus Kasperbauer, Bereichsleiter E-Commerce & Logistik bei Bittl. Mit dem geplanten Launch eines englischsprachigen Shops im April will das Unternehmen noch weitere Marktanteile dazugewinnen.

Google ist zu teuer

Um das eigene Online-Sortiment weiter auszubauen, denkt Kasperbauer über eine Art Marktplatzkonzept nach, über das Premiumlieferanten mit ihrem Vollsortiment abgebildet werden können. Im Falle einer Kundenbestellung liefern sie die ­gewünschte Ware dann on Demand aus.
Als größte Herausforderung für sich und sein Team sieht Kasperbauer gegenwärtig Google. "SEO läuft gut, aber im Adwords-Bereich haben wir massive Probleme", gibt der E-Commerce-Leiter zu. Die Klickkosten seien hoch, die Suchanfragen in diesem Winter aufgrund des erst so spät gefallenen Schnees gering. "Der kleine verbliebene Suchbereich wäre so teuer zu erkaufen gewesen, dass wir es bleiben ließen", so Kasperbauer.

Lösen will er das SEM-Dilemma durch Kooperationen mit Reichweitenverlängerern wie Yelp, Idealo, Rakuten oder auch Simply Local. Eine Kooperation mit Amazon vereiteln derzeit noch die zu hohen Provisionsforderungen des E-Commerce-Riesen. Ebay zieht Bittl nicht als Distributionskanal in Betracht - der Online-Marktplatz sei mit dem Serviceanspruch von Bittl im Web nur schwer zu verbinden, so das ­Argument von Kasperbauer.

Sport Bittl ist auch auf der Internet World 2015. Markus Kasperbauer, Bereichsleiter E-Commerce und Logisitk, spricht in seinem Kongressvortrag über "Customer Journey from Shop to Screen".

E-Commerce und Online-Marketing gehen Hand in Hand. Viele Anbieter auf der Internet World Messe bieten die richtigen Instrumente für SEM, E-Mail-Marketing und Multichannel Management an.

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