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Messe-Rundgang Internationale Aussteller mit vielen Commerce-Innovationen

Shutterstock.com/Stephen Marques
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Zahlreiche Technologiedienstleister bringen interessante Lösungen aus dem Ausland zur Internet World Messe 2016 nach München mit - hier eine Auswahl.

Die meisten Aussteller der Internet World Messe sind etablierte Player. Doch jedes Jahr präsentieren sich auf der E-Commerce-Fachmesse auch internationale Unternehmen, die im deutschen Markt noch nicht so bekannt sind. Die Redak­tion stellt einige dieser interessanten Techno­logieanbieter vor.

Ein Schwerpunkt jeder Internet World Messe ist die Zahlungsabwicklung. Die Messe ist Treffpunkt für Online-Händler, Payment Service Provider, Inkasso-Dienstleister und Payment-Anbieter. ­Dazu passt Zooz. Das israelische Unternehmen (Halle B5 / H419) mit Büro in Berlin bietet eine Payment-Plattform an. Sie verbindet große Online-Händler mit einem ganzen Netzwerk von Payment Service Providern (PSP), um die Abwicklung der Bezahlung im Online-Shop besser und im besten Fall günstiger zu gestalten.

Zooz ist eine Technologie, kein PSP. Als Alleinstellungsmerkmale nennt das Unternehmen "Smart Routing" und Datenanalyse. Die intelligente Auswahl der ­Acquirer führe zu Kostenreduktion, erklärt Zooz. Durch das Routing werden auch grenzüberschreitende Zahlvorgänge in lokale Zahlungen umgewandelt, wodurch Umrechnungsgebühren entfallen. Zudem führt der Technologieanbieter Zahlungsdaten eines Händlers zentral ­zusammen. So kann er die Transaktionen analysieren und sieht beispielsweise, welche Kartentypen besonders häufig abgelehnt werden.

Nicht Zahlungsabwicklung, sondern Verkaufen

Nicht um die Zahlungsabwicklung, sondern um das Verkaufen geht es bei Mirakl. Mirakl (Halle B6 / A041) mit Sitz in Paris hat eine Marktplatzlösung als Software as a Service entwickelt. Auf Marktplätzen präsentieren mehrere Anbieter oder Marken ihre Produkte. Kunden können besser vergleichen und haben eine größere Auswahl. Die Mirakl-Lösung gibt es in einer Business-to-Consumer- und in einer Business-to-Business-Version.

Die B2C-Version wird beispielsweise vom Kaufhaus Galeries Lafayette eingesetzt. Die B2B-Version richtet sich an Großhändler und Hersteller, die ihren eigenen Marktplatz aufmachen wollen. Im Juli 2015 schloss Mirakl eine zweite Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Millionen US-Dollar ab.

Im Stationärgeschäft Online-Kunden beraten

Die fundierte Beratung der Kunden vor und während des Kaufprozesses ist wichtig, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Am besten geschieht dies live, mit einer Chat-Lösung. Die Technologie dafür bringt Deveteam (Halle 5 / Start-up-Street) aus Oulu in Finnland mit nach München. Die Finnen haben dabei nicht nur Online-Shops im Blick, sondern auch den stationären Handel. Mit der Software "Stages" können Verkäufer ihre Kunden aus dem Stationärgeschäft heraus per ­Video-Chat beraten, ihnen Produkte vorführen und Fragen beantworten.

Die Premiumversion der Cloud-basierten Software beinhaltet auch eine Co-Browsing-Funktion, mit der Händler ihre Kunden sozusagen im Web an die Hand nehmen können. Wer das ausprobieren will, kann die Beratungs-Software 30 Tage lang gratis testen.

Individuelle Ansprache

Um eine individuellere Ansprache geht es auch bei Nosto Solutions (Halle B5 / H415), allerdings nicht persönlich, sondern automatisiert. Nosto, wie Deveteam aus Finnland, ist ein Personalisierungstool für den Online-Shop.  Produktempfehlungen, verhaltensbasierte Pop-ups im Shop, E-Mails oder Facebook-Werbung werden auf die Besucher zugeschnitten. Nosto ­unterstützt laut eigenen Angaben mehr als 100 Plattformen. Plug-ins stehen unter anderem für Magento, Shopware, JTL-Shop3 oder Prestashop bereit. Für die Einbindung der Technologie erhält Nosto eine Umsatzbeteiligung von den Händlern, ­fixe monatliche Gebühren und Set-up-Kosten fallen nicht an.

Die automatisierte Self-Service-Lösung für Online-Shops jeder Größe ist seit ­Oktober 2013 erhältlich. 2014 konnte sich Nosto Solutions eine Finanzierung in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar sichern. Angeführt wurde diese Finanzierungsrunde von der Venture-Capital-Firma Wellington Partners unter Beteiligung von Open Ocean Capital, Sanoma Ventures sowie der finnischen Förderorganisation für ­Innovation, die bereits investiert sind.

Fullservice für den Online-Verkauf in China

30 Millionen Chinesen kaufen per Internet im Ausland ein. Dieser Markt ist für international tätige Online-Händler sehr inte­ressant. Doch vor dem Markteintritt gibt es viele Hürden: sprachliche, kulturelle, technische und bürokratische. Die Azoya Group (Halle B5 / F327) mit Sitz in Shenzhen hat sich auf grenzüberschreitenden E-Commerce in China spezialisiert. Das Unternehmen bietet "Chinese E-Commerce Cloud Services" an.

Händler können damit einen Online-Shop in China eröffnen, Azoya übernimmt auch das digitale Marketing und den Kundendienst vor Ort. ­Interessant ist auch die "O2O"-Lösung. O2O steht für Online to Offline: Wenn chinesische Touristen in Deutschland in einem Laden stehen und die Produktbeschreibungen nicht verstehen, scannen sie das Produkt mit dem Smartphone und erhalten die Beschreibung auf Chinesisch. Auf einer für Mobile optimierten Webseite können sie die Ware beim deutschen Händler kaufen, geliefert wird sie nach China.

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